Heute bin ich Samba (2014)

OT: Samba - 118 Minuten - Komödie / Drama
Heute bin ich Samba (2014)
Kinostart: 27.02.2015
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Heute bin ich Samba

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Drei Jahre ist der Welterfolg von Regisseursduo Éric Toledano und Olivier Nackache mit dem Film „Ziemlich beste Freunde“ nun her. Auch bei ihrer fünften gemeinsamen Regiearbeit „Heute bin ich Samba“ greifen sie bedeutende Themen in der Gesellschaft auf, nämlich soziale Missstände, Identitätskrise sowie Freundschaft und Liebe.

Samba (Omar Sy) lebt nun schon seit zehn Jahren in Frankreich und versucht sich mit Aushilfsjobs über Wasser zu halten. Er schuftet von früh bis spät, so wie es für die meisten Einwanderer eben selbstverständlich ist. Sein großer Traum ist es aber eines Tages Koch in einem exquisiten Restaurant zu sein und diesem Traum scheint er nun auch ein bisschen näher zu kommen. Leider holt Samba seine Vergangenheit aber wieder ein, denn nicht ganz legal erfolgte damals seine Einreise aus Senegal nach Frankreich. So kommt es nicht sehr überraschend, als ihm die Behörden die Aufenthaltsbewilligung verweigert und ihm die Abschiebung droht. Hilfe holt sich Samba bei seinem Problem vom Sozialdienst, wo er Alice (Charlotte Gainsbourg) kennenlernt, die sich ehrenamtlich engagiert um sich von ihrem Burn-Out zu erholen. Samba ist ihr erster „Fall“ den sie zu bearbeiten bekommt und leider hält sie sich nicht ganz an die Regeln und Ratschläge ihrer Kollegen: Denn obwohl diese ihr einbläuen, dass man immer Distanz zu den Personen wahren soll, gibt sie Samba schon am ersten Tag ihre private Handynummer.

Eine Liebesgeschichte um zwei Menschen, die sich oft selbst im Weg stehen. Einerseits ist da Samba, der teils charmant, teils Spaßvogel ist und viel zu selten an sich selbst denkt. Und andererseits die sensible Alice, die dank Samba auch einmal ihre komische Seite zum Vorschein bringt. Samba muss sich als illegaler Einwanderer leider oft verstellen und sich falsche Identitäten zulegen. Was mit der Zeit dazu führt, dass er bald selbst an seiner Identität zweifelt und nur aufgrund von Arbeit und Geld nicht einfach er selbst sein kann. „Heute bin ich Samba“ erzählt vom Leben, von Schicksalen und von gesellschaftlichen Phänomenen wie Burn-Out. Der Film schildert sehr gut welches Verhältnis Menschen zur Arbeit haben und, dass diese einen immer größer werdenden Platz im Leben eines einzelnen einnimmt bzw. für manch einen das größte Gut überhaupt darstellt. Doch es soll gezeigt werden, dass ein glückliches Leben nicht von der Arbeitswelt und gesellschaftlichem Erfolg bestimmt werden muss. Die Regisseure stellen somit die Frage in den Raum, ob Arbeit wirklich der Sinn und Zweck unseres Lebens sei. Im Grunde vergessen Leute nämlich viel zu oft, dass wir eigentlich arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt.

Das Regisseurs-Duo beleuchtet für den Zuschauer eine Welt, die dieser meist nur aus den Medien kennt – Baustellen, Mülltrennanlagen, Sozialbehörden etc., wo sich die unsichtbaren Lohnsklaven unserer Zeit aufhalten.

Fazit:
„Heute bin ich Samba“ erzählt emotional und voller Mitgefühl eine Einwanderer-Geschichte auf dem schmalen Grat zwischen Tragödie und Komödie. Der Film erzielt auf alle Fälle den Wunsch der Regisseure, nämlich, dass man über das Leben eines Einwanderers nachdenkt, denn diese Personen begleiten uns tagtäglich in der U-Bahn, auf der Straße etc. Omar Sy ist, wie auch schon in „Ziemlich beste Freunde“, das Herzstück des Films und begeistert durch sein komödiantisches Talent. Aufgrund der teils romantischen Ader der Geschichte kann sich der Film nicht so richtig zwischen Sozial-Drama und Liebeskomödie
entscheiden, was zwar Absicht der Regisseure war, aber doch unschlüssig oder irritierend wirken kann. Ein durchaus sehenswerter Film, der aber nicht ganz an den Welterfolg des Vorgängers anschließen kann.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 5.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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