D@bbe 5: Zehr-i Cin - Der Giftdämon (2014)

OT: Dabbe 5: Zehr-i Cin - 140 Minuten - Horror
D@bbe 5: Zehr-i Cin - Der Giftdämon (2014)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu D@bbe 5: Zehr-i Cin - Der Giftdämon

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Vor knapp einem Jahr habe ich, weil es der Zufall so wollte, Dabbe: Cin çarpmasi, den Vorgänger-Film im Kino gesehen und war zumindest moderat beeindruckt: Die Vermischung aus found-footage, Dämonenfluch- und Exorzismusfilm, gepaart mit historischem Unterbau war mir immerhin sechs Punkte und einen längeren Text wert. Jetzt ist der Nachfolger und mittlerweile fünfte Teil der Reihe in den deutschsprachigen Kinos angekommen. Auch diesmal konnte ich nicht widerstehen …

Prolog: 1980, irgendwo in einem türkischen Dorf wird einer Frau das neugeborene Kind entrissen und in einer Art Beschwörungsritual geopfert. Heute: Dilek und Ömer sind ein glücklich verheiratetes Ehepaar, das in einem großen Haus lebt. Seit geraumer Zeit plagen Dilek Albträume und sie wacht zudem von seltsamen Geräuschen im Haus auf. Doch erst als sie eines Tages das ganze Wohnzimmer verwüstet vorfindet, willigt ihr Mann ein, Sicherheitskameras zu installieren. Indessen werden die Träume und Visionen immer schlimmer – die Schattenwesen, die sie verfolgen, scheinen ihr eine Botschaft zukommen lassen zu wollen. Dilek vertraut sich ihrem besten Freund an, der zufälligerweise Kontakt zur gelehrten Belkis hat. Die erkennt sofort: Hier sind Dämonenzauber übelster Sorte am Werk!

Im Prinzip könnte ich meinen Text von vor einem Jahr hier nochmals genau so übernehmen, was die Machart und „Bauweise“ des Films betrifft. Sie unterscheidet nämlich nur in Details vom Vorgängerfilm. Während dort noch klare „Blair Witch Project“ Anleihen zu finden sind, steht diesmal James Wans „Insidious“ (2010) Pate, was vor allem in den Szenen, in denen Dilek in die Welt der Schatten und Dämonen eintaucht, ersichtlich ist. Mit knapp 140 Minuten ist der Film erneut lang – etwas zu lang – geraten, und erneut weicht nach knapp 90 Minuten die Frage, warum sich die bösen Geister ausgerechnet die junge Frau ausgesucht haben, der Frage, wer hinter dem Fluch steckt. Und wie im Vorgängerfilm ist des Rätsels Lösung eng verknüpft mit dem im Prolog geschilderten Ereignis.

Macht das „Dabbe 5“ zu einem schwächeren Film? Nein, denn erneut zieht Regisseur Hasan Karacadağ sämtliche Register seines Könnens. Der unglamouröse Look des Films verleiht ihm einen realistischen Touch, die Schauspieler verkörpern ihre Rollen extremst glaubwürdig und lassen die Zuschauer mitfühlen. „Dabbe 5“ verzichtet fast vollständig auf CGI-Effekte und ist im besten Sinne altmodisch geworden – manchmal ist das Ergebnis etwas over-the-top oder gar „trashig“, aber das schadet dem Film komischerweise nie, sondern trägt sogar zur verstörenden Atmosphäre bei. Als jemand, der mit der islamischen Glaubenswelt keine Berührungspunkte hat, trägt die Schilderung und Darstellung religiöser Rituale für mich sehr zum „Faszinosum“ des Films bei. Umgekehrt spielen im Verlauf des Films auch christliche Aspekte mal eine kleine Rolle, die wiederum den Figuren selbst Rätsel aufgeben. Kenner von „Dabbe 4“ dürfen sich übrigens gleich zu Beginn auf eine Runde Internet-Bashing (das Netz des Bösen) „freuen“ - wie schon vor einem Jahr: vermutlich eine komplett unnötige Anbiederung an ultrakonservative Muslime.

Seine ausufernde Länge von 140 Minuten lässt mich ambivalent zurück: Nein, der Film ist kaum langweilig, aber ja, er sollte eigentlich eine halbe Stunde kürzer sein. Wie sein Vorgänger will er einfach zu viel erzählen, im groß angelegten Finale die weit geknüpften Fäden zusammenziehen, den bösen Fluch, der Dilek befällt, begründen und herleiten. Der Film unterminiert sich dabei weniger als Teil 4, auch wenn des Rätsels Lösung etwas hausbacken erscheint. Die Texteinblendungen, mit denen er abschließt, wirken stattdessen hilflos und unnötig. Ein, zwei Schnitzer im Drehbuch, etwa wenn Ömer nach einer Dämonenattacke im Haus hilflos und bei strömendem Regen VOR dem Haus auf und ab läuft und seine verängstigte Gattin drinnen alleine lässt, sorgen für unfreiwillige Komik, genauso der am Schluss auftretende Alte, der von einer Sekunde auf die andere vom mit Dämonen sprechenden Verrückten zum – zwar körperlich immer noch furchteinflößenden, aber dennoch hilfreichen Opa wird.

Fazit:
More of the same - „Dabbe 5“ variiert sein aus dem Vorgänger bekanntes Muster und setzt auf überraschend wenig Neues. Das ist einerseits schade, weil man Schwächen ausmerzen hätte können – andererseits vielleicht gut, denn wenn man die Besucherzahlen der letzten Wochen ansieht, wird das Franchise, für das keinerlei Werbung oder Pressearbeit gemacht wurde, immer erfolgreicher und erreicht mit seiner durchaus tollen Grundidee auch mehr „heimisches“ Publikum. Für Regisseur Hasan Karacadağ müssen Dämonenflüche indes nichts Schlechtes mehr bedeuten: Er arbeitet an „Magi“ - einem in Istanbul angesiedelten Horrorfilm mit Michael Madsen, Brianne Davis und Stephen Baldwin – der Startschuss für die internationale Karriere ist gefallen.

Wertung:
6/10 Punkte
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Liste von Kurdosbruder
Erstellt: 11.12.2014