Global Shopping Village (2014)

OT: Global Shopping Village - 80 Minuten - Dokumentation / News
Global Shopping Village (2014)
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Kinostart: 24.10.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Global Shopping Village

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Ein Shoppingcenter ist schon eine Welt für sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wer schon einmal in einem solche war, der weiß, dass er dort alles findet, was das Herz begehrt und was es so zum Leben braucht, sodass man dort Stunden, ja sogar Tage verbringen könnte. Doch auf den zweiten Blick bringen die riesigen Einkaufskomplexe, die auf tausenden Quadratmetern die Konsumträume ihrer Kunden erfüllen, auch Risiken und Gefahren für die Gesellschaft mit sich und zerstören dabei hunderte Arbeitsplätze und nicht selten Existenzen.

Diesem Phänomen widmet sich die österreichische Fotografin und Dokumentarfilmerin Ulli Gladik in ihrer neuen Kinodoku Global Shopping Village und versucht dabei, wie der Name schon verrät, die Internationalität dieser Erscheinung aufzuzeigen. Sie begleitet dabei einen Shoppingcenterentwickler bei den verschiedenen Planungs- und Entwicklungsschritten sowie verschiedene, andere Beteiligte, aber auch eine Gegnerin, die sich seit Jahren für die Anerkennung der negativen Auswirkungen der riesigen Konsumhäuser und Gegenmaßnahmen oder zumindest einem Stopp neuer Bauten stark macht. Im Fokus des Geschehens stehen drei verschiedene Orte in Europa. Während die Errichtung und Erweiterung eines Shoppingcenters in einem ländlichen Ort in Österreich die Verdrängung lokaler Geschäfte und der dort gebotenen Arbeitsplätze und damit einhergehend das gegenteilige Argument, genau solche zu schaffen, in Frage stellt, wird anhand eines fast leerstehenden Shoppingcenters in Osteuropa deutlich gemacht, welche Auswirkungen der Bau eines riesigen Konsumhauses ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Nachfrage oder diesbezüglichen Möglichkeiten der ansässigen Bevölkerung.

Ein besonders wichtiger Aspekt in Bezug auf große Shoppingcenter, der im Film ebenfalls thematisiert und hervorgehoben wird, ist die Tendenz zu stetigem Wachstum und Fortschritt, ganz nach dem Motto „Wohin soll/kann das noch führen?“. Eine Frage, die selbst Befürworter wie der Shoppingcenter-Betreiber im Film nicht beantworten können. Ulli Gladik versucht damit, nicht nur die vergangenen Entwicklungen des Konsummodells aus den USA besonders in Europa aufzuzeigen, sondern stellt auch einige zukunftsorientierte Fragen in den Raum, deren Antwort ihr Dokumentarfilm aber eigentlich gleich mitliefert.

Gladik lässt dem Zuseher viel Freiraum, indem sie auf die führende Komponente durch einen Off-Erzähler verzichtet, was dem Film eine gewisse Leichtigkeit und Ungezwungenheit verleiht. Dadurch kommt ein ähnliches Gefühl wie bei einem Gang durch besagtes Einkaufszentrum auf. Man bewegt sich innerhalb dermaßen vieler Eindrücke, dass man selbst schwer unterscheiden kann, ob man zwischen dem Gesehenen nun selbst differenziert oder aber fremdgeleitet wird. Auf der anderen Seite kommt dadurch aber auch der Eindruck einer Orientierungslosigkeit beim Zuseher auf, sodass die angesprochenen Aspekte teilweise etwas zusammenhangslos daherkommen und nicht immer auf den Punkt gebracht werden. Insgesamt gelingt Gladik aber ein ungezwungener Blick hinter die Kulissen der Konsumtempel, der den Zuseher diese in Zukunft vermutlich etwas kritischer sehen lassen.

Fazit:
Die österreichische Filmemacherin Ulli Gladik zeigt mit ihrem neuen Kinodokumentarfilm Global Shopping Village das kapitalistische Gesicht unserer Gesellschaft manifestiert in Shoppingcenterkomplexen in Europa auf. Durch die Begleitung verschiedener Beteiligter an der Konzeption und Entwicklung solch, riesiger Einkaufshäuser sowie von Gegnern schafft es Gladik die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu behandeln, wenngleich sich der Schwerpunkt immer mehr auf die negativen Auswirkungen auf Kultur und Wirtschaft verlagert. Mit dem Verzicht eines Off-Sprechers oder sonstigen Effekten wie musikalischer Untermalung gelingt es ihr zwar, eine besondere Form der Ehrlichkeit und Authentizität einzufangen, allerdings fehlen durch diesen Beobachtungslook teilweise auch die Übergänge, wodurch das Gefühl eines Durcheinanders entstehen kann. Wer hinter die Kulissen eines Shoppingkomplexes und dessen Entstehung blicken will, aber auch die Risiken und dramatischen Auswirkungen, die ein solches Unterfangen für mehrere tausend Menschen haben kann, dem sei der Dokumentarfilm ans Herz gelegt.

Wertung:
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Liste von Olaf
Erstellt: 06.04.2015