Neustart in Genua (2008)

OT: Genova - 94 Minuten - Drama / Horror / Mystery / Romantik
Neustart in Genua (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Neustart in Genua

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Kennt man einige von Michael Winterbottoms Filmen, weiß man, dass er immer wieder mit ganz bestimmten Themen vorliebnimmt. Vor allem seine politischen Filme hinterlassen oftmals einen provokativen und schockierenden Eindruck. Ansonsten erzählt er aber auch öfters Geschichten, die sich um Familien, Schicksale und Trauer drehen. Neustart in Genua widmet sich genau diesen Schwerpunkten und lässt ein außergewöhnliches Familienporträt erwarten.

Nach dem Tod seiner Frau, reist Joe (Colin Firth) mit seinen zwei Töchtern Mary (Perla Haney-Jardine) und Kelly (Willa Holland) nach Italien, um einen Neustart zu wagen. Bald schon lebt sich die kleine Familie in Genua ein, doch wirkt sich das neue Umfeld auf jeden Einzelnen anders aus.

Will man mit den positiven Aspekten anfangen, muss man sagen, dass sich sehr schnell nach dem Umzug der Familie ein italienisches Feeling beim Zuseher einstellt. Neustart in Genua hebt viele Vorzüge der Stadt hervor und zeigt Strände, die italienische Lebenslust, gutes Essen und die für Italien so typischen engen Gassen. Davon abgesehen profitiert der Film vor allem von der guten Chemie zwischen Firth und den beiden Mädchen.

Im Großen und Ganzen war es das leider auch schon mit der Lobeshymne. Denn das große Manko des Filmes ist, dass einfach nichts passiert (abgesehen von dem Unfall gleich zu Beginn). Die Geschichte plätschert unentwegt vor sich hin. Zeitweise hat man sogar das Gefühl einem Homevideo zum Opfer gefallen zu sein, was szenenweise auch durch eine entsprechende Kameraführung forciert wird. Zwar ist Winterbottom für seinen improvisierten Stil und seinem Hang zu dokumentarischen Aufnahmen bekannt, doch ist hier diese Idee nicht aufgegangen.

Ebenfalls ein Rätsel bleibt die ständig künstlich aufgebaute Spannung, die nach wenigen Minuten ohnehin wieder im Sand verläuft. Immer wieder gibt es Szenen, in denen sich das Schnitttempo erhöht, Großaufnahmen eingesetzt und mit einem nervösen Score untermalt werden. Dem Zuseher wird damit fortlaufend suggeriert, dass nun etwas Schlimmes passieren wird. Doch es passiert eben nichts.

Das Ende ist schließlich ebenso enttäuschend und belanglos wie die 90 Minuten davor. In keinem Moment wird dem Zuseher ein Blick in die Seelen der Figuren gewährt. Dabei ist ein so schlimmes Ereignis wie der Tod eines nahestehenden Familienmitgliedes, eine geeignete Ausgangslage, um die Gefühlstiefen der einzelnen Charaktere herauszuarbeiten. Stattdessen wird nur an der Oberfläche gekratzt und man kann bestenfalls erahnen, wie Joe und den Kindern zumute ist. Während die ältere Tochter sich zunehmend zum anderen Geschlecht hingezogen fühlt, sieht die Jüngere immer wieder ihre tote Mutter und verschwindet daraufhin zeitweilig. Anstatt diese Konflikte jedoch aufzuarbeiten, finden sie im Handlungsverlauf kaum Beachtung. Von den „normalen“ Problemen einer jeden anderen Familie scheinen sie sich dadurch kaum zu unterscheiden und es wird im gesamten Filmverlauf immer langweiliger dem sonst sympathischen Dreiergespann zuzusehen.

Fazit:
Die Grundidee, Figuren aufgrund einer Familientragödie einen Neustart wagen und wieder zu sich selbst finden zu lassen, würde Stoff für eine mitfühlende und warmherzige Geschichte bieten. Was jedoch tatsächlich daraus geworden ist, ist schon fast für einen entspannten Sonntagabend eine Zumutung. Der Originaltitel beschränkt sich simpel aber treffend nur auf Genova und unterschreibt eigentlich das, was ohnehin recht bald klar wird, nämlich, dass Italien eindeutig der interessanteste und schönste Charakter in diesem Film ist. Ergo: anderen, als eingefleischten Fans von Colin Firth, würde ich den Film nicht empfehlen.

Wertung:
4/10 Punkte
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Ø Wertung: 4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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