The Zero Theorem (2013)

OT: The Zero Theorem - 107 Minuten - Drama / Fantasy / SciFi
The Zero Theorem (2013)
Kinostart: 05.12.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Zero Theorem

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Seit seinem internationalen Durchbruch in Quentin Tarantinos Inglourious Basterds (2009) als Brad Pitts Gegenspieler, spätestens aber mit seinem zweiten Tarantino-Film Django Unchained (2012) an der Seite von Jamie Foxx und Leonardo DiCaprio hat Christoph Waltz sein Talent für überspitzte Charakterrollen bewiesen. Kein Wunder also, dass er für die Rolle des Bösewichts im 24. Teil der James Bond-Reihe ausgewählt wurde und bereits jetzt, nur wenige Jahre nach dem Beginn seiner Weltkarriere, einen Stern auf dem „Walk of Fame“ in Los Angeles enthüllen durfte. In The Zero Theorem wird Waltz nun einmal mehr ein außergewöhnlicher Charakter zuteil, den der Österreicher wieder einmal brillant auf der Leinwand verkörpert. Dennoch schafft es der futuristische Film nicht, die großen Fußstapfen, die Waltz vorlegt und die damit einhergehenden Erwartungen zu erfüllen.

In einem utopisch futuristischen Zukunftsszenario arbeitet Qohen „ohne U“ Leth (Christoph Waltz) für eine Firma namens ManCom, die über Arbeitsdronen, wie eben Qohen eine solche ist, den virtuellen Raum überwacht und kontrolliert. Aus Angst, einen ominösen Anruf, auf den er bereits seit Jahren wartet und der ihm doch endlich den Sinn seines Daseins eröffnen soll, zu verpassen, bittet der extrem neurotisch anmutende Qohen, der von sich selbst größtenteils in der „Wir“-Form spricht, seinen Vorgesetzten Joby (David Thewlis) darum, von Zuhause aus arbeiten zu können. Schließlich willigt der Konzernboss namens Management (Matt Damon) unter der Bedingung ein, dass er sich dem sogenannten Zero Theorem annimmt – ein Projekt, dass beweisen soll, dass nichts einen Sinn macht, an dem jedoch bisher alle scheiterten. Unter dem Einfluss seiner virtuellen Psychiaterin Dr. Shrink-Rom (Tilda Swinton), dem pubertierendem und technisch versiertem Management-Sohn Bob (Lucas Hedges) und schließlich der schönen Bainsley (Mélanie Thierry), die Qohen mit fragwürdiger Motivation dazu animieren will, aus seinem inneren Gefängnis auszubrechen, verlangt auch ihm das Zero Theorem alles ab.

Mit seinen bunten und trashigen Bildern geht es einem anfangs wie dem Hauptprotagonisten selbt, man ist erst einmal überfordert von dieser abstrakten und schnelllebigen Welt. Erst im Verlauf des Films wird die eigentliche Intention des Plots rund um das Zero Theorem klar. Es scheint sich dabei nämlich um genau die gleiche zu handeln, die sich auch Matt Damon als Management bewiesen wünscht: die Sinnlosigkeit. Ein Anspruch, den bereits viele Filme vor ihm generell für sich einnehmen wollten, bei The Zero Theorem vom Regisseur von Das Kabinett des Dr. Parnassus (2009) Terry Gilliam aber nur bedingt gelingt. Denn größtenteils hat der Zuseher das Gefühl, sich im Chaos der Geschichte und der Welt in dieser zu verlieren, da sich einige Bilder und Szenen zu wiederholen scheinen. So fragt man sich des Öfteren, ob man an genau dieser Stelle nicht schon gewesen sei und darauffolgend, wohin das Ganze denn eigentlich führen soll. Zweifellos regen die einzelnen Handlungsstränge durchaus als metaphorische Bilder zum Denken an, so beispielsweise der, von Qohen so heiß ersehnte Anruf, der ihm abseits seines eigenen Willens den Sinn seines Lebens eröffnen und so jegliche Entscheidungsfreiheit abnehmen soll, wie man es sich doch nicht selten auch in der eigenen Realität wünschen würde.

Trotz der herausragenden Leistungen der einzelnen Schauspieler, sei es der, bereits jetzt legendäre Waltz oder aber der Newcomer Lucas Hedges (Grand Budapest Hotel, 2014) in der Rolle des begabten, insgeheim aber umso mehr um Anerkennung kämpfenden Sohnes des Managements Bob, der Qohen bei der Bewältigung seiner Aufgabe zur Seite steht, wirken die Ideen und Intentionen zu wenig ausgereift, um als solche dem eigentlichen Potential der Geschichte gerecht zu werden. Ein Film, der als Ganzes gesehen in sich durchaus schlüssig ist und im Endeffekt einen Sinn macht, nämlich keinen, und durch die angerissenen gesellschaftlich kontroversen Themen auch im Gedächtnis bleibt, dabei aber größtenteils ein Gefühl des Chaos zurücklässt.

Fazit:
Obwohl The Zero Theorem von Terry Gilliam mit Christoph Waltz, Matt Damon und Tilda Swinton hochrangig besetzt ist, schafft es das futuristische Drama über den ängstlichen, mit der Sinnsuche beauftragten Qohen nicht, über einen Status als abstrakter Kunstfilm hinauszureichen. Schöne Bilder – sowohl visuell, als auch in Bezug auf gesellschaftlich allgegenwärtige Themen, wie allen voran eben die Sinnsuche im Leben – werden allemal geboten, dennoch bleibt man als Zuseher innerhalb der Handlung eher verloren. Durch das langsame Voranschreiten der Geschichte kann es dadurch schon mal vorkommen, dass man sich, wie der Protagonist, im Geschehen verliert. Damit zeichnet sich The Zero Theorem hauptsächlich durch seinen Cast und das Potential der Geschichte aus, welches aber in Trash und Chaos eher untergeht.

Wertung:
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