Das Verschwinden der Eleanor Rigby (2014)

OT: The Disappearance of Eleanor Rigby: Them - 123 Minuten - Drama
Das Verschwinden der Eleanor Rigby (2014)
Kinostart: 27.11.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das Verschwinden der Eleanor Rigby

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Es gibt wohl kaum eine Thematik, die so oft im literarischen als auch filmischen Bereich behandelt wurde und nach wie vor wird, wie die der Liebe. Nachdem man sich aber eventuell an den en-masse existenten 0815-Romanzen sattgesehen hat, sind es gerade Geschichten wie Das Verschwinden der Eleanor Rigby von Filmemacher Ned Benson, die das Sujet rund um Anziehung und Herzschmerz durch eine außergewöhnliche Realitätsnähe in gewisser Art und Weise greifbarer machen. So schafft Benson es, der Beziehung seiner beiden Protagonisten eine ehrliche Verletzlichkeit und Authentizität einzuhauchen, wie es sonst wohl nur dem „echten Leben“ gelingt.

Sie schienen einst alles zu haben: Ihre Liebe und die Leichtigkeit des Moments. Doch ein Einschnitt in ihrem Leben ließ ihr Glück brüchig werden, sodass sich Eleanor (Jessica Chastain) und Connor (James McAvoy) mittlerweile vor den Scherben ihrer Ehe sehen. Während sich Eleanor jedoch immer mehr zurückzieht, im Alleingang wieder zu studieren beginnt und sich schließlich ganz von Connor abkapselt, bleibt dieser ratlos und mit seinen Gefühlen alleine gelassen zurück. Doch wie soll er weitermachen? Eleanor suchen und auf sie zugehen oder aber einem, von ihr unabhängigen Lebensentwurf folgen und damit akzeptieren, dass für ihre Liebe ein anderes Schicksal bestimmt ist?

In seinem Regiedebüt versucht sich Benson einerseits an der Verbundenheit, andererseits aber auch an der Zerbrechlichkeit einer Liebe. Durch den Kontrast der glücklichen Szenen der Beziehung von Eleanor und Connor, die die eigentliche Handlung rund um den Bruch spicken, zum gegenwärtigen Geschehen gelingt ihm dies auch. So zeigt er beispielhafte Auszüge aus glücklichen Zeiten des Paares, die trotz oder gerade wegen ihrem banalen Charakter berühren, denn genau in diesen findet man sich als Zuseher wieder. Obwohl sich erst gegen Ende des Films aufklärt, was zum Zerbrechen des Glücks des Ehepaars geführt hat, stellt man die Entscheidungen der Protagonisten nicht in Frage. Benson gelingt es in diesem Sinne, die Tragödie dieses Films als metaphorisches Symbol aufzubereiten, sodass dem Publikum viel Freiraum gegeben wird. Dabei arbeitet der Regisseur mit poetischen Bildern, die die Einfachheit des Moments einfangen und umso mehr in die Tiefe gehen.

Einen großen Anteil an der besonders empathischen Wirkung des Films leistet die herausragende Besetzung. Die zweifach Oscar-nominierte Jessica Chastain, u.a. bekannt für ihre Leistungen in The Help (2011) oder Zero Dark Thirty (2012), überzeugt als Eleanor, die sich aus der Liebesbeziehung zu Connor zurückzieht und ihre Beweggründe hierfür vor allem zu Beginn des Films weitgehend offen lässt. Auch ihr britischer Filmpartner und BAFTA-Award-Gewinner James McAvoy berührt nach Rollen in Wanted (2008) oder X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014) als zurückgelassener Ehemann, der ratlos und scheinbar alleine um seine Liebe kämpft und dabei immer seine Würde behält. Abgerundet wird der Cast durch die ebenfalls zweifach Oscar-nominierte Viola Davis (The Help, 2011), Oscar-Gewinner William Hurt (Der Kuss der Spinnenfrau, 1985) sowie Isabelle Huppert (Liebe, 2012).

Insgesamt überzeugt Das Verschwinden der Eleanor Rigby mit der Darstellung einer Liebesbeziehung auf besonders ehrliche und authentische Weise. Regisseur Benson verzichtet dabei auf übertrieben kitschige oder klischeehafte Darstellungen und vertraut auf die Chemie seiner Darsteller sowie die emotionale Ebene, wodurch ihm eine unaufdringlich bewegende Geschichte gelingt.

Fazit:
Mit seinem Regiedebüt Das Verschwinden der Eleanor Rigby gelingt Regisseur Ned Benson eine berührende Liebesgeschichte, die eben genau das Zerbrechen dieser behandelt und abseits des rosaroten Brillenrandes sehr realitätsnah daherkommt. Die beiden Hauptdarsteller Jessica Chastain und James McAvoy tragen neben dem restlichen, überzeugendem Cast schließlich ihren Teil dazu bei, dass die Geschichte rund um eine Tragödie, die die Liebe zweier Menschen auf die wohl härteste Probe stellt, zwar tiefgehend, aber dennoch auf leichte Art und Weise berührt.

Wertung:
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