The Salvation - Spur der Vergeltung (2014)

OT: The Salvation - 89 Minuten - Drama / Western
The Salvation - Spur der Vergeltung (2014)
Kinostart: 10.10.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Salvation - Spur der Vergeltung

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Der Western lebt! Zumindest auf der Leinwand. Denn nach Hollywoodproduktionen wie „Cowboys vs. Aliens“ und „Django Unchained“, kommt jetzt ein Western aus Dänemark in die Kinos. Klar liegt die große Westernzeit schon längst hinter uns. Die Zeit als die Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand Seite an Seite durch die Prärie ritten. Die Zeit als John Wayne sich durch Texas schoss. Oder als Clint Eastwood als Paradebeispiel für den perfekten Cowboy galt. Doch die Westernfans müssen nicht verzagen. Tarantino hat beeindruckend gezeigt, dass auch in der heutigen Zeit ein Western noch viel Spaß machen kann. Vielleicht ist es notwendig ihn ein wenig zu überspitzen und einiges mit einem Augenzwinkern darzustellen. Doch dies kann vielmehr als Hommage an die damaligen Westernfilmen gesehen werden und keineswegs als Klamauk. Auch Kristan Levrings Western „The Salvation“ erinnert teilweise an Tarantinos Django. Stilsicher erschafft er ein Tribut an den klassischen amerikanischen Western, spart aber im Gegensatz zu Tarantino mit den Dialogen und schenkt dafür seine volle Aufmerksamkeit den atmosphärischen Bildern des Wilden Westen.

Amerika 1871. Sieben Jahre hat der dänische Auswanderer Jon (Mad Mikkelsen) im Schweiße seines Angesichts geschuftet, um sich im Grenzland des Wilden Westens eine bescheidene, aber ehrliche Existenz aufzubauen. Endlich ist die Zeit gekommen, seine Frau Marie und seine elfjährigen Sohn Kresten zu sich nach Amerika zu holen. Doch die Wiedersehensfreude währt nicht lange: Marie und Kresten werden unmittelbar nach ihrer Ankunft von Outlaws ermordet. Jon zögert keine Sekunde mit seiner Rache - und macht sich damit den grausamen Bandenanführer Delarue (Jeffrey Dean Morgan) und die stumme Witwe eines der beiden Killer (Eva Green) zum Feind: Als er auch noch von den Bewohnern seiner Stadt verraten wird, ist Jons Leben keinen Cent mehr Wert…

Schon bei der Anfangsszene ist Kristian Leverings individueller Stil nicht zu übersehen. Gesprochen wird wenig, doch dies stört gar nicht. Ganz im Gegenteil - Die Anfangsszene ist unglaublich spannend und überzeugt mit gnadenloser Härte. Dabei ist die Kutsche der perfekte Ort, um eine dichte Atmosphäre zu erschaffen, in der sich langsam ein unvermeidbares Drama entwickelt, welches den Zuseher in seinen Bann zieht und bei ihm die Hoffnung auf ein cineastisches Spektakel weckt. Dass der Film danach stetig etwas abfällt ist nicht zu leugnen. Vor allem emotional kann keine Szene mehr so fesseln und aus einem spannenden Drama, wird ein kühler, Westernrachefeldzug, der aber trotzdem größtenteils zu überzeugen weiß.

Man merkt Levring die Liebe zum Western deutlich an. Dialoge braucht es nicht viele. Er legt sein ganzes Augenmerk auf die Atmosphäre. Mit lauten Gitarrenklängen, auffällig großen Nahaufnahmen der Protagonisten, beeindruckend gefilmter Landschaft und perfekt getimten Schnitten, lädt er den Zuseher in seine eigene Cowboywelt ein. Eine Welt in der Öl aus dem Boden schwappt und nur wenige schon eine Ahnung haben, dass dieser Rohstoff später einmal sehr wertvoll sein könnte. Eine Welt in der Bürger einer kleinen Stadt, keine Mittel wissen um sich vor dem grausamen Cowboy Delarue zu schützen. Und eine Welt in der Bürgermeister und Priester, schon mal mehrere Schafe opfern, um die Herde zu schützen, dabei aber in Wahrheit nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben.

Dass dabei nur wenig Zeit für die Charaktere übrig bleibt, ist zu verkraften. Zwar kann der Film dadurch emotional nicht groß punkten, aber trotzdem gelingt es, mittels starken Cast, Spannung aufzubauen. Mads Mikkelsen (Die Jagd, Casino Royale) überzeugt als knallharter Held mit weichen Kern, genauso wie Eva Green (Dreamers, 300: Rise of an empire), als stumme und vielgescholtene Frau, die sich gegen ihren boshaften Schwager nicht länger unterdrücken lassen möchte. Das Highlight ist aber Jeffrey Dean Morgan (Watchmen), der in seiner Rolle als Bösewicht richtig aufgeht und es schafft, dass der Zuseher großen Spaß daran hat, ihn zu hassen. Wie gesagt, kommt der Film mit wenigen Dialogen aus. Was auch gut ist, wenn man sich mit dem wenig Gesprochenen näher beschäftigt. Hier bekommt man Klischeesprüche und nicht gerade selten zum Schmunzeln einladende Aussagen geboten. Aber irgendwie macht das auch den Charme des Filmes aus.

Fazit:
Wer sagt, dass aus Skandinavien kein guter Western kommen kann? Levring beweist uns das Gegenteil. Mit einem charmanten Stil, spektakulären Bildern und einem gut gelaunten Staraufgebot, bietet er uns einen unterhaltsamen Rachefeldzug und eine liebevolle Hommage an den frühen amerikanischen Western.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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