Attention, a Life in Extremes (2014)

OT: Attention, a Life in Extremes - 90 Minuten - Dokumentation
Attention, a Life in Extremes (2014)
Kinostart: 26.09.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Attention, a Life in Extremes

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Sascha Köllnreitner beschäftigt sich in seinem 2014 erschienen, von Adrialpe Media produzierten Dokumentarfilm „Attention – A Life in Extremes“ intensiv mit drei verschiedenen Extremsportarten und den damit zusammenhängenden Motiven, Zielen und Risiken. Dabei begleitet die Filmcrew den Wingsuit-Flieger Halvor Angvik, den Apnoe-Taucher Guillaume Néry, sowie den Extremradfahrer Gerhard Gulewicz unter außergewöhnlichen Verhältnissen auf ihren Abenteuern bis hin zu ihren internationalen Wettkämpfen. Atemberaubende Aufnahmen werden mit packender Musik (von Anna Müller) untermalt und in den Off-Kommentaren der Sportler werden ihre persönlichen Geschichten von Erfolg, aber auch vom Scheitern und an die eigenen Grenzen gehen erzählt.

Die persönliche Note wird zusätzlich dadurch verschärft, dass wir als Zusehende die Protagonisten beispielsweise bis nach Hause in ihre eigenen vier Wände begleiten dürfen oder auch ihre nahestehenden Familienmitglieder kennen lernen. Wie aus Puzzlesteinen setzt sich so das persönliche Profil jedes einzelnen der drei Sportler in unseren Köpfen zusammen, wir beginnen mit ihnen zu sympathisieren und bei ihren Wettkämpfen mitzufiebern.

Kameramann Viktor Schaider hat für diesen Dokumentarfilm Aufnahmen eingefangen, die ihresgleichen suchen. Vor allem die Flug- und Unterwasseraufnahmen sind spektakulär. Zusätzlich stellte Julie Gautier, ebenfalls Apnoe-Taucherin und mit Néry liiert, beeindruckende Unterwasseraufnahmen ihres Kurzfilms „Narcose“ zu Verfügung, welche gekonnt in den Filmkontext eingebettet wurden. Angereichert wird der Film durch Kommentare der WissenschaftlerInnen Ines Geipel, Bruno Dürrer, Luc Le Vaillant, Franck Seguin, Konrad Paul Liessmann und Manfred Spitzer - alle ExpertInnen in ihren unterschiedlichen Gebieten als Universitätsprofessorin, Neurologe, Unfallmediziner, Philosoph, Feuilleton-Chef und Chef eines Sportmagazins.

Der Film verherrlicht nichts, im Gegenteil, es werden ebenso die damit verbundenen Risiken gezeigt. Die Kamera schwenkt beispielsweise über von der Sonne beleuchtete Grabsteine, auf denen die Namen von Wingsuit-Fliegern zu lesen sind, die ihr Abenteuer nicht überlebt haben. Doch wie Angviks persönliche Geschichte offenlegt: im Endeffekt kann nicht gesagt werden, ob es gefährlicher ist morgens in die Arbeit oder etwa Wingsuit-Fliegen zu gehen.

Zudem knüpft der Film an ein zeitgenössisches Problem an: es wird immer schwieriger eine Auszeit zu finden, nicht erreichbar zu sein und sich nicht vom grauen Alltag einholen zu lassen. Menschen gehen ferngesteuert durch die Stadt, reden mit niemandem, schauen einander nicht mehr in die Augen, sondern starren lieber die Wand vor ihnen an. Der Wunsch dem auszuweichen, einmal für kurze Zeit abzuschalten und aus dem System auszubrechen, genau das ist es was diese drei Extremsportler vorantreibt.

Fazit:
„Attention – A Life in Extremes“ ist ein 90-minütiger, österreichischer Dokumentarfilm, der durch seine gelungene Synergie von atemberaubenden Bildern, fesselnder Musik, spannendem Inhalt und charismatischen Protagonisten ein Muss für SportlerInnen und Dokumentarfilmfans ist. Ein Film, den man im Kino nicht verpassen sollte.

Wertung:
9/10 Punkte
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