Die Karte meiner Träume (2013)

OT: The Young and Prodigious T.S. Spivet - 105 Minuten - Abenteuer / Drama / Familie
Die Karte meiner Träume (2013)
Kinostart: 08.08.2014
DVD-Start: 12.12.2014 - Blu-ray-Start: 12.12.2014
Will ich sehen
Liste
21294
Bewerten:

Filmkritik zu Die Karte meiner Träume

Von am
Jean-Pierre Jeunet beschäftigt sich in seinem 2013 gedrehten Film „Die Karte meiner Träume“ (Originaltitel: „The Young and Prodigious T.S.Spivet“) mit der Reise des jungen, erst 10 jährigen Erfinders T.S. Spivet. Der Film basiert auf der 2009 erschienenen Romanvorlage „The Selected Works of T.S. Spivet“ von Reif Larsen.

T.S. Spivet (Kyle Catlett) ist ein Wunderkind, das auf einer abgelegenen Ranch am Land lebt und eine sehr außergewöhnliche Familie hat. Seine Mutter, Dr. Clair (Helena Bonham Carter), ist eine kuriose Insektenforscherin, die sich mit seltenen Käferarten beschäftigt. Sein Vater (Callum Keith Rennie) hingegen sieht sich als Cowboy einer längst vergangenen Zeit und zelebriert den Western-Kult. T.S. Spivet hat noch eine ältere Schwester namens Gracie (Niamh Wilson), welche Miss America werden möchte und das Leben auf der abgeschiedenen Ranch hasst. Zudem hatte er einen Zwillingsbruder, Layton (Jakob Davies), der seinem Vater sehr ähnlich war und vor einem Jahr bei einem tragischen Unfall mit einem Gewehr ums Leben kam, wofür sich T.S. die Schuld gibt. Der Vorfall wird in der Familie jedoch totgeschwiegen. Die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder untereinander werden im Film häufig thematisiert, da die Geschichte in einem Voice-Over von T.S. Spivet selbst erzählt wird.

Eines Tages kommt ein Anruf von G.H. Jibsen (Judy Davis), einer Mitarbeiterin der Smithsonian Institution, die ihm einen Preis für T.S. eingeschickte Erfindung eines Perpetuum mobile verleihen und persönlich übergeben möchte, nicht davon in Kenntnis gesetzt, dass es sich bei S.T. Spivet um einen kleinen Jungen handelt. T.S. beschließt sich dennoch auf die Reise nach Washington zu begeben um den Preis selbst entgegen zu nehmen. Aus Angst jemand könnte ihn davon abhalten, verrät er es niemandem und macht sich heimlich aus dem Staub.

Auf seiner abenteuerlichen Reise trifft er viele Menschen und entkommt geschickt Polizisten und Zugschaffnern. Immer wieder begleitet ihn die Halluzination seines toten Bruders Layton, mit welchem er auch lange Gespräche führt und herumalbert. Erst als T.S. in eine städtische Umgebung kommt, wird den Zusehenden klar, dass die ganze Geschichte in der Gegenwart stattfindet und nicht, wie anfangs angenommen, vor längerer Zeit: denn es gibt Digital Kamers und Talk Shows, Starrummel und alles andere, das es auf der Ranch, auf der T.S. aufgewachsen ist, nicht gab.

Gegen Ende des Films wird vor allem das in T.S. schlummernde Trauma aufgrund des Todes seines Zwillingsbruders und den damit zusammen hängenden Schuldgefühlen, sowie die Ausbeutung durch die Medien deutlich. T.S. Eltern entpuppen sich als die Retter in der Not, was den Familienzusammenhalt stärkt und dazu führt, dass erstmals gemeinsam über den Tod des Bruders gesprochen wird.

Der Film selbst ist mit einer Menge an Fantasiesequenzen angereichert, die beispielsweise Erscheinungen von nicht anwesenden Personen darstellen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Zeitsprüngen, was den chronologischen Ablauf des Films erschwert und erst gegen Ende Sinn macht. Animierte Zeichnungen und 3D-Effekte werden im Laufe des Films häufig eingeblendet und die Farben sind zudem kräftiger als in anderen Produktionen, was dem Film eine Art Traumhaftigkeit verleiht.

Auf der 39. César-Verleihung wurde „Die Karte meiner Träume“ für die „beste Kameraarbeit“ ausgezeichnet.

Fazit:
Bei „Die Karte meiner Träume“ handelt es sich um einen märchenhaften Film, der zugleich ein trauriges Thema behandelt - den Tod eines geliebten Familienmitgliedes und den schwierigen Umgang damit - sowie die Stärke und Intelligenz eines kleinen Jungen hervorhebt, der hoch hinaus möchte.
Die Geschichte ist an sich nicht wirklich spannend und doch liebevoll und packend erzählt. Gut umgesetzt und mit hochkarätigen SchauspielerInnen besetzt, zählt der Film zu einer der besseren Romanverfilmungen. Für LiebhaberInnen des Romans ein Muss, für alle anderen, die sich einmal eine andere Art der Erzählung wünschen, durchaus empfehlenswert.

Wertung:
7/10 Punkten
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
100%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!