Maps to the Stars (2014)

OT: Maps to the Stars - 111 Minuten - Drama
Maps to the Stars (2014)
Kinostart: 12.09.2014
DVD-Start: 03.03.2015 - Blu-ray-Start: 03.03.2015
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Filmkritik zu Maps to the Stars

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Von wegen Satire, so Cronenberg in Cannes: sein neuer Film, der Wettbewerbsbeitrag „Maps to the Stars“, sei doch eine Dokumentation, „basierend auf Fakten, nichts als Fakten“. Und tatsachlich: Die Figuren und miteinander verwobenen Episoden, die er hier vom Reißbrett skizziert, haben wir so schon oft in jeder zweiten Privat-Sender-Doku erlebt: Die Schönheits- und Jugendbesessenheit der Industrie und wie sie sich auf erbarmenswerte Individuuen schlägt, sie mit Mordlust nährt und gar hässliche Dinge tun lässt – in Sendungen wie „Sternchen, Stars und Superpsychos“ haben wir längst davon gehört. Auch ist David Cronenbergs grundsätzlich satirische Annäherung an Hollywood nicht neu; diese Verfilmung eines Romans nach Bruce Wagner (der hierfür auch das Drehbuch schrieb), kommt Jahrzehnte nach einer ganzen Welle zynischer Hollywood-Satieren in den 70ern und 1980er-Jahren. Vielleicht wäre ein Cronenbergfilm zu diesem Thema in jener Zeit auch radikaler geraten als nun: Denn obwohl er den Blick in den Abgrund nicht verstellt, erschrickt uns die Aussicht wenig. 


Gier und Geld regiert und Substanz zählt nur, wenn sie sich in gewissen Körperteilen befindet. Wahnsinn ist die neue Norm, und wer nicht mindestens ein Psychotrauma aufweisen kann, ist so was von langweiliger Unterdurchschnitt. Da passt es gut, dass Schauspielerin Julianne Moore selbst (ganz wörtlich) eine große Oberlippe riskieren kann, wie sie hier die alternde Aktrice Havana spielt, die in einem Film über sie und ihre Mutter nicht etwa selbst spielen darf, sondern von einer Jüngeren ersetzt werden soll. 
Moore wurde für ihre hysterische Interpretation einer pathetisch sich anbiedernden Leistungsdienerin gerade in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet – aber Mia Wasikowska steht ihr in diesem Film um nicht viel nach: Nach Jahren der (zunächst nicht näher erklärten) Abwesenheit kehrt sie aus Florida nach Los Angeles zurück, um ihre Eltern (John Cusack und Olivia Williams) zu besuchen, die in Wahrheit Bruder und Schwester sind und ihr die inzestuöse Neigung mit in die Wiege gelegt haben. Besessen ist sie nämlich von ihrem kleinen Bruder, einer Mischung aus Macaulay Culkin und Justin Bieber, und mit seinen 13 Jahren bereits ein Mega-Kinderstar. Bis er einen Konkurrenten erwürgt. 


Krasse Wendungen liegen bei Cronenberg charakteristisch immer sehr nahe; hier führen sie allerdings meist ins Leere. Apropos leer: Robert Pattison ist wie in Cronenbergs vergangenem Film „Cosmopolis“ wieder dabei – und zwar wieder in einer Limousine. Er darf/muss/kann dort auch wieder Sex haben. Genau: Hollywood ist echt die Hölle. // Alexandra Zawia

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Erstellt: 01.10.2012