Mistaken for Strangers (2013)

OT: Mistaken for Strangers - 75 Minuten - Dokumentation / Komödie / Musik
Mistaken for Strangers (2013)
Kinostart: 15.08.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Mistaken for Strangers

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Die Indie-Rockband „The National“ ist wohl eine der aktuell angesagtesten Bands des Genres, die nicht nur in Amerika große Konzerthallen mit Leichtigkeit zu füllen vermag. Die Band setzt sich aus den zwei Brüderpaaren Aaron bzw. Bryce Dessner und Scott bzw. Bryan Devendorf, sowie dem Sänger Matt Berninger zusammen. Tom Berninger - der Bruder von Matt - ist zwar kein Bestandteil der Band, er ist jedoch der Regisseur der Dokumentation „Mistaken For Strangers“. Tom Berningers bisherige Erfahrungen im Filmbereich beschränken sich auf Horror-Action-Filme mit Titeln wie „From the Dirt Under His Nails“ bzw. „Wages of Sin“ und beinhalten meist amoklaufende Protagonisten.

Tom wird von Matt auf eine Welt-Tournee der Band mitgenommen und hat sich in den Kopf gesetzt eine Dokumentation über die Band zu drehen. Dabei beginnt er scheinbar mehr oder weniger ziellos mitzufilmen, um sein chaotisch anmutendes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Tom vernachlässigt seinen Job als Assistent des Tourmanagers und feiert lieber die Nächte durch, als durch das nötige Verantwortungsbewusstsein zu überzeugen. Das führt in weiterer Folge dazu, dass er gefeuert wird und die Aufnahmen für seinen Film über die Band frühzeitig beenden muss. Nun steht er vor der Herausforderung aus der großen Fülle des Materials irgendwie einen brauchbaren Film zu machen.

Der Film von Tom Berninger ist keine typische Rock-Doku über die Band „The National“, die bloß das (Tour-)Leben - angereichert mit Live-Auftritten der Band - schildert. Auch wenn es zunächst so scheint, wandert im Laufe des Films der Fokus von der Band hinüber zu Tom Berninger selbst und seinem Versuch diese Dokumentation zustande zu bringen. Der gelegentliche Sprung auf die Metaebene gibt dem Zuschauer einen Einblick in die Entstehung des Films und zeigt gleichzeitig den persönlichen Kampf des Regisseurs, das gesammelte Material zu einem interessanten Film zusammenzufügen.

Es werden hier Szenen gezeigt, die dem Zuschauer in Dokumentationen normalerweise bewusst vorenthalten werden, wie die Aufforderung zum Einnehmen bestimmter Posen oder etwas „für die Kamera“ zu machen. Dadurch büßt der Film aber nichts von seinem Momentum ein, sondern steigert die Authentizität der Aufnahmen sogar noch. Der Film entwickelt sich mehr und mehr zu einem persönlichen Porträt eines - an sich selbst zweifelnden - Filmemachers, der schon immer im Schatten seines berühmten Bruders stand und Probleme damit hat, angefangene Dinge zu Ende zu bringen. Tom muss auf seinem Weg einige Rückschläge hinnehmen, was ihm - ohnehin schon am Rande des Aufgebens - nur durch die Hilfe seiner Familie zu gelingen scheint, die nicht müde wird, ihn immer wieder aufzubauen.

Tom Berninger schafft es, gemeinsam mit Carin Besser (Matt Berningers Frau), im Schneideraum aus den etwa 200 Stunden Rohmaterial einen knapp 75-minütigen Dokumentarfilm zu formen, der im Stande ist den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und die Entstehung des Films in einer aufrichtigen, mitfühlenden aber auch witzigen Art zu schildern, ohne dabei gänzlich auf die Wucht der Live- Aufnahmen der Band zu verzichten oder Gefahr aufzulaufen sich in Toms Selbstbemitleidung zu verlieren. Das Hin- und Herspringen zwischen der Erzählebene und den Band-Aufnahmen unterbricht dabei nie den Erzählfluss des Films und führt im schlimmsten Fall dazu augenblicklich ein Konzert der Band besuchen zu wollen. Der Soundtrack des Films besteht mit wenigen Ausnahmen ausschließlich aus Liedern der Band, die dem Film eine melancholischere Aura einhauchen und damit die Stimmung des Films sehr gut zu untermalen verstehen.

Fazit:
„Mistaken For Strangers“ ist nicht nur ein äußerst sehenswerter und erfrischend unkonventioneller Film über die Band „The National“, sondern auch eine Geschichte über Familie, zwei sehr unterschiedliche Brüder und nicht zuletzt ein intimes Porträt des Regisseurs Tom Berninger, auf der Suche nach sich selbst. Kurz gesagt: Ein Must-See für „The National“-Fans, aber auch für alle anderen ein klare Empfehlung.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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