Fascinating India 3D (2014)

OT: Fascinating India 3D - 91 Minuten - Dokumentation
Fascinating India 3D (2014)
Kinostart: 13.06.2014
DVD-Start: 31.10.2014 - Blu-ray-Start: 31.10.2014
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Filmkritik zu Fascinating India 3D

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Simon Busch zeigt in seinem 2013 gedrehten 3D-Film „Fascinating India 3D“ ein Land, das schon viele in seinen Bann gezogen hat: Indien. Vor allem die spirituelle Seite Indiens wird darin den Zusehenden näher gebracht, sowie Einblicke in den Alltag und Trubel der Städte.

„Fascinating India 3D“ ist ein Dokumentarfilm, der vor allem mit seinen ausdrucksstarken Bildern begeistert und am Rande mit einer angenehmen Erzählstimme (Sebastian Lohse) die Kultur und die Geschichte Indiens näher bringt. Dabei stehen aber vor allem Bauten, Paläste und Gräber, sowie religiöse und spirituelle Pilgerstätten im Vordergrund. Angereichert werden diese Bilder durch Impressionen aus dem Alltagsleben in den Städten: viele Tuktuks drängen sich mit unfassbar vielen Menschen, Kühen, Hunden und anderen Tieren auf den engen Straßen, die Hitze wird fast spürbar. Gezeigt wir das bunte Treiben auf den Märkten, der Verkauf und die Zubereitung von indischen Gerichten und der Handel mit bunten Stoffen und Kleidern. Dies gipfelt in dem ausdrucksstarken Bild eines Schweins auf einem Müllhaufen, der im Gegensatz zu prunkvollen majestätischen Prachtbauten, auch die Armut des Landes aufzeigt.

Die Stille der menschenleeren Paläste aus früheren Zeiten steht dabei dem hektischen und lauten Treiben in den Städten gegenüber. Musikalisch werden die spirituellen Orte mit ehrfurchtgebietender Musik untermalt, wodurch die Zusehenden sofort in die richtige Stimmung versetzt werden. Deutlich wird, dass in diesem Land Religion und Spiritualismus omnipräsent sind und alle Winkeln und Gassen, Menschen und Tiere erfassen.

Die beeindruckenden Aufnahmen des Films (Kameramann: Alexander Sass) können mit einem gekonnten Spiel von Schärfe und Unschärfe überzeugen, zudem gibt es fesselnde Nachtaufnahmen im Zeitraffer. Tiere, wie Tiger und Elefanten wurden aus nächster Nähe gefilmt und sind durch den 3D-Effekt zum Greifen nahe. Durch die 3D-Aufnahmen wirkt es als würde man selbst durch die Gassen schlendern, die Paläste besuchen und eine Weile in diesem faszinierenden Land verbringen. Für das Auge dabei nicht erfassbar sind die in nächster Nähe der Kamera vorbei gehenden Personen, welche eine Art Schwindelgefühl erzeugen, da diese wenn man auf den Hintergrund fokussiert ist, überraschend plötzlich und sehr unscharf das Bildfeld durchqueren. Hier gibt es definitiv noch Verbesserungspotenzial im 3D-Bereich.

Dass wir es hierbei mit einer völlig anderen Kultur zu tun haben, wird beispielsweise durch die schockierenden Bilder der Leichenverbrennungen in Varanasi deutlich: Brennende Scheiterhaufen, aus denen Köpfe und Füße herausragen sind zutiefst verstörend. Den Zusehenden wird unweigerlich klar, dass hier ein ganz anderes Verhältnis zu dem Tode besteht. Auch die Aufnahmen des überdimensional großen religiösen Festes, dem Kumbh Mela, zu dem 35 Millionen Menschen auf engstem Raum pilgern um sich im Ganges zu waschen, sind überaus beeindruckend.

Auf der einen Seite ist der Dokumentarfilm „Fascinating India 3D“ völlig unkritisch, hinterfragt nichts, sondern zeigt nur aneinander gereihte Impressionen aus Indien, welche jedoch sehr selektiv ausgewählt wurden. Zum anderen urteilt der Film dadurch auch nicht, sondern schafft es sehr einfühlsam eine fremde Kultur abzubilden, deren Teil er nicht ist. Fragwürdig bleibt dennoch bis zuletzt, inwiefern es vertretbar ist heilige Orte der Hindus wie die Grabverbrennungen in Varanasi, das spirituelle Waschen im Ganges oder das Kumbh Mela aus nächster Nähe zu filmen und so zur Schau zu stellen. Den durchdringenden Blick des alten Mannes mit dem langen weißen Bart am Ende des Films kann wohl jede/r für sich selbst deuten.

Fazit:
Der Dokumentarfilm „Fascinating India 3D“ bringt Menschen, die sich für das Land interessieren die fremde Kultur ein Stückchen näher. Beeindruckende Aufnahmen werden mit interessanten Hintergrundinformationen bereichert. Für Indien-Kenner/in ist der Film vermutlich jedoch weniger spannend, da der eigene Eindruck ohne die selektive Auswahl des Regisseurs und des Kameramanns, vermischt mit den duftenden Gerüchen der Gewürze und der spürbaren Hitze auf der Haut immer noch mehr zählt als die beste 3D-Aufnahme. Dennoch, für alle die Indien besser kennen lernen möchten und dafür im eigenen Land bleiben wollen, ist der Film durchaus eine gute Möglichkeit.

Wertung:
7/10 Punkte
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