Hitman

OT: -  100 Minuten -  Action
Hitman
Kinostart: 14.12.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
2116
Bewerten:

Videospielfans hatten es in den letzten Jahren nicht unbedingt leicht. Denn obwohl es immer mehr Verfilmungen ihrer geliebten Games in die Kinos schafften, ließen die Ergebnisse doch zu wünschen übrig. So wurden aus großartigen Spieleserien, höchstens mittelmäßige bis schlechte Filme, und eine ganz und gar gelungene Spieleumsetzung lässt bis dato noch auf sich warten. Im langsam ausklingenden Jahr 2007 versucht sich nun auch Luc Besson an einer neuen Umsetzung: Der erfolgreiche und beliebte Stealth-Shooter Hitman ist an der Reihe, und ließ zumindest Raum für Hoffnungen, hatte Luc Besson ja bereits mit Léon - Der Profi bewiesen, dass er in der Lage ist einen großartigen Film über einen Auftragsmörder zu inszenieren. Doch für Hitman nahm der Starregisseur nicht am Regiestuhl platz, sondern war nur als Produzent tätig. Schade, denn wenn er den Film inszeniert hätte, dann wäre das Ergebnis zweifellos besser geworden.

Agent 47 (Timothy Olyphant) darf sich zu den besten Auftragsmördern dieser Welt zählen. Von Geburt an wurde er nur für diese Aufgabe trainiert, und dementsprechend ist sein Mitleid nicht gerade ausgeprägt. Doch sein neuster Auftrag ist selbst für diesen abgebrühten Killer etwas Neues: Er soll den russischen Präsidenten Mikhail Belicoff (Ulrich Thomsen) umbringen. Doch der Auftrag entpuppt sich als Falle, und bald schon sieht sich Nummer 47 selbst gejagt. Doch was noch merkwürdiger ist, ist dass er sich sicher ist den Präsidenten mitten in den Kopf getroffen zu haben, aber dennoch hat dieser am nächsten Tag einen öffentlichen Auftritt, und scheint von der Kugel nur gestreift worden zu sein. Doch eigentlich schießt 47 nie daneben. Zusätzlich verkompliziert wird die Lage, als er sich um die Augenzeugin Nika (Olga Kurylenko) kümmern soll, aber es wegen seinen sentimentalen Gefühlen für sie nicht schafft...

Basierend auf dem vierteiligen Eidos Erfolgsspiel Hitman, kommt der Film nun also mit einer relativ großen Fangemeinde im Rücken, in die Kinos. Dabei fällt sehr früh auf, dass der Film kaum etwas mit dem gewohnten Bild einer Spieleverfilmung gemeinsam hat. Überraschend ist sogar, dass man es sich traut eine durchaus politische Story zu erzählen, die sich zur Gänze auf das gute alte Feindbild Russland stürtzt. Wenn man dieses Szenario ausnützt gibt es natürlich einige Dinge, die auf keinen Fall fehlen dürfen: Dies sind ein abgebrühter Held, eine wunderschöne Heldin und ein Haufen schmieriger Agenten, die sich ihnen an die Fersen heften. Und all dies ist fixer Bestandteil von Hitman.

Dennoch sollten die Erwartungen nicht allzu sehr in die Höhe geschraubt werden. Denn jeder, der hier mit einer wirklich durchdachten Story rechnet, der kann nur enttäuscht werden. Denn obwohl Hitman viele gute Ansätze hätte, verschwendet der Film keine Zeit um sie auszunützen. Im Vordergrund steht die temporeiche Umsetzung, und selbstverständlich nicht gerade wenig Action. Überraschenderweise wurde gar nicht maßgeblich versucht die Auftragsmörderthematik der Spielereihe maßgeblich zu entschärfen. Nummer 47 ist ein kaltblütiger Mörder, und so wird er auch gezeigt, was zu einigen durchaus brutalen Szenen führt, bei denen er nicht einmal wehrlose Gegner verschont. Dieser Ansatz ist insofern sehr erfrischend, da man dies in einem Hollywoodfilm so nicht erwartet hätte.

Weiters ist es offensichtlich, welch prominentes Vorbild sich Hitman genommen hat: Die Bourne Trilogie. Das Bourne Ultimatum hatte es ja dieses Jahr virtuos vorgemacht, wie man aus dem Spionagegenre das Maximum herauskitzeln kann. Selbstredend ist Hitman von der Klasse des dritten Bourne Films meilenweit entfernt. Man versucht schon fast krampfhaft die virtuos inszenierten Verfolgungsjagden zu kopieren, und setzt dementsprechend sehr auf Wackelkameraszenen, die ausgesprochen hektisch geschnitten sind. Doch obwohl das Ergebnis weit hinter der Bourne Trilogie zurückbleibt, machen die Actionszenen dennoch Spaß.

Ursprünglich sollte ja Vin Diesel in die Rolle von Nummer 47 schlüpfen, aber als dann bekannt wurde, dass Timothy Olyphant den beliebten Auftragsmörder spielen sollte, waren die Reaktionen nicht gerade begeisternd. Die ersten Bilder aus dem Film, und der erste Trailer konnten daran auch wenig ändern, doch zumindest in diesem Punkt kann man Entwarnung geben: Timothy Olyphant ist ein wirklich guter Hitman, der seiner Rolle gerecht wird, aber perfekt ist er leider nicht. Denn diese Figur ist leider alles andere als ein klassischer Sympathieträger, und obwohl man diesen Ansatz durchaus verstehen kann, ist Nummer 47 doch immerhin ein Auftragsmörder, ist es dennoch für einen Film nicht gerade förderlich. Aber zumindest die Ambivalenz der Figur kann Olyphant großteils glaubhaft darstellen, wenngleich sich seine fehlenden Sympathiewerte doch störend auswirken.

Abgesehen von Timothy Olyphant gibt es noch zwei weitere Darsteller, die an dieser Stelle erwähnenswert sind: Dies ist zum einen Dougary Scott, der auf der Leinwand am charismatischsten und präsentesten wirkt, und zum anderen ist dies das wunderschöne, ukrainische Model Olga Kurylenko. Zwar beschränkt sich ihre Rolle auf die des klassischen Eye Candys, aber dies macht sie so gut, dass sie ganz einfach die Leinwand für sich einnimmt. Unterstrichen wird dies noch dadurch, dass sich die Filmemacher für den überraschenden Ansatz entschieden haben ihren Blickfang ausserordentlich freizügig, und lasziv erotisch zu inszenieren, was in Amerika ja nicht gerade üblich ist. So kommt es zu einigen pikanten Nacktszenen, die vor allem den männlichen Zusehern sehr zusagen werden. Kombiniert mit der mangelnden Erfahrung und Einfühlsamkeit von Nummer 47 sorgen diese Szenen für einige höchst amüsante, romantische Szenen.

Hitman ist im Großen und Ganzen ein grundsolider Actionfilm, der es zwar nie schafft wirklich zu überzeugen, der aber dennoch angenehm kurzweilig bleibt, und der in Windeseile verfliegt. Dennoch bleibt nicht umhin zu sagen, dass sich die Inszenierung höchstens auf solidem Niveau bewegt, und die Aufmachung ist ausschließlich gewöhnliches Hollywoodmaterial. Die Bilder haben, um es salopp auszudrücken absolut nichts besonderes, sondern alles erinnert nur an das bereits bekannte. Somit wird aus Hitman ein mittelmäßiger Film, der zwar unterhaltsam ist, der aber auch in keiner Sekunde etwas aussergewöhnliches darstellt. Klassischer Durchschnitt eben.

Fazit:
Jeder der den Film im Vorfeld bereits als stockdummes Actionfest abgestempelt hat, der muss wohl im nachhinein etwas von seiner Meinung abweichen. Denn in Ansätze erzählt Hitman sogar soetwas wie eine richtig interessante Story. Schade ist nur, dass man sich bald schon ausschließlich auf die, höchstens durchschnittliche, Action konzentriert, und alles andere in den Hintergrund rückt. Zwar hat man sich bei den Verfolgungsjagden sehr bei der Bourne Trilogie inspirieren lassen, doch diesen Vergleich wollen wir auch schon wieder fallen lassen, denn von diesen Filmen ist Hitman meilenweit entfernt. Männliche Kinogänger könnten sich dennoch am Film erfreuen, denn abgesehen von den etwas abgenutzten Actionszenen, sorgt vor allem die wunderschöne Olga Kurylenko für optische Reize. Besser als durchschnittlich wird der Film deswegen allerdings auch nicht.

Fazit:
5/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 11
10 /10
18%
9 /10
0%
8 /10
18%
7 /10
0%
6 /10
36%
5 /10
9%
4 /10
18%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Déjà Vu
Spider-Man
Transporter 2
Rocky 3
Die Insel
Shooter
Face Off
Rush Hour 2
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015