Verwünscht

OT: -  108 Minuten -  Märchen / Romantik
Verwünscht
Kinostart: 20.12.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Verwünscht

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Die klassischen 2-D Zeichentrickfilme, wie sie in früherer Zeit als ungefährdete Kassamagneten auf den Markt geworfen werden konnten, und vor allem dem Disney Konzern Millionen in die Taschen gespült haben, sind langsam aber sicher am aussterben. Die neuen Könige des Genres sind, die in jeder Hinsicht brillanten, 3-D Meisterwerke von Pixar. Da Ratatouille von Pixar allerdings bereits im Oktober auf den Markt geworfen wurde, bleibt dem Studio mit der Maus noch das lukrative Weihnachtsgeschäft übrig. Mit Verwünscht wagen sie es nun sogar von alten Werten abzuweichen, und sich stellenweise über den eigenen Kitsch lustig zu machen. Doch leider macht der Film dies zu unkonsequent, und gibt sich am Ende genau dem Kitsch hin, den er zu Beginn noch durch den Kakao gezogen hat.

Die wunderschöne Prinzessin Giselle (Amy Adams) lebt ein Leben wie aus dem Märchenbuch. Kein Wunder, wohnt sie doch auch im Zuckerland Andalasia, wo sie auch ihren Traumprinzen Edward (James Marsden) kennenlernt. Seine böse Stiefmutter Narissa (Susan Sarandon) ist allerdings mit der neuen Mitkonkurrentin um den Thron alles andere als zufrieden, und so nützt sie den Hochzeitstag der beiden, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Mit Hilfe eines magischen Brunnens schickt sie Giselle in unsere Welt, genauer gesagt nach New York. Dort muss sie nun lernen, dass alles etwas anders ist als im Märchenland, doch bald schon findet sie den netten Robert (Patrick Dempsey) und seine kleine Tochter Morgan (Rachel Covey), die ihr behilflich sind. Sie bringt das Leben der beiden gehörig durcheinander, doch so richtig kompliziert wird alles erst, als Edward in Manhatten auftaucht, um seine Geliebte zu finden...

Der Anfang sieht noch so aus, wie man es von unzähligen Disneyfilmen gewohnt ist: In einer knallbunten Märchenwelt, voll sprechender Tiere, Monster und bösen Stiefmütter trifft die wunderschöne Prinzessin, auf den ebenso wunderschönen Prinzen. Von den gewöhnlichen Problemen unserer Welt ist in Andalasia nichts zu sehen: Hier sind die Menschen einfach gestrickt, und wenn man ineinander verliebt ist, dann kann man problemlos am nächsten Tag heiraten, denn man muss weder mit Eifersucht, noch Zorn, oder sonstigen Problemen klar kommen. In Andalasia ist alles perfekt.

Speziell in dieser Anfangssequenz zieht Disney wirklich alle Register, um den Zuseher in eine kitschige Märchenwelt zu versetzen. Doch dass dies seine Gründe hat, wird uns später noch klar werden. Denn entgegen den gängigen Klischees, beginnt der Film in Folge seine kitschigen Mauern etwas zu demontieren, und macht sich über die Mechanismen des Disney Imperiums lustig. Denn wenn Giselle versucht im realen New York genauso zu leben, wie im Märchenland, dann ist stets eine gehörige Portion Ironie zu spüren. Besonders eindrucksvoll wird dies zum Beispiel gezeigt, wenn Giselle nicht mehr putzige Häschen zu Hilfe eilen um den Haushalt auf Vordermann zu bringen, sondern plötzlich Kakerlaken, Tauben und Ratten aufkreuzen.

Auch ist es höchst amüsant zu sehen, wie die zynischen New Yorker auf die durchgeknallten Märchenfiguren reagieren. Doch dieser ironische Tonfall wird wohl nur für die erwachsenen Begleiter spürbar sein, und die Kinder bekommen klassische Disney-Unterhaltung auf solidem Niveau geboten. Auch haben es sich die Macher nicht nehmen lassen genügend Anspielungen auf frühere Disney-Werke einzubauen. Sei es die sehr an Cinderella erinnernde Szene mit den Tieren zu Beginn, oder die an Die Schöne und das Biest angelehnte Ballszene.

Natürlich sind abseits von den neuen, ironischen Tönen, auch die klassischen Disneywerte sehr gut in den Film eingebaut worden. Die Musicalnummern sind pompös inszeniert, knallig und bunt gestaltet, und die Musikstücke erweisen sich als wahre Ohrwürmer. Wie man es eben auch schon früher von Disney kannte. Von der Klasse eines Der König der Löwen, oder anderen Disney Klassikern, ist Verwünscht zwar ein Stück entfernt, aber dennoch bleibt alles auf solidem Niveau. Auch die Darsteller scheinen viel Spaß an ihren, köstlich klischeebeladenen, Rollen gehabt zu haben. Besonders James Marsden, als genial dümmlicher Prinz bleibt in Erinnerung, aber auch Susan Sarandon scheint Freude an ihrer, leider etwas zu kleinen, Rolle zu haben. Schließlich bleibt noch der aus Grey's Anatomy bekannte Patrick Dempsey zu erwähnen, der wohl als neuer Charmeur vom Dienst Karriere machen wird.

Leider hat der Film seine ironischen Töne nicht durchgehend beibehalten. Verwünscht wäre auf ganzer Linie empfehlenswert, wenn er über einen konsequenten Stil verfügen würde, doch leider macht sich der Film auf der einen Seite über den klassischen Kitsch lustig, tritt aber auf der anderen Seite selbst in die Klischeefalle, und wird am Ende genauso ktischig, wie die Filme, auf die er sich an manchen Stellen Seitenhiebe erlaubt. Natürlich wird Verwünscht wohl dennoch ganz oben auf den Wunschlisten von Familien mit kleinen Kindern stehen, und es sollten wohl auch alle ihren Spaß haben: Die Kinder sehen einen normalen Disneyfilm, von dem sie prächtig unterhalten werden, und die Erwachsenen erfreuen sich an den ironischen Seitenhieben. Als Weihnachtsfilm also prächtig geeignet, aber wer mit Kitsch nicht klarkommt, sollte einen Bogen um den Film machen.

Fazit:
Verwünscht ist genau die richtige weihnachtliche Unterhaltung, wie sie Familien mit kleinen Kindern suchen. Disney hat natürlich die nötige Erfahrung um den Film so aufzubauen, dass sowohl die Kinder, als auch die Begleiter bedient werden. Die Kleinen erfreuen sich am süßlichen Kitsch des Films, und die Erwachsenen werde vor allem am ironischen Unterton ihre Freude haben. Schade ist nur, dass der Film nicht konsequent ist: Denn speziell gegen Ende hin verschwindet die Ironie völlig, und der Film wird genauso ktischig, wie die Filme, über die er sich im geheimen lustig gemacht hat. Dennoch empfehlenswert für alle, die mit einer Dosis vorweihnachtlichen Kitsch zurecht kommen.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.1/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 12
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