Wenn ich bleibe (2014)

OT: If I Stay - 107 Minuten - Drama
Wenn ich bleibe (2014)
Kinostart: 19.09.2014
DVD-Start: 22.02.2015 - Blu-ray-Start: 22.02.2015
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Filmkritik zu Wenn ich bleibe

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Beim ersten Blick auf den Plot von R.J. Cutlers Kinoverfilmung des gleichnamigen Romans von Gayle Forman „Wenn ich bleibe“ (Originaltitel: „If I stay“) könnte man meinen, es ginge um die tausendste Abhandlung einer klassischen Teenie-Liebesgeschichte – Mädchen verliebt sich in Jungen, Mädchen muss sich jedoch schon bald zwischen ihrer Liebe und ihrem größten Traum, in diesem Fall, an der renommierten Musikschule Juillard aufgenommen zu werden, entscheiden. So weit, so gut. Doch Formans Roman und Cutlers Inszenierung gehen weit über eine seichte Teenie-Romanze hinaus und berühren den Zuseher damit auf einer Ebene, die sich abseits von ausgelutschten Tränenszenarien bewegt, sondern sich vielmehr mit realitätsnahen Emotionen beweist.

Die siebzehnjährige Mia Hall (Chloe Grace Moretz) spielt leidenschaftlich gerne Cello und gehört damit zu den talentiertesten Musikerinnen an ihrer Schule. Mit Eltern, die ihr einstiges Hippie-/Rockstar-Leben zugunsten eines harmonischen Familienlebens aufgaben, wächst Mia wohlbehütet in einem lockeren Umfeld auf. Ihr größter Wunsch ist es, am hoch angesehen Musikkonservatorium Juillard in New York zumindest ein Vorspielen zu ergattern. Als sie schließlich den Schulschwarm und angehenden Indie-Rockmusiker Adam (Jamie Blackley) kennenlernt, entwickelt sich aus einer ersten Verliebtheit eine tiefgehende Liebesbeziehung. Doch schon bald steht das junge Mädchen vor einer der schwierigsten Entscheidungen ihres Lebens – ihrem Traum zu folgen oder aber bei Adam zu bleiben und ihrer Liebe eine Chance zu geben. Parallel dazu befinden wir uns in der unmittelbaren Gegenwart, in der Mia zusammen mit ihrer Familie auf einem spontanen Winterausflug mit dem Auto verunglückt. Als Geist aus ihrem Leib gerissen muss Mia zusehen, wie ihr eigener, bewusstloser Körper mit dem Krankenwagen abtransportiert wird. Ihr Vater Denny (Joshua Leonard) und ihr Bruder Teddy (Jakob Davies) werden ebenfalls mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, Mias Mutter Kat (Mireille Enos) stirbt noch am Unfallsort. Verzweifelt läuft Mia die Krankenhausgänge auf und ab und sucht nach Hilfe, doch niemand kann sie sehen. Während der Zuschauer zwischen Mias heranwachsender Liebesgeschichte und dem Zerbrechen ihrer Welt pendelt, wird sich Mias Leben so oder so mit einem Schlag ändern und sie muss sich entscheiden, ob sie in ein solches überhaupt zurück will.

Die Geschichte bewegt sich innerhalb zweier Handlungsstränge - Vergangenheit und Gegenwart. Während wir Mia zunächst dabei begleiten, wie sie sich ihrer ersten großen Liebe hingibt, sehen wir im gegenwärtigen Geschehen zu, wie Mia ihr vergangenes Leben in einem Moment verliert. Regisseur Cutler gelingt es dabei, die Geschehnisse trotz der zeitlichen Sprünge nachvollziehbar darzustellen und innerhalb dieser entscheidende Zusammenhänge aufzugreifen, die nicht nur das Publikum, sondern auch Mia zum Nachdenken anregen. Gerade dieser immer wieder auftretende, emotionale Wechsel sorgt dafür, dass die Geschichte nicht in eine klischeebehaftete Tragödie abschweift und ehrliche Gefühle im Vordergrund stehen, wenngleich diese nicht weniger zu Tränen rühren.

Die Jungschauspielerin Chloe Grace Moretz überzeugte schon als Kind in dem Horrorstreifen „Amityville Horror“ (2005) an der Seite von Ryan Reynolds und spielte sich spätestens mit der Rolle des Hit-Girls in „Kick Ass“ (2010) zusammen mit Nicolas Cage in die Herzen der Zuschauer. In „Wenn ich bleibe“ beweist sie nun ein Mal mehr ihr genreübergreifendes Talent und lässt das Publikum sowohl an der Entstehung der ersten Liebe als auch dem tragischen Verlust der Familie auf empathische Art und Weise teilhaben. Neben der gleichaltrigen Schauspielerin glänzen auch Joshua Leonard, ein altbekanntes Gesicht aus dem found-footage-Erfolg von 1999 „Blair Witch Project“ sowie Mireille Enos („World War Z“, 2014) in den Rollen von Mias junggebliebenen, verständnisvollen Eltern. Als Mias Freund Adam tritt der britische Schauspieler Jamie Blackley auf, der zusammen mit Cara Delavingne in „Kids in Love“ (2014) zu sehen ist und damit zu den gefragtesten Jungtalenten Großbritanniens zählt. Der harmonische Cast des Films spielt eine entscheidende Rolle dabei, Formans Roman auf visueller Ebene Leben einzuhauchen und lässt den Zuseher miterleben, mitfühlen und mitleiden.

Fazit:

Regisseur R.J. Cutler inszeniert mit seiner Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage „Wenn ich bleibe“ von Gayle Forman eine bewegende Geschichte, die den Zuseher durch die zwei Handlungsstränge des Entstehens einer Liebe und des Zerbrechens einer Familie, und dem damit entstehenden Reichtum an emotionalen Facetten auf eine tragische, aber zugleich authentische Gefühlsachterbahn befördert und damit unter einer Vielzahl von Dramen seinesgleichen sucht. Einen großen Beitrag zu diesem mitreißenden Filmerlebnis liefert die talentierte Hauptdarstellerin Chloe Grace Moretz, die spaßbringenden Rollen wie der des Hit-Girls in „Kick Ass“ längst entwachsen ist und so auch in der tiefgehenden Charakterdarstellung in „Wenn ich bleibe“ überzeugt.

Wertung:
9/10 Punkte
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 8
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