The Loft (2014)

OT: The Loft - 108 Minuten - Thriller
The Loft (2014)
Kinostart: 06.02.2015
DVD-Start: 08.05.2015 - Blu-ray-Start: 08.05.2015
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Filmkritik zu The Loft

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Fünf Männer schließen einen Pakt miteinander: Um ungestört mit ihren jeweiligen Geliebten rummachen zu können und vor ihren Gattinnen nicht in Erklärungsnot zu kommen, wenn die monatliche Kreditkartenabrechnung im Postkasten liegt, mieten sie einfach ein Loft in der Innenstadt. Jeder bekommt einen der fünf existierenden Schlüssel und gelobt vor allem Verschwiegenheit. Das geht so lange gut, bis eines morgens eine übel zugerichtete Frauenleiche im Bett auftaucht...

Das Remake des gleichnamigen belgischen Films aus dem Jahr 2008 (in seiner Heimat der erfolgreichste Film aller Zeiten und zwischenzeitlich auch in den Niederlanden neu verfilmt) wurde bereits 2011 gedreht, vier Jahre und einige Verleih-Wechsel später erscheint er nun bei uns in den Kinos. Für die Regie zeichnet sich wie beim Original Erik Van Looy verantwortlich. In den Hauptrollen sehen wir James Marsden, Karl Urban, Wentworh Miller, Eric Stonestreet und Matthias Schoenaert – Namen, die man mehr oder weniger schon irgendwo mal gehört hat. Und vermarktet wird das alles als „ausgeklügelter, doppelbödiger und erotischer Whodunit-Thriller“ (Presseheft). Schauen wir uns das doch mal genauer an:

Mit ausgeklügelt meint man vermutlich die Konstruktion der Story. Der Film beginnt mit dem Auffinden der Leiche – davon ausgehend rollen unsere fünf Protagonisten (sehr originell) die Geschehnisse in Rückblenden auf. Gleichzeitig gibt es immer wieder Schnitte ins „Jetzt“, anhand der neuen Erkenntnisse dieser Form der Gruppentherapie gerät stets ein anderer ins Visier seiner „Freunde“. Ausgeklügelt meint der Film vor allem dann zu sein, wenn er uns auf falsche Fährten führt, uns manch abstruse Plothole verkaufen möchte, oder am Schluss noch ein, zwei Asse aus dem Ärmel zu zaubern vermag. Auf dem Papier funktioniert das vermutlich noch besser als im Film, denn da wirkt vieles bemüht, nur um das Publikum einigermaßen bei Laune zu halten, aber nicht um in sich geschlossen zu sein. Da zumindest die handwerkliche Komponente stimmt, kann man dem Film ein gewisses Maß an Spannung nicht absprechen.

Für doppelbödig hält man wohl die Charaktere und beschönigt erneut. Sie sind (sehr großes Problem) allesamt so unsympathisch wie durchschaubar: Es gibt den kokainabhängigen Brutalo, den schüchternen Nerd, den schmierigen Fetten, den Verliebten, der eigentlich gar nicht mitmachen will, und den Schwerenöter, der nichts anbrennen lässt. Sie verhalten sich im Laufe des Films so, wie man das von ihnen erwarten würde. Große Überraschung: Sie haben Geheimnisse – nicht nur vor ihren Ehefrauen, sondern auch voreinander. Das interessiert aber nur so lange, wie es dem Handlungsfortschritt bzw. der Verwirrung des Zuschauers dienlich ist. Erneut ein lehrbuchhafter, pragmatischer Zugang. Und da keiner dieser Yuppies mit Hang zum Arschlochverhalten ansatzweise so etwas wie Identifikationspotential bietet, nimmt das Interesse an ihnen mit zunehmender Laufzeit ab. Noch schlimmer ist es übrigens um die Frauenfiguren im Film bestellt, die zu reiner Staffage verkommen und entweder frustriert, manisch-depressiv, unterwürfig oder schlicht dumm sind.

Das mit der „Erotik“ ist im Kino des 21. Jahrhunderts immer so eine Sache. Im amerikanischen Kontext ist sie praktisch inexistent – da braucht es schon Pseudo-Skandale a la „50 Shades of Grey“. Mit „Erotik“ haben die paar super-biederen Sexszenen nichts zu tun und ein paar blanke Brüste regen wirklich niemanden an oder auf. Das alles ist Beiwerk und dient einzig und allein dazu, dem Film etwas Anrüchiges zu verleihen, das er allerdings nicht einlöst. Bleibt der Begriff „Whodunit“ übrig. Wer ist nun der Täter? Als ob uns das am Ende wirklich je interessiert, geschweige denn überrascht hätte: Sie haben sich alle mehr oder weniger schuldig gemacht. Manche werden dafür zur Rechenschaft gezogen, manche nicht. Manche dieser so genannten Männerfreundschaften zerbrechen, manche nicht. C'est la vie. Oder, um es anders zu sagen: Manche Filme sollte man gesehen haben, manche nicht. Dieser zählt ohne Zweifel zur letzteren Kategorie.

Fazit:
Auf Hochglanz getrimmter, arg konstruierter Thriller, dessen interessante Ansätze gnadenlos von unsympathischen Charakteren unterminiert werden.

Wertung:
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Liste von donbenni
Erstellt: 09.12.2012