Der Klang des Herzens (2007)

OT: August Rush - 100 Minuten - Musik / Drama
Der Klang des Herzens (2007)
Kinostart: 14.12.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Klang des Herzens

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Die Weihnachtszeit nähert sich mit schnellen Schritten, und wenn sich draußen die Landschaft weiß einfärbt, die Temperaturen sinken, und die ersten Lichterketten die Nacht erhellen, dann beginnen sich auch die Gemüter der meisten Menschen zu verändern. Alles wird emotionaler, und für die aufgeweichte Seele darf es schon einmal etwas mehr Kitsch sein. Natürlich springt auch Hollywood auf diesen Zug auf. So dominieren also, abgesehen von den Oscarkandidaten, die traditionsgemäß ebenfalls im Dezember veröffentlicht werden, vor allem süße, weihnachtliche Filme das winterliche Kinoprogramm. Doch obwohl man sich an diese Praxis bereits gewöhnt hat, schaffen es dennoch immer wieder einige Filme herauszustechen: Im speziellen Fall von Der Klang des Herzens ist dies allerdings kein positives Auffallen.


Lyla (Keri Russel) ist eine begnadete Konzert-Cellistin, Louis (Jonathan Rhys Meyers) ist der Sänger und Gitarrist einer irischen Rockband. In einer Nacht über den Dächern von New York finden die beiden zueinander und schlafen schließlich miteinander. Es ist Liebe auf den ersten Blick, doch Lylas Vater sieht durch die Liebe die Karriere seiner Tochter gefährdet. Also nimmt er sie und zieht mit ihr weg. Zwar hatten die Liebenden nur eine einzige Nacht, aber dennoch wissen sie, dass sie zusammen gehören. Was sie jedoch noch nicht wissen, ist dass Lyla schwanger ist.


Als sie nach einem Unfall im Krankenhaus landet, und die Ärzte das Kind zur Welt bringen, trifft Lylas Vater eine schwerwiegende Entscheidung: Er gibt das Kind in ein Waisenhaus, und erzählt seiner Tochter, dass sie eine Fehlgeburt hatte. 11 Jahre später hat es der Junge (Freddie Highmore) wahrlich nicht leicht im Waisenhaus über die Runden zu kommen. Stets hofft er darauf, dass ihn seine Eltern holen kommen. Doch irgendwann wird es ihm zu viel, und er schlägt sich nach New York durch. Dort trifft er den zwielichtigen Vagabunden Wizard (Robin Williams). Gesegnet mit einem riesigen, musikalichen Talent, nennt er sich von nun an August Rush und verdient sein Geld als Straßenmusiker, stets in der Hoffnung doch noch seine Eltern zu finden...


Es gibt ein zentrales Leitmotiv, dass durch diesen Film führen soll: Die Liebe zur Musik, doch übermittel kann Der Klang des Herzens, diese Liebe leider in keiner Sekunde. Der Film verliert sich nämlich allzu bald in süßlicher Naivität, was schließlich in tölpelhafter Einfallslosigkeit gipflet. Das Drehbuch selbst ist dabei eine beinahe peinliche Ansammlung an Klischees und Logikbrüchen, sodass man als Zuseher bald schön entnervt die Hände vor dem Gesicht zusammenklatschen wird. Es gibt etwas, das nennt man die Magie des Kinos. Manche Filme besitzen einfach das gewisse Etwas, weswegen man sie trotz ihrer Fehler liebt. Doch was immer dieses Etwas auch ist, Der Klang des Herzens hat es einfach nicht.


Über weite Strecken hat man schlicht das Gefühl, dass die Filmemacher keine Ahnung hatten, auf was sie mit ihrer Geschichte eigentlich hinaus wollten. Der Klang des Herzens wirkt so, als hätte man das Klischeehandbuch zu Rate gezogen, und von dort die schmalzigsten, und kitschigsten Szenen ausgewählt, die man dann wahllos aneinander gehängt hat. Das schlimmste ist jedoch, dass man das Publikum in keiner Sekunde ernst nimmt. Die Filmemacher scheinen uns für Automaten zu halten, bei denen man ruhig nach Handbuch vorgehenn kann. Wer braucht schon Kreativität?


Richtig schlimm sind allerdings die darstellerischen Leistungen ausgefallen. Zu beachten ist jedoch, dass ich die Schuld dafür gar nicht den Schauspielern geben möchte. Jonathan Rhys Meyers hat ja bereits in Match Point bewiesen, dass er zu großartigen Leistungen fähig ist. Mit Wehmut erinnere ich mich auch noch an Freddie Highmores tolles Spiel in Finding Neverland, insbesondere die Parkbank Szene mit Johnny Depp, aber in Der Klang des Herzens darf er leider nicht viel mehr als abwechslend sehnsüchtig, traurig, oder überglücklich in die Kamera sehen. Es wirkt schon fast peinlich wie der Jungdarsteller zunächst stoisch durch den Film wandert, aber sobald er ein Instrument in der Hand hält, zum strahlenden Grinsemann mutiert. Übrig bleiben noch eine höchst farblose Keri Russel, und ein peinlicher Robin Williams, bei dem es ein Rätsel ist warum er diese absolut desaströse Rolle angenommen hat. Ach ja, Terrence Howard spielt ja auch noch mit. Doch warum sich der oscarnominierte Darsteller für dieser Minirolle zur Verfügung stellt, bleibt wohl für immer ein Rätsel.

Wem kann man diesen Film nun empfehlen? Schwierig zu sagen, denn wirklich viel positives gibt es über diesen Film nicht zu sagen. Die Geschichte ist von Anfang an durchkonstruiert, und viele Wendungen sind einfach so haarsträubend unlogisch und deplatziert, dass man nur noch mit den Augen Rollen kann. Wie der Film endet ist ohnehin von Anfang an klar, doch dass der Weg bis dorthin so dermaßen kitischig und von Pathos triefend ist, hätte nicht sein müssen. Jeder der eine leicht anzusprechende Tränendrüse hat, oder seinen Gefallen an solch naiven, süßlichen Kitschfilmen findet, der kann allerdings zugreifen. Alle anderen sollten sich dieses peinliche Stück Film sparen.

Fazit:
Der Klang des Herzens ist ein Kitschfilm der absolut übelsten Sorte. Natürlich sollte jedem von Anfang an klar sein wie der Film wohl ausgehen wird, doch dass sich der Weg bis dorthin so dermaßen schmalzig zeigt ist schon ziemlich peinlich. Das Drehbuch selbst ist eine wirklich schlimme Konstruktion, die eine unlogische Wendung an die nächste hängt, und die Charaktere sind Stereotype der untersten Schublade. Andererseits könnte man auch sagen, dass Der Klang des Herzens seine Vision eines weihnachtlichen Kitschfilmes konsequent durchzieht. Wer daran gefallen findet, der darf sich zur angesprochenen Zielgruppe zählen. Alle anderen sollten sich den Film sparen.

Wertung:
4/10 Punkte








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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013