Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

OT: -  103 Minuten -  Komödie
Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken
Kinostart: 14.12.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

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Wer kennt sie nicht, die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die uns das Leben oft so unnötig schwer machen? Zum Beispiel wenn die Frau, dem Mann ganz dringend etwas erzählen möchte, dieser sich aber lieber auf das, gerade laufende Fußballspiel konzentriert. Frauen denken emotionaler, und bringen ihre Gefühle zum Ausdruck, während Männer lieber stillschweigen und alles hinunterschlucken. Es würde den Rahmen hier nun mehr als sprengen, wenn man diese Aufzählung weiterführen würde, aber der Kernpunkt sollte sich bereits herausgestellt haben: Frauen und Männer sind einfach grundverschieden, und es könnte einen Heidenspaß machen diesem Thema einen Film zu widmen.

Im Laufe der Evolution haben sich so einige grundlegende Unterschiede zwischen Mann und Frau herauskristallisiert. Oberflächlich haben wir uns zwar seit der Steinzeit um Welten weiterentwickelt, aber unsere Triebe sind die gleichen. Dass dieses Statement auch sicher stimmt, will uns Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken anhand eines langen Beispiels beweisen: Im Zentrum dieses Beispiels stehen Jan (Benno Fürmann) und seine neue Freundin Katrin (Jessica Schwarz). Eigentlich sind sie beide erfolgreich und gut aussehend. Auch in ihrer Beziehung würde es gut laufen, doch warum interssiert sich Jan nur so für seine verführerische Sekretärin, obwohl er doch genau weiß, dass das nur Probleme geben kann. Und wie wird er auf das neue Alpha Tier Jonathan (Uwe Ochsenknecht) reagieren, dass sich Katrin nähert?

Vor allem ein wesentlicher Leitfaden zieht sich durch Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken: Eigentlich ist es eine konventionelle, deutsche Komödie, aber irgendwie ist er doch anders. Dies beginnt bereits damit, dass nicht, wie in der Branche eigentlich üblich, ein Roman verfilmt wird, sondern ein Sachbuch. Genauer gesagt geht es um den gleichnamigen Ratgeber des US-amerikanischen Ehepaars Allan & Barbara Pease, die sich zu den erfolgreichsten Kommunikationstrainern der Welt zählen dürfen. Mit ihren beiden Werken Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken, und Warum Männer lügen und Frauen immer Schuhe kaufen, trafen sie den Massengeschmack, und konnten ihre Bücher immerhin schon über 5 Millionen Mal verkaufen.

Natürlich handeln diese Bücher, genau wie der dazugehörende Film, hauptsächlich von den vielen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, und das erklärt Ziel ist es auf diese, mit viel Humor hinzuweisen. Irgendwie schleicht sich aber dennoch das Gefühl ein, dass man diesen, doch etwas sperrigen, Titel nur gewählt hat, um die Fans der Bücher anzulocken, und somit schon einmal auf eine Fanbase zugreifen zu können. Doch auch abgesehen davon bringt diese Sachbuchadaption einige Probleme mit. Denn obwohl die Inszenierung spritzig ist, und stets den nötigen Drive besitzt, wirken die Charktere und ihre Geschichten irgendwie farblos. Eben wie in einem Sachbuch.

Der Kampf Mann gegen Frau, bzw. genauer die vielen Unterschiede der Geschlechter, mag dabei tatsächlich ein sehr interessanter Hintergrund sein, aber das Problem was sich hierbei ergibt ist, dass es ja nicht so ist, als wäre diese Thematik etwas vollkommen Neues. Nicht nur im deutschen Fernsehen, oder deutschen Filmen, sondern auch in amerikanischen Produktionen wird dieses Thema häufig für die verschiedensten Witze herangezogen. Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken kann allerdings dennoch mit einem gelungenen, kreativen Ansatz überzeugen:

Der Film ist im Wesentlichen aufgebaut wie ein Sachbuch, das heißt, dass ein Erzähler durch die Geschichte führt, und auch schon einmal Kapitel im Leben der Figuren übersprungen werden. Die jeweilig, aktuelle Thematik wird immer mit einer Folie, wie bei einem altmodischen Vortrag, angekündigt, was den Effekt als Sachbuch-Verfilmung noch verstärkt. Doch leider ergibt sich hier das Problem, dass die Figuren bald schon zu reinen Schaufensterpuppen verkommen, die nur dazu dienen um die jeweiligen Lektionen zu visualisieren. Schade ist es auch, dass sich diese "Lernkapitel" auf möglichst simplen Niveau bewegen, und somit nur bekannte Klischees verwenden, ohne die Materie wirklich auszunutzen.

Darstellerisch bewegt sich Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken auf solidem Niveau. Das Highlight des Films ist wohl Benno Fürmann, der sich mit Schnauzer und Gelmatte, durch die Szenen schlängelt und dabei gekonnt sein eigenes Machoimage parodiert. Er schafft hier sehr gut die Gradwanderung zwischen schmierigem Proll, und sympathischer Identifikationsfigur für den Zuseher. Jessica Schwarz dient hauptsächlich als Blickfang, und in einer Nebenrolle kann auch noch Uwe Ochsenknecht, als etwas seltsamer Weltenbummler überzeugen. Popstar Sasha hat in einem kleinen Gastauftritt, als Rüpelrocker auch alle Lacher auf seiner Seite.

So richtig überzeugen will diese Sachbuch-Verfilmung also nicht, aber ich will hier auch nicht genrell von diesem Film abraten. Denn obwohl die ganz großen Lacher nur sporadisch vorkommen, und es auch einige Rohrkrepierer in den Film geschafft haben, kann man getrost einen Blick riskieren wenn man generell Freude an deutschen Beziehungskomödien hat. Denn Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken bewahrt sich zumindest immer einen amüsanten Grundton, und die federleichte Inszenierung trägt den Zuseher gekonnt über die kleineren Durchhänger des Films. Für Paare die einen unterhaltsamen Abend suchen sicher ein Tipp, wer den Film allerdings versäumt, hat auch nichts verpasst.

Fazit:
An dieser Stelle kann ich weder eine konkrete Empfehlung geben, noch kann ich allgemein vom Film abraten. Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken bietet nichts Neues, bringt abgesehen von der durchaus gelungenen Präsentation wenig Eigenständiges mit, und auch so einige Gags zünden nicht richtig. Auch die Charakterentwicklung lässt zu wünschen übrig, aber dennoch sorgt die schwungvolle Inszenierung für einen durchwegs amüsanten Abend, an dem vor allem Paare ihre Freude haben werden, die wohl auch so manche Szene noch von zuhause kennen. Dass es allerdings weitaus bessere Filme im Kino gibt, steht auch ausser Frage.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 3.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013