Bee Movie

OT: -  85 Minuten -  Animation
Bee Movie
Kinostart: 14.12.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Bee Movie

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Mittlerweile hat es sich ja bereits als Standard etabliert, dass sich die Animationsfilme aus Hollywood vor allem auf ein Thema stürtzen: Die Tierwelt. Das war bereits in der Hochphase von Disney so, und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Die Beweggründe der Produzenten und Filmemacher sind dabei auch sehr verständlich: Zum einen können so Geschichten erzählt werden, wie man sie mit dem Medium des Realfilms kaum erzählen könnte, und zum anderen können diese Filme auch immer mit einem gewissen Niedlichkeitseffekt punkten, was vor allem den kleinen Familienmitgliedern gefallen wird.


Man sollte allerdings auch gar nicht beginnen diese Praxis allzu sehr zu verurteilen, denn einmal ganz davon abgesehen, dass es sehr an tierloser Animation mangelt, (zumindest aus dem amerikanischen Raum) gibt es eigentlich auch gar keinen Grund sich zu beschweren, solange die Qualität stimmt. Und dass man selbst mit dieser anundfürsich altbekannten Vorgehensweise noch etwas Neues und großartiges erschaffen kann, hat Pixar dieses Jahr mit Ratatouillle ja bereits eindrucksvoll bewiesen. Ein Film über Bienen ist also gar nicht so abwegig. Mit Comedy-Millionär Jerry Seinfeld hat man auch noch ein prominentes Zugpferd an Bord, und schon kann die spaßige Reise beginnen.


Ein Bienenleben ist vor allem kurz und arbeitsintensiv. Das muss auch auch Jungbiene Barry B. Benson bald merken, als er direkt nach dem Schulabschluss in den Bienenalltag geworfen wird. Das Einzige was zählt ist die Honigproduktion, und so muss man sich, nach einer Rundreise im Bienenstock, sofort für einen Arbeitsplatz entscheiden, auf dem man dann den Rest seines Lebens tätig ist. Barry B. Benson scheint allerdings nicht recht mit der Monotonie eines gewöhnlichen Bienenlebens klar zu kommen. Viel lieber möchte er einer der tollkühnen Sammler werden, die den Bienenstock verlassen, und draussen wilde Abenteur erleben. Eigentlich fehlt es ihm dafür zwar an der nötigen Veranlagung, aber die Sammler nehmen ihn dennoch mit auf einen Rundflug. Durch einen Zwischenfall verliert er allerdings den Kontakt zur Gruppe, und schließt schließlich sogar Freundschaft mit einem Menschen. Als er allerdings im Supermarkt entdecken muss, dass die Menschen ohne Erlaubnis den hart erarbeiteten Honig der Bienen verkaufen, beschließt er rechtliche Schritte einzuleiten...


Natürlich beginnt Bee Movie, so wie der Großteil der tierischen Animationsfilme, zunächst mit der Einführung in die Welt der Hauptfiguren. Im speziellen Fall Bee Movie heißt dies zunächst, dass man in die abgeschottete Welt des Bienenstocks geführt wird. Dort fällt schon einmal auf, dass dem natürlichen Treiben ein Ende gesetzt wurde, indem man den Bienen jede Natürlichkeit geraubt hat, und sie stattdessen technologisch aufgerüstet hat, um sie noch menschenähnlicher zu machen.
 

Also wurde die Honigproduktion der fleißigen Bienen zu einem nervigen Industriejob gemacht, und auch ansonsten erinnern die autofahrenden Bienen eher an Menschen, als an Tiere. Dies war zwar auch früher schon gängige Praxis, aber etwas enttäuschend ist dies schon, hatte doch Ratatouillle erst vorgemacht, dass es auch anders geht. Denn dort durften sich die Ratten ihre Eigenheiten behalten, und ihre Gespräche wurden von den Menschen nicht verstanden. Schade dass sich Bee Movie hier nicht etwas mehr Inspiration geholt hat.


In punkto Charme und Perfektion kann Bee Movie also schon einmal nicht mit dem großen Pixar-Konkurrenten mithalten, aber dies war hier auch nie das erklärte Ziel. Viel mehr sollte es ein sehr auf den Humor fokusierter Animationsfilm werden, und man kann Bee Movie auch nicht absprechen zumindest auf dieser Ebene zu funktionieren. Es gibt einige frische Gags, und besonders das Einbauen von berühmten Persönlichkeiten wie z.B. Sting sorgt für einige Lacher. Der denkwürdigste Auftritt gebührt schließlich Ray Liotta als skrupelloser Honig-Magnat, der die Bienen mit Genuss ausbeutet. Man kann dem Charakterdarsteller förmlich seine Lust am Schauspiel anmerken und so bringt er einigen Unterhaltungsstoff mit in den Film.


Leider gibt es jedoch einen großen Makel der den Filmgenuss merklich schmälert: Die Story ist, um es noch schön zu formulieren, reichlich dünn. Eine Biene freundet sich mit einem Menschen an, entdeckt, dass die Bienengesellschaft von den Menschen ausgebeutet wird, und verklagt schließlich die Verantwortlichen. Hinzu kommt noch eine Prise "aus gut gemeintem wird böses", und schließlich wird alles mit einem finalen "alles wird gut" Manöver abgerundet. Auch die Charaktere können sich nicht wirklich über eindimensionale Pappfiguren hinaus bewegen. Alles höchst konventionell und durchschaubar.

Wie sieht es also aus mit einer finalen Einschätzung? Nunja, Bee Movie ist sicher nicht der Knaller-Animationsfilm wie Pixars Ratatouille. Er ist auch nicht so witzig wie Die Simpsons - Der Film, und von der hohen Klasse eines Persepolis ist er gar Meilen entfernt. Doch abgesehen vom Simpsons Film spielt Bee Movie auch schon einmal in einer anderen Liga als die beiden anderen Filme, also wäre ein Vergleich wohl etwas unfair. Bee Movie ist insgesamt gesehen eine sehr amüsante Animationskomödie, die allerdings über eine allzu schwache und uninteressante Story stolpert und schließlich am Ende eine sanfte Bruchlandung hinlegt. Für den gelungenen Humor gibt es dennoch gute 6/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 9
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