Jackie Brown

OT: - 146 Minuten - Thriller
Jackie Brown
Kinostart: 16.04.1998
DVD-Start: 08.12.2011 - Blu-ray-Start: 02.02.2012
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Filmkritik zu Jackie Brown

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Pam Grier. Zuerst tauchte sie im Tarantino Universum nur durch einen kleinen Dialog in Reservoir Dogs auf. Doch diese kleine Hommage an die Hauptdarstellerin von Foxy Brown war Quentin Tarantino offensichtlich nicht genug. Er widmete ihr beinahe seinen ganzen dritten Film: Jackie Brown. Viele Großaufnahmen der Schauspielerin und eine Unmenge an Screentime geben wirklich jedem zu verstehen dass Tarantino viel an ihr liegt. Doch dieses manische Einfangen einer in die Jahre gekommenen Schauspielerin ist nicht dafür verantwortlich dass sich Jackie Brown so gar nicht in Tarantinos Werk einpassen will.

 

Der Waffenschmuggler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) und sein Freund Louis (Robert De Niro) sitzen vor dem Fernseher und sehen sich die neusten Waffenwerbespots an. Ordell hat irgendwo in Mexiko 500.000 Dollar versteckt und will sie mit Hilfe der Stewardess Jackie Brown (Pam Grier) nach Amerika schaffen. Doch diese wurde mit einer kleinen Menge Kokain von der Polizei geschnappt und soll nun bei den Ermittlungen gegen Ordell helfen. Es bietet sich jedoch viel eher an gemeinsam mit dem Kautionsvermittler Max Cherry (Robert Forster) selbst dass Geld von Ordell zu stehlen. Also versucht die attraktive Jackie alle Seiten gegeneinander auszuspielen und selbst das Geld zu kassieren...

 

Es lagen große Erwartungen auf den Schultern von Quentin Tarantino nach dem er mit seinen beiden ersten Filmen Reservoir Dogs und Pulp Fiction sowohl Zuseher als auch Kritiker rund um den Globus begeisterte und mit seiner visionären Inszenierung eine neue Epoche des Filmemachens einläutete. Die Mischung aus rudimentärer Handlung, wunderbaren Dialogen, fantastischem Soundtrack und dem klassischen Retroelement begründete den Tarantinostil und lies seine beiden Erstlingswerke Kult werden. Umso enttäuschender war dann sein dritter Film: Jackie Brown basiert auf einem Roman und stammt nicht aus der Feder des brillanten Regisseur und Autor.

 

Natürlich adaptierte Tarantino persönlich den Roman und fasste ihn in ein Drehbuch, jedoch musste er sich dennoch an den Roman von Elmore Leonard halten. Deshalb blieben auch viele wesentlich Stilelemente des Regisseurs unbedacht und der Film erweist sich als endeutiger Stilbruch gegenüber seinen anderen Filmen. Dies erweist sich auch als größter Negativpunkt des Films.

 

Zwar ist Jackie Brown durchaus spannend, unterhaltsam und bei weitem kein schlechter Film, allerdings ist er der bis dato schlechteste Tarantino Film. Leider fehlen die genialen Dialoge und selbst der Soundtrack erreicht nicht die Qualität seiner Vorgänger. Lediglich das Retroelement wurde aus seinen anderen Werken übernommen und sogar noch verstärkt. Hinzu kommt dass die Handlung von Jackie Brown komplexer ist als es bei Tarantino je der Fall war und dies ergibt eine vollkomen andere Filmstruktur als man es von ihm gewohnt ist.

 

Natürlich hat Tarantino das Filmemachen nicht verlernt, wie er auch 8 Jahre später mit Kill Bill bewiesen hat, jedoch hat er etwas neues versucht, das sich einfach nicht in sein Werk einpassen will. Hätte Tarantino nur Jackie Brown gedreht, wäre er sicher nicht so berühmt wie er es dank Pulp Fiction ist. Insgesamt ist der Film nur eine aufwändige Retrospektive der 70er Jahre und überzeugt filmisch nicht Ansatzweise so gut wie Tarantinos andere Filme.

 

Während des ganzen Films kann man das negative Gefühl nicht überwinden dass man sich doch deutlich mehr erwartet hätte. Der Film beinhaltet nichts innovatives, sondern läuft nur so vor sich hin, ohne jemals wirklich den besonderen Durchbruch zu schaffen. Der Inszenierungstechnische Höhepunkt ist die abschließende Auflösung über das Stehlen der 500.000 Dollar, die aus drei verschiedenen Perspektiven gezeigt wird und auch die einzige Sequenz ist, die wirklich überzeugt. Alles andere ist zwar gut, aber eben auch nichts aussergewöhnliches. Darüber können auch die guten Darsteller nicht hinwegtäuschen.

 

Fazit:

Guter, aber etwas enttäuschender Tarantinofilm.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 47
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