Viva la libertà (2013)

OT: Viva la libertà - 94 Minuten - Komödie / Drama
Viva la libertà (2013)
Kinostart: 04.04.2014
DVD-Start: 22.08.2014 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
20263
Bewerten:

Filmkritik zu Viva la libertà

Von am
Begonnen hat Roberto Andò seine Karriere als Bühnenregisseur, indem er durchaus auch eigene Werke verwirklichte. Seit 1994 wendet er sich dem Filmemachen zu, nachdem er zunächst als Regieassistent in der Branche Fuß fasste. Sein erster Film, den er auf Video drehte, wurde dann auch auf den Festspielen in Venedig gezeigt. Seither drehte er weitere fünf Filme, zu denen sich jetzt „Viva La Libertá“ als sechster im Bunde hinzugesellt. Dieser Film basiert auf dem von ihm selbst geschriebenen Roman „Il trono vuoto“.

Andrea Bottini, engster Mitarbeiter Enrico Oliveris, Chefs der wichtigsten Oppositionspartei in Italien, hat es nicht leicht. Denn Oliveri steckt in einer Krise, da es politisch nicht gut läuft für ihn und er sich überfordert und zermürbt fühlt. Daraufhin beschließt er heimlich nach Paris abzuhauen und dort seine verflossene Liebe Danielle aufzusuchen. Und jetzt muss Andrea Bottini versuchen, diese Flucht irgendwie zu vertuschen. Doch glücklicherweise hat Enrico einen Zwillingsbruder. Doch der ist ganz anders als sein Bruder.

Dass Zwillingsgeschwister manchmal von Vorteil sein können, wissen wir frühestens seit Erich Kästners Geschichte „Das doppelte Lottchen“. Und immer wieder wird dieser Stoff gerne zum Vorbild genommen, um Verwirrung zu stiften oder prekären Situationen aus dem Weg zu gehen. Auch Roberto Andò hatte die Idee und übertrug es in den Bereich Politik. Er führt dem Zuschauer vor, wie leicht die Menschen sich von einem äußeren Erscheinungsbild blenden lassen und eine drastische charakteristische Wandlung vernachlässigen. Im Fall dieser beiden Zwillinge ist die Veränderung nämlich durchaus zu erkennen. Während der eine mürrisch und in sich gekehrt ist, sprudelt der Andere voller Energie und genießt das Leben. Er gilt zwar als verrückt, aber er is fröhlich und strahlt eine gewisse Gelassenheit aus, die er auch auf die Wähler überträgt.

Es wird im Film schön beschrieben, wie sich die Umwelt um ihn herum wundert. Was ist in der Zeit der angeblichen „Krankheit“ mit Oliveri passiert? Man erfindet so mancherlei Theorien, dass er zum Beispiel mysteriöse Pillen einnehmen würde, die bewusstseinsverändernd wirken würden. Doch so richtig beschäftigen tut sich keiner damit. Sie nehmen die Veränderung so an und sind froh, dass es politisch optimal läuft seither. Und somit wird klar, wie Politik funktioniert. Solange es jemanden an der Spitze gibt, der die Menschen begeistert, ist die Tatsache WER dort steht egal. Die Parteikollegen und bestimmt auch die Wähler sehen über die Veränderung hinweg, um den Aufstieg nicht zu gefährden. Andò spielt mit dieser Sichtweise und gibt dem Zuschauer einen Einblick. Mit oft lustigen Szenen, aber auch philosophischen Sichtweisen.

Besonders überzeugend ist Toni Servillo in seiner Doppelrolle als Enrico Oliveri und sein Bruder Giovanni Ernani. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Während der eine der Politiker ist, ist der Andere Philosoph, Autor und verrückt. Servillo schafft es, diese beiden Charaktere so zu spielen, dass zwar die unterschiedlichen Eigenschaften klar zum Vorschein kommen, doch besonders zum Schluss des Films, kehrt er nochmal die Verbindung als Zwillinge in den Vordergrund. Im Grunde sind sie sich viel ähnlicher, als sie es vorgeben zu sein.

Fazit:
„Das doppelte Lottchen“ – Spiel in der italienischen Politik - mit Witz und Philosophie überzeugend.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
100%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Bobbi2001
Erstellt: 24.08.2014