Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance (2013)

OT: Cerro Torre: A Snowball's Chance in Hell - 101 Minuten - Dokumentation / Action / Abenteuer / Sport
Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance (2013)
Kinostart: 21.03.2014
DVD-Start: 23.10.2014 - Blu-ray-Start: 23.10.2014
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Filmkritik zu Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance

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Die neue Dokumentation „CERRO TORRE – Nicht den Hauch einer Chance“ von Thomas Dirnhofer zeigt David Lamas eisigen Weg hinauf zur Spitze des berühmten „Cerro Torre“ (auf deutsch: „Turm-Berg“), einem 3.133 Meter hohen Granitberg, der sich im Campo de Hielo Sur an der argentinisch-chilenischen Grenze in Patagonien befindet. Bei David Lama handelt es sich um einen 1990 geborenen Sportkletterer aus Österreich, welcher mehrfacher Jugend-Weltmeister und Europameister wurde.

Der Film verfolgt David Lamas Versuch die „Kompressorroute“ am Cerro Torre frei zu klettern (im Freikletter-Stil zu bewältigen), was sich jedoch als schwieriger herausstellt, als vorerst angenommen. Die Versuche David Lamas erstrecken sich durch unvorhergesehene Komplikationen schlussendlich auf mehrere Jahre, zudem ist der Druck von Seiten der weltweiten Alpinszene extrem groß und auch das Filmteam möchte gute Aufnahmen in Mindestzeit zustande bringen.

Dem Film mangelt es leider erheblich an Spannung, da man bereits zu Beginn weiß, dass er es schlussendlich schaffen wird. Der steinige Weg bis dahin ist für eingefleischte Kletter-LiebhaberInnen vermutlich von großem Interesse, durchschnittlich vom Klettersport begeisterte Zusehende werden die vielen abgebrochenen Versuche jedoch weniger in Bann ziehen. Zudem ist den gesamten Film über eine drückende Stimmung zu spüren: andauernd wird geflucht, ständiges Scheitern zermürbt den jungen David Lama und seine Mitstreiter. Der zeitliche Druck und der Wunsch der gehässigen Cyberszene zu beweisen, dass sie es doch schaffen können überschattet das, worum es hier eigentlich geht: das Klettern in dieser atemberaubenden Landschaft. Doch anstatt diese zu würdigen, sind den Alpinisten die Wetterszenarien und die gewaltige Kraft der Natur nur ein Dorn im Auge, sie wollen den Berg erklimmen, am besten jetzt sofort, ohne Komplikationen und mit den makellosesten Aufnahmen, damit sie es allen zeigen, die daran zweifeln.

Der Film bekommt dadurch einen negativen Beigeschmack, zu oft scheitern sie, die Stimmung im Team ist gedrückt, es hagelt eine Flut an Schimpfwörtern. Dass David Lama seinen Wunsch vom Können her verwirklichen kann, steht außer Zweifel, nur die geeigneten Bedingungen dafür fehlen.

Sehr interessant hingegen ist die Reise in die Vergangenheit, auf welche der Film seine Zusehenden mitnimmt um ihnen die Geschichte des Cerro Torre näher zu bringen. Wenn einem zuvor Namen wie Cesare Maestri und Toni Egger nichts gesagt haben und man auch die berühmte „Kompressorroute“ nicht kannte, wird man danach mit einem neu gewonnen Wissensstand über die bisherigen Versuche den Berg zu erklimmen heraus gehen. Jim Bridwells lebensnahe Schilderungen geben dem Ganzen einen runden Schliff.

Begeistern können vor allem die beeindruckenden Aufnahmen des Cerro Torre. Nicht nur einmal sieht man im Zeitraffer wie die Spitze des gigantischen Berges, von der Abendsonne beleuchtet, malerisch im sanften Nebel ringsherum versinkt.
Spannend sind auch die Aufnahmen, welche durch die Helmkameras von David Lama und seinem Mitstreiter Peter Ortner entstanden sind und die Zusehenden so direkt an den Ort des Geschehens führen.

Fazit:
„Cerro Torre – Nicht den Hauch einer Chance“ ist der geeignete Film für Kletter-LiebhaberInnen und Extremsportfans, welche sich in David Lama und sein Team wirklich hinein versetzen und „mitfiebern“ können. Für alle anderen könnte der Film jedoch zu einer Geduldsprobe werden. Überaus positiv sind die atemberaubenden Aufnahmen zu erwähnen, da man so etwas nicht alle Tage sieht. Dennoch vermittelt der Film die meiste Zeit über die Angst zu versagen und eine deprimierende Grundstimmung. Hier spürt man deutlich, dass in der alpinen Kletterszene das Gesetz des „Wettkampfs“ regiert.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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