Die Gebrüder Weihnachtsmann (Fred Claus)

OT: -  116 Minuten -  Komödie
Die Gebrüder Weihnachtsmann (Fred Claus)
Kinostart: 29.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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2020
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Filmkritik zu Die Gebrüder Weihnachtsmann (Fred Claus)

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Die Weihnachstzeit ist langsam aber sicher am vorrücken. Abgesehen von gelegentlichen Schneeproblemen auf den Straßen, und wenn man den einfach Blick auf den Kalender ausser Acht lässt, erkennt man dies am besten, wenn man beim Besuch ins Kino plötzlich von einem dicken Kerl, mit weißem Bart, und seiner Schar von kleinen Elfen, die für ihn die verschiedendsten Spielsachen zusammenbauen, heimgesucht wird. Da Weihnachtsfilme aber ab dem späten November aus dem Kinoprogramm kaum wegzudenken sind, muss man sich entscheiden was man denn sehen möchte: Die eine Gruppe freut sich auf kitschig-süße Unterhaltung, während die andere Gruppe auf einen bissigen Film alá Bad Santa hofft. Die Bebrüder Weihnachtsmann lässt zu Beginn noch auf einen etwas böseren Weihnachtsfilm hoffen, wandelt sich allerdings bald schon in einen zuckersüßen Familienfilm, bei dem das Warten auf das, quasi vorprogrammierte, Happy-End gelegentlich zum Geduldsspiel wird.

Obwohl Fred Claus (Vince Vaughn) eigentlich ein netter Junge war, leidete er Zeit seines Lebens an seinem heiligen Bruder Nicholas Claus (Paul Giamatti), mit dessen löblichen Taten Fred niemals mithalten konnte, und sich deshalb auch des Öfteren mit der Aussage "Warum bist du nicht wie dein Bruder?" konfrontiert sah. Deshalb hat sich auch über die Jahrhunderte (die Familien von Heiligen sind unsterblich) immer mehr Distanz zwischen Fred und seiner Familie aufgebaut. Im Chicago der Neuzeit versucht sich Fred nun als Schuldeneintreiber über Wasser zu halten, während seine Beziehung zu Wanda (Rachel Weisz) an seiner Unzuverlässigkeit zu zerbrechen droht.

Sein äterer Bruder Nicholas hat sich währenddessen sein eigenes Weihnachtsimperium aufgebaut und ist als Santa Claus weltberühmt. Als Fred dann im Gefängnis landet, und 5000 Dollar als Kaution benötigt, bleibt ihm nur noch der Ausweg seinen älteren Bruder um das Geld zu bitten. Dieser will allerdings als Gegenleistung dass ihn Fred am Nordpol besuchen kommt. Mit dem Hintergedanken, seinem Bruder noch weitere 50.000 Dollar abzuluchsen, reist Fred dann an, und sieht sich mit ungewöhnlichen Situationen konfrontiert. Doch auch der Weihnachtsmann hat Probleme, und so muss er versuchen den Rationalisierungsbeamten Clyde (Kevin Spacey), davon zu überzeugen, dass er immer noch in der Lage ist das Weihnachtsgeschäft zu managen. Ansonsten wird sein Imperium geschlossen...

Viele Leser werden von dieser Inhaltsangabe wohl an ihr eigenes Leben erinnert werden. Gemeint ist selbstverständlich nicht die Passage mit den Elfen und dem Weihnachtsmann, sondern der Teil, indem es um die Geschwisterrivalität geht. Denn wenn es tatsächlich so ist, dass ein Kind scheinbar alles richtig macht und hoch in der Gunst der Elterns steht, dann wird es wohl unweigerlich auch so sein, dass das andere Kind unter großem Druck steht und immer nur im Schatten dahinvegetiert. Wie schlimm muss dies erst sein, wenn der eigene Bruder ein Heiliger ist?

Dieser Thematik hat sich Die Gebrüder Weihnachtsmann, zumindest zu Beginn, doch recht zufriedenstellend angenähert. Wenn man einmal den etwas seltsamen Einstieg in mittelalterlicher Zeit ausser Acht lässt, und sich gleich auf den gelungenen Anfang im Chicago der Neuzeit konzentriert, so entdeckt man doch genügend witzige Einfälle. In diesem Teil des Films, steht ausschließlich Vince Vaughn im Zentrum, und darf eine sehr amüsante Vorstellung abliefern. Die vielen Jahre im Schatten seines Bruders haben ihn zu einem absoluten Weihnachtshasser werden lassen, und dementsprechend übel gelaunt versucht er sich auch durch den weihnachtlichen Stadtalltag zu schleppen, was schließlich in einer sehr amüsanten Verfolgungsjagdt mit einer Gruppe Weihnachtsmänner gipfelt.

Hier macht Die Gebrüder Weihnachtsmann noch sehr viel richtig, und sorgt für einen unterhaltsamen und flüssigen Filmgenuss, doch jeder der schon auf einen bösen Film alá Bad Santa hofft, sollte sich lieber nicht zu früh freuen. Denn leider macht der Film nicht so weiter, und anstatt gegen den weihnachtlichen Kitsch zu rebellieren, ordnet er sich ihm voll und ganz unter, und garniert das Gezeigte noch mit einem plakativen Anti-Konsum-Seitehieb. Dass alles schließlich in einem zuckersüßen Happy-End gipfelt soll man dem Film nun auch gar nicht vorwerfen, da er seine Intention als Familienfilm auch gar nicht lange verbirgt. Dass er sich im Mittelteil allerdings lahm und schleppend über die Zeit rettet, und schließlich auf viel zu lange 116 Minuten anschwillt, darf man jedoch getrost als sehr großes Minus verbuchen.

Schade ist dies insofern, hatte Regisseur David Dobkin ja bereits mit Die Hochzeits-Crasher bewiesen, dass er durchaus witzig sein kann, und der Ansatz mit dem mies gelaunten Bruder des Weihnachtsmann, ließ auf einen Weihanchtsfilm hoffen, bei dem nicht gleich alle "Kitsch-Alarm"  Sirenen losheulen. Hinzu kommt noch, dass man eigentlich einen absolut vortrefflichen Cast zur Verfügung gehabt hätte, um diesen Film gelingen zu lassen. Vince Vaughn überzeugt zwar in der Hauptrolle als sympathischer Buddy-Typ, mit dem man als Zuseher gerne mitfiebert, aber überraschenderweise wurden die restlichen Darsteller ziemlich verheizt: Paul Giamatti kommt in seinem Weihnachtsmannkostüm kaum zur Geltung, und Kevin Spacey verkommt in seiner kleinen Rolle nur zu einer unscheinbaren Randfigur. Auch die großartige Kathy Bates kann sich kaum entfalten und Rachel Weisz und Elizabeth Banks werden nur zu eye candys degradiert.

Natürlich will ich den Film dennoch nicht jedem ausreden. Freunde des eher kitschigen Weihnachtsfilms können ohne zu überlegen die Kinokarten lösen, und auch als Familienfilm wird Die Gebrüder Weihnachtsmann seinen Zweck nicht verfehlen. Man kann es dem Film auch gar nicht absprechen, dass er am Ende noch genügend weihnachtliche Stimmung verbreitet, um als durchaus positiv in Erinnerung zu bleiben. Das große Problem des Films ist allerdings, dass er sich speziell im Mittelteil sehr in die Länge zieht, und dass er das generelle Problem hat, dass er dem Weihnachtsfilm absolut nichts Neues gibt. Die Szene, als Vince Vaughn beim Selbsthilfetreffen derjeniger, die im Schatten ihres großen Bruders stehen, auf die Brüder von Sylvester Stallone, Bill Clinton und Alec Baldwin trifft, ist allerdings eine absolute Lachgarantie, und ein Beweis dafür, dass es selbst in einem durchschnittlichen Film noch großartige Szenen geben kann.

Fazit:
Die Gebrüder Weihnachtsmann, lässt zu Beginn noch auf einen etwas böseren Film, im Stil eines Bad Santa hoffen, doch dieser Ansatz wird bereits allzu bald fallengelassen. In Folge entwickelt sich der Film zu einem klassischen, kitschigen 08/15 Weihnachtsfilm, der es zwar durchaus schafft die Zuseher in Weihnachtsstimmung zu versetzen, aber leider vor allem daran leidet, dass sich der Film im Mittelteil unnötig langsam voranschleppt, und schließlich auf viel zu lange 116 Minuten anschwillt. Auch ist es schade, dass sich die großen Namen auf der Besetzungsliste kaum entfalten können, und sich Die Gebrüder Weihnachtsmann somit sehr uninspiriert bis zu seinem Happy-End schleppt. Als Familienfilm ist er zwar dennoch geeignet, aber alle anderen brauchen für diesen durchschnittlichen Unterhaltungsfilm, nicht ins Kino gehen.

Wertung:
5/10 Punkte

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