Und Äktschn! (2014)

OT: Und Äktschn! - 98 Minuten - Komödie
Und Äktschn! (2014)
Kinostart: 06.02.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Und Äktschn!

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Man kennt Gerhard Polt durch Filme, wie „Kehraus“, „Man spricht Deutsch“ oder „Germanikus“. 10 Jahre gönnte sich der Autor, Kabarettist und Schauspieler eine Pause vom „Showbiz“. Doch mit „... und Äktschn!“ packt es der 71-jährige noch einmal an. Mit viel - oft tiefschwarzem - Humor, bringt das Münchner Urgestein die Leute seit 38 Jahren zum Lachen. Sei es durch seine Kabarettauftritte oder mit seinen Filmen, sein einzigartiger Humor ist beliebt beim Publikum. Dabei steht ihm gut und gerne Gisela Schneeberger seit Jahren zur Seite. Auch in „...und Äktschn!“ spielen die beiden zusammen.

Hans Pospiech (Gerhard Polt) lebt in einem kleinen Städtchen in Bayern und ist begeisterter Amateurfilmer. Er hat eine Garage, in der er seine eigene kleine Produktionsfirma – Pospiech Production - betreibt. Er liebt den Film, doch Geld kann er damit leider nicht verdienen. Dabei ist sein größter Traum einen richtig großen Hit zu landen. Als ein Filmwettbewerb ausgeschrieben wird, sehen sich Hans uns sein Neffe Alfons (Maximilian Brückner) dazu verpflichtet, ihren Anteil dazu beizutragen.

Amateurfilmen wird immer beliebter. Man macht sich auf Zelluloid gebannte Erinnerungen haltbar und es ist schön Familienfeiern oder Geburtstage einige Jahre später noch einmal zu erleben. Aber da gibt es auch eine andere Sorte von Amateurfilmern, die das alles ein bisschen ernster nehmen. Sie verschreiben sich der Kunst und wollen den Zuschauern mehr mitteilen. Auf Videoblogs im Internet veröffentlichen sie ihre Beiträge und erfreuen sich daran. Auch Hans Pospiech ist ein solcher Amateurfilmer („Ich bin halt ein Vollamateur!“). Die Tatsache, dass er eben nur Amateur ist und kein Profi, ist ihm bewusst. Er liebt Filme und filmen, und ist sich sicher, dass auch er ein Genie wäre, wenn er nur mehr Geld zur Verfügung hätte. Dabei ist sein Traum, einen richtig großen Film zu drehen. Etwas zu zeigen, das die Menschen aufrüttelt und in die Geschichte eingeht. Er möchte einen Blockbuster drehen und ist sich sicher, dass er das kann. („Wir müssen was machen, sonst machen es die Amerikaner.“)

Mit viel Hingabe kümmert er sich darum, seinen Videoblog auf der eigenen Homepage, immer wieder mit neuen Beiträgen zu füttern. Dabei spricht er so über alles Mögliche. Über die Weltwirtschaftskrise, bis hin zu seiner eher ungeliebten noch-Ehefrau. Frederick Baker stellt einen Mann dar, der eigentlich seine Berufung gefunden hat, nur irgendwie klappt es doch nicht so, wie es soll. Dabei strengt er sich an und ist im Filmklub. Eine grandiose Besetzung hat er dabei mit Gerhard Polt gefunden. Er spielt Hans als einen in die Jahre gekommenen Mann, dessen Lebensinhalt Film und die geerbten Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg sind. Er lebt und liebt Film. Wenn er über Film reden darf, blüht er auf und steigert sich in das Thema rein. Sehr zum Leidwesen anderer Personen, die ihm zuhören müssen, wie zum Beispiel sein Bankberater. Doch gleichzeitig merkt man seine Unsicherheit und seinen Blick in die ungewisse Zukunft. Er wirkt auch oft chaotisch und doch aufgeräumt. Gerhard Polt eben. Er spielt, wie man es sich vorstellt: bayerisch, doch philosophisch.
Denn Philosophie und Weisheiten sind eines der essentiellen Inhalte im Film. Das zumindest glauben die Charaktere in „... und Äktschn!“. Wenn über Film gesprochen wird, dann wir schweifen sie in die Ferne und greifen dabei alles auf, was ihnen in den Sinn kommt. Sei es Hans oder sein Erzfeind und Filmklubvorstand Nagy. Neben philosophischen Diskussionen, werden dem Zuschauer auch viele Lebensweisheiten näher gebracht.

Eine gelungene Ergänzung zu Polt, sind die restlichen Charaktere im Film. Jeder von ihnen glaubt, dass er ein Genie auf seinem Gebiet ist und DIE Ahnung davon hat. Allerdings stellt sich immer wieder heraus, dass so gut wie keiner weiß wovon er spricht. Angefangen beim arroganten Filmklubvorstand, der behauptet sämtliche Filmgrößen getroffen zu haben, von Hitchcock bis Fassbinder. Doch eigentlich hat er in den Bavaria Filmstudios nur Würstl verkauft. Auch der Bankberater Faltermeier wirft mit wirtschaftlichen Fachausdrücken um sich, die jedoch nicht einmal seine Chefin versteht. Dabei wird immer wieder dieses Kleinstadtleben gezeigt. Jeder kennt sich beim Namen und man grüßt sich auf der Straße. Auch wenn so mancher glaubt, dass er sich in einer Weltmetropole aufhält und den Weltblick hat, so ist doch keiner so richtig über die Grenzen des Städtchens gekommen.

Fazit:
Sehr unterhaltsam! Ein Polt, wie er leibt und lebt! Auch wenn Polt als Hauptfigur im Film gesehen werden kann, stellt er keinen der Kollegen in den Schatten. Jeder hat seinen Platz und füllt diesen zur Gänze aus.

Wertung:
8/10 Punkte
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