Die Nonne (2013)

OT: La religieuse - 112 Minuten - Drama
Die Nonne (2013)
Kinostart: 21.02.2014
DVD-Start: 10.04.2014 - Blu-ray-Start: 10.04.2014
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Filmkritik zu Die Nonne

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Basierend auf dem Roman „Die Nonne“ von Denis Diderot, veröffentlicht in den 1790er Jahren, wurde die Geschichte bereit 1966 von Jaques Rivette verfilmt. Der Film wurde jedoch nach der Aufführung in Cannes verboten, da die Gefühle der katholischen Bevölkerung verletzt würden. 1967 durfte er dann wieder gespielt werden.

1765 in Frankreich: Suzanne Simonin lebt mit ihren Eltern und ihren zwei Schwestern einträchtig zusammen. Das ändert sich, als sie von ihren Eltern dazu gezwungen wird, das Gelübde als Nonne abzulegen und im Zuge dessen ein lange Zeit wohlgehütetes Geheimnis ihrer Mutter aufgedeckt wird: sie ist das Kind eines anderen Mannes und soll jetzt für die Sünden ihrer Mutter sühnen. Suzanne gibt sich ihrem Schicksal hin, doch im Kloster erfährt sie die schlimmste Zeit ihres Lebens. Sie lässt sich dadurch nicht unterkriegen und stellt sich gegen dieses Leben.

Wichtig für „Die Nonne“ ist zu erkennen, dass es sich nicht nur um eine Geschichte handelt, die die katholische Kirche angreifen soll. Viel mehr stehen Themen wie Unabhängigkeit, selbstbestimmtes Leben, Courage, Kraft und Freiheit im Vordergrund. Suzanne ist eine starke Persönlichkeit, die die Freiheit liebt und das Leben in einem Käfig nicht aushält. Als sie dann auch noch schlecht behandelt wird, geschlagen und in den Kerker gesperrt wird, beginnt sie zu rebellieren. Sie tut das, wovon viele träumen, aber nicht den Mut aufbringen: sie stellt sich gegen die Obrigkeit. Sie widersetzt sich ihrer Mutter Oberin und rebelliert gegen die Autorität.

Das ist es, was Diderot und jetzt auch Nicloux, mit seiner Version der Geschichte, dem Rezipienten vermitteln möchte: jeder hat ein Recht auf Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben. Keiner sollte sich zu etwas zwingen lassen, was er nicht will. Nicloux betont immer wieder die Aktualität der Geschichte. Diderot hat es nicht für seine Zeit geschrieben. Das, was erzählt wird, kann zu jeder Zeit passieren.

Der Film an sich lebt von der Erzählung und den Bildern. Es gibt wenig Musik, außer der, die im Film selbst gemacht wird. Der Zuschauer kann sich voll und ganz auf die Geschehnisse konzentrieren. Die Stimmung im Film passt sich recht gut den Geschehnissen an. Es ist alles recht düster, neblig und kalt.
Besonders überzeugend sind die Schauspieler. Besonders Pauline Étienne (Suzanne) und Francoise Lebrun (die letzte Mutter Oberin) können in ihrer Interpretation der Figuren punkten. Pauline Ètienne muss ein Mädchen spielen, das aus ihrem doch eigentlich sehr glücklichen Leben gerissen wird und zu etwas gezwungen wird, das ihrer Ansicht des Lebens widerspricht. Sie trägt eine Menge Verzweiflung in sich, aber auch Hoffnung und sehr viel Mut. Sie gibt nicht auf und begehrt gegen alles auf, was ihr nicht passt.

Francoise Lebrun stellt die Mutter Oberin in dem Kloster dar, das Suzanne besucht, nachdem sie aus dem Kloster, in dem sie misshandelt wurde, freigestellt wurde. Sie hat einen Narren an Suzanne gefressen und kann ihr sexuelles Begehren nach ihr nur schwer verbergen. Lebrun zeigt eine Frau, die im Herzen gut ist und doch im Konflikt mit ihrer sexuellen Gesinnung steht.

„Die Nonne“ ist keine leichte Kost. Man kann sich in das karge und harte Leben in einem Kloster im 18. Jahrhundert hineinversetzen. Auch wenn die Handlung zwischendurch immer wieder abflacht und langatmig wirkt, wird der Zuschauer durch immer wieder unerwartete Wendungen mitgerissen. Man kann zwar mit Suzanne mitfühlen, doch wird das Gefühlsleben des Zuschauers oft überstrapaziert.

Fazit:
„Die Nonne“ ist eine starke Geschichte, die eine starke Frau zeigt.

Wertung:
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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