Die Tribute von Panem 3 - Mockingjay: Teil 1 (2014)

OT: The Hunger Games: Mockingjay - Part 1 - 123 Minuten - Abenteuer / SciFi
Die Tribute von Panem 3 - Mockingjay: Teil 1 (2014)
Kinostart: 20.11.2014
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Tribute von Panem 3 - Mockingjay: Teil 1

Von am
Regisseur Francis Lawrence (ein gebürtiger Wiener) bewies bereits bei Die Tribute von Panem: Catching Fire, dass er stilistisch einen guten Nachfolger für Gary Ross, dem Inszenierer der ersten Buchverfilmung, abgibt. Mockingjay setzt direkt nach den 75. Hungerspielen an, nachdem diese durch die Rebellen unterbrochen wurden. Francis Lawrence’s Aufgabe besteht dieses Mal nicht mehr in der Inszenierung einer Arena, in der sich jugendliche Tribute bei den Hungerspielen gegenseitig wie Gladiatoren bekämpfen, sondern in der Darstellung des Aufstands zwischen Kapitol und den Distrikten. War in Catching Fire vorerst nur der Funke der Rebellion zu spüren, so spielt der dritte Teil der Jugendbuchverfilmung stattdessen bereits rund um die geplante Revolution der Rebellen des längst tot geglaubten 13. Distrikts. Mockingjay entwickelt vor allem eine vertiefende Charakterzeichnung der Figuren und soll das Publikum somit schon auf ein emotionales aber auch actionreiches Finale der Filmreihe vorbereiten.

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) muss sich nach ihrer Rettung aus der Arena, während der 75. Hungerspiele, in die graue und strikte Lebensweise des unterirdischen 13. Distrikts eingliedern, denn ihre Heimat Distrikt 12 gibt es nicht mehr. Der Distrikt möchte, dass Katniss das Gesicht der Rebellion darstellt – den lebenden Spotttölpel. Dieser Aufgabe ist Katniss vorerst nicht gewachsen und die Präsidentin des 13. Distrikts, Alma Coin (Julianne Moore), scheint ihr ebenfalls nicht sehr vertrauenswürdig. Währenddessen Katniss für die Rebellen authentische Promotion-Spots drehen soll, wird ihre Liebe Peeta Mellark (Josh Hutcherson) vom Kapitol für Anti-Kriegs-Spots sowie Interviews benutzt. Verzweiflung sowie Schmerz stehen ihm ins Gesicht geschrieben und Katniss‘ Sorgen um Peeta machen es vorerst noch unmöglicher für sie einen guten Spotttölpel darzustellen. Präsidentin Coin sowie Ex-Spielleiter Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) versuchen zu vermitteln, dass auch die übrigen Distrikte bereit sind bei der Revolution der Rebellen mit zu ziehen und als der Spotttölpel dies mit eigenen Augen sieht, beginnt Katniss‘ lodernde Flamme endlich als großes Feuer zu entfachen…

Wieder einmal beweist Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, dass sie eine würdige Heldin darstellen kann. Ihr Sujet reicht im Film von einer besorgten Schwester über ein verzweifeltes verliebtes Mädchen bis hin zu einer willensstarken jungen Frau. So begeistert Jennifer Lawrence zum Beispiel in der Szene als sie für die Propos (Fernseh-Spots für die Rebellion) einen unauthentischen und unsicheren Spotttölpel spielen muss. Für eine akustische Überraschung sorgt sie außerdem durch das selbst eingesungene Henkerslied. Katniss wird prinzipiell nicht als die perfekte Heldin dargestellt, sondern befindet sich sehr mit sich selbst in Zwiespalt, wem sie denn vertrauen kann und ob sie der Rebellion als Leitfigur dienen soll. Philip Seymour Hoffman ist als Plutarch Heavensbee in einer seiner letzten Rollen zu sehen. Als ehemaliger Spielleiter ist er von Beginn an von Katniss‘ Qualitäten als Spotttölpel überzeugt und versucht das übrige Rebellen-Team auf seine Seite zu ziehen. Julianne Moore wirkt als Präsidentin Alma Coin sehr kühl und sachlich, und ihre Vorgehensweise erinnert mit der Zeit doch sehr an jene des Kapitols. Josh Hutcherson bekommt in Mockingjay nicht mehr ganz so viele Minuten, dafür zeigt er aber eine etwas andere Seite von sich. In den Vorgänger-Teilen nahmen wir die Figur Peeta Mellark als den braven und vernünftigen Jungen von nebenan wahr, im aktuellen Teil entwickelt sich sein Charakter aber von einem verzweifelten und gefolterten zu einem letztendlich halluzinierenden und aggressiven Peeta. Liam Hemsworth wirkt nach wie vor in seiner Figur Gale wie ein Beschützer und ist fest entschlossen seinen Beitrag zur Revolution zu leisten, auch wenn er dies mit seinem Leben bezahlen müsste. Seine Entschlossenheit und Willensstärke das Kapitol zu stürmen, lässt ihn in Mockingjay etwas aus seiner Nebenrolle hervor kommen.

Mockingjay ist der kürzeste Teil der Filmreihe bis jetzt. Trotz alledem, wenn man kein Fan der Tribute von Panem-Trilogie ist, kann der Film doch etwas langatmig erscheinen. So stellt sich doch die berechtigte Frage ob es die beste Variante war das finale Buch in einem Zweiteiler zu inszenieren oder ob man nicht besser einen Finalteil, dafür aber in Überlänge, produzieren hätte sollen. Die Schwächen des Films liegen sicher darin, dass in den zwei Stunden wenig ereignisreiche Veränderungen geschehen und man sich eben, ganz getreu nach der ersten Hälfte der Romanvorlage, eher auf die Vertiefung der Charaktere sowie deren innerer Konflikte gewidmet hat.

Die Location-Atmosphäre ist dieses Mal eine andere, nämlich düster und grau – Ruinen, Lazarett, Massengräber und die unterirdische Anlage in Distrikt 13. Auf die Reichen und Schönen aus dem Kapitol verzichtet man in Mockingjay ebenfalls. In Distrikt 13 trägt jeder dieselbe Alltagskleidung, selbst Effie Trinket (Elizabeth Banks), von der man bis jetzt bunte Haarfarben und extravagante Kostüme gewohnt war, muss sich dieser Pflicht fügen. Innovative technische Entwicklungen anhand neuer Waffen, wie z.B. Katniss ExplosionsPfeile, spielen ebenso eine Rolle wie die Propaganda und Medienmacht beider bekämpfender Parteien. Durchgehend wird eine Kriegsstimmung auf beiden Seiten demonstriert und führt dem Zuseher direkt vor Augen, dass die aktuelle Situation in Panem nicht so fern von Realität ist. Moralische Zerrissenheit merkt man vor allem den Figuren Katniss und Peeta an und lässt dem Publikum selbst etwas Spielraum um Nachzudenken auf welche Seite man sich denn an deren Stelle schlagen würde.

Fazit:
Mockingjay ist eindeutig erwachsener als seine Vorgänger und kann vor allem durch Realitätsnähe, nämlich Kriegsszenen und Propaganda, sowie emotionaler Tiefe dieses Mal punkten. Auch die Charaktere wurden erwachsener und sind durch die Ereignisse der vorangegangenen Teile gezeichnet. Zwischendurch wirkt der Film leider aufgrund weniger
tragender Ereignisse etwas langatmig und so stellt sich berechtigt die Frage ob die Zweiteilung des finalen Buches nicht doch ein Fehler war. Obwohl Mockingjay erzählerisch nicht ganz mithalten kann mit seinen Vorgängern, ist der Film eine durchaus sehenswerte Buchverfilmung und stellt für den Zuseher quasi das Vorspiel auf einen emotionalen und kampfreichen letzten Teil, der im November 2015 folgen wird, dar.

Wertung:
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