Madame empfiehlt sich (2013)

OT: Elle s'en va - 116 Minuten - Drama
Madame empfiehlt sich (2013)
Kinostart: 14.02.2014
DVD-Start: 08.01.2015 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Madame empfiehlt sich

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Roadmovies kennt man zur Genüge aus amerikanischen Produktionen. Meist werden diese Fahrten durch ein Land seiner Wahl, von jungen Leuten bestritten, die dabei auf Abenteuer, Alkohol und zumeist auch Sex aus sind. „Madame empfiehlt sich“ zeigt uns einen Roadmovie auf eine ganz besondere Weise. Auch hier spielen Alkohol, Abenteuer und Sex eine Rolle, aber eben auf eine andere Art, wie es in den „klassischen“ Roadmovies der Fall ist.

Bettie (Catherine Deneuve) ist um die 60 Jahre alt, lebt seit ihrer Geburt in der Bretagne und führt dort ein Restaurant, das mehr schlecht als recht läuft. Erlebt hat sie schon viel: Sie war 1969 die Miss Bretagne und ihr Mann starb vor einigen Jahren. Seitdem hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Jedoch muss sie erfahren, dass er seine Frau für wiederum eine Andere verlassen hat, eine 25- jährige. Das wird Bettie alles zu viel und sie haut einfach ab.

Bettie stellt eine Frau dar, die vom Leben gezeichnet ist. Sie hatte nicht immer Erfolg und im Film wird einem klar gemacht, dass man auch als Schönheitskönigin durchaus Probleme mit sicher herumtragen kann. Sie musste Verluste ertragen und um ihre Existenz kämpfen. Doch Bettie ist stark und sie hat sich immer wieder aufgerappelt. Doch irgendwann ist das vorbei. Die Energiereserven sind zu Ende und man steht vor dem Leben und weiß keinen Ausweg mehr. Doch sie beschließt einfach wegzufahren. Weg aus dem Alltag und den Problemen. In die Natur, in die Berge, zur Küste, ans Wasser. Die Sorgen vergessen.
Dabei erlebt sie so einiges: Sie trinkt Alkohol, raucht wieder und hat einen One-Night-Stand mit einem viel jüngeren Kerl. Und so fährt sie durchs Land mit sich und ihren Sorgen, die halt doch nicht einfach weggehen.

Eine Wende in der Geschichte brachte Bercot, indem sie der alternden, verzweifelnden Bettie, den 11-jährigen Enkel Charly an die Seite gibt. Er ist der Hoffnungsträger. Nach anfänglichen Schwierigkeiten der Beiden, können sie schließlich doch zueinander finden. Sie stützen sich gegenseitig und er wird ihr Energiespender. Und sie lernt wieder zu lachen. Nemo Schiffmann spielt den kleinen Jungen, der schon viel zu erwachsen ist für sein Alter, hervorragend. Doch leider kommt seine Rolle ein bisschen zu kurz im Film.

Catherine Deneuve schafft es Bettie darzustellen wie sie ist: immer noch schön wie damals, aber doch älter und voller Zweifel. Immer wieder zeigt sie diese beiden Seiten und man könnte schon glauben es ist alles gut, da kommt die Seite des Zweifels wieder heraus und man weiß nicht, ob das alles gut für Bettie ist. Sie schafft es nicht, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Immer und immer wieder steht der damals gewonnene Schönheitswettbewerb zum Thema, der doch im Film schon einige Jahre zurückliegt. Deneuve spielt mit einer Kraft, die sie schon in ihren früheren Filmen („8 Frauen“) zur Genüge bewiesen hat. Sie spielt die Hauptrolle im Film und das wird mehr als deutlich. Ihre Suche nach ihrer Identität, ihrer Familie und der Lösung ihrer Probleme, wird im Film episodenhaft dargestellt. Mit jedem Stopp im Film wird Bettie anders. Doch man kann nicht erkennen, dass es ihr besser geht. Bis zum Schluss hat sie immer wieder Zweifel und Heulattacken. Ihre Probleme werden lediglich durch die Abenteuer die sie in jeder Episode erlebt überspielt, oft kommen neue Probleme hinzu. Das wirkt auf den Zuschauer ermüdend. Immer wieder dieselben Probleme und Themen: Der Schönheitswettbewerb und der verstorbene Mann.

Der Film unterhält, doch fehlt es der Geschichte an der nötigen Spannung. Sie fährt durchs Land und erlebt allerhand, doch es ist im Grunde recht kurzweilig und im Mittelpunkt bleibt Bettie. Sie lernt zwar viele Menschen kennen und es wird dem Zuschauer auch die Familie von ihr gezeigt, doch keiner kann an diese Figur herantreten. Sie ist der Mittelpunkt im Film und alles andere schwebt um sie herum und kann nicht richtig zum Publikum durchkommen.

Fazit:
Ein unterhaltsames Roadmovie, doch leiden die Spannung und die anderen Charaktere zwischendurch immer wieder. Der Film wirkt mit seinen 116 Minuten oft ermüdend und langatmig.

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
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