Reservoir Dogs

OT: -  95 Minuten -  Gangster / Drama
Reservoir Dogs
Kinostart: 04.09.1992
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Reservoir Dogs

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Reservoir Dogs ist das Spielfilmdebüt von Quentin Tarantino und somit die filmische Geburt eines der wegweisendsten stilistischen Genies unserer Zeit. Doch nicht nur allein die Tatsache das es sich um Tarantinos Erstlingswerk handelt hebt den Film aus der Masse heraus. In Reservoir Dogs beginnt die Entwicklung von Tarantinos Stil, der in Pulp Fiction seinen Höhepunkt findet. Dabei ist nicht die Geschichte das Interessante an diesem Film. Im Gegenteil: Die Geschichte ist höchst simpel. Das Geniale an Reservoir Dogs ist die Verschmelzung von der Tragödie mit dem klassischen amerikanischen Heist Movie. Doch klassisch, im Sinn von konventionell, ist im Endeffekt rein gar nichts an diesem Werk.

 

Der Gangsterboss Joe Cabot (Lawrence Tierney) trommelt eine Gruppe von Verbrechern zusammen um einen Juwelierladen zu überfallen. Gemeinsam mit seinem Sohn Eddie (Chris Penn) trifft er sich mit den Männern zum Essen. Sie planen den Überfall und legen los. Doch etwas geht schief. Es drängt sich der Verdacht auf dass sich ein Verräter unter ihnen befindet der den Überfall verraten hat. Nach und nach treffen die Verbrecher am vereinbarten Treffpunkt ein und rätseln was schief gelaufen ist. Doch die Zeit drängt: Denn Mr. Orange (Tim Roth) wurde angeschossen und droht zu verbluten...

 

Wie oben bereits erwähnt besitzt Reservoir Dogs sehr viele Stilelemente der klassischen Tragödie, wie zum Beispiel das Suchen des Verräters, das drohende Ungewisse und das mit Leichen gepflasterte Finale. Doch auch gewisse Aspekte des traditionellen amerikanischen Heist Movies finden ihren Weg in den Film. Doch natürlich wäre der Film nicht so berühmt geworden wie er nun einmal ist, wenn dies die einzigen Stützpfeiler von Reservoir Dogs wären.

 

Denn Reservoir Dogs lässt zum Beispiel das wichtigste Element der Heist Movies aus: Den Überfall selbst. Im Film wird nur die Einsatzbesprechung und das Treffen nach dem Misslungenen Überfall gezeigt. Unterbrochen wird dieser Erzählrythmus durch Rückblenden, die den Hintergrund der einzelnen Charaktere beleuchten. Im wesentlichen ist das Magische des Films der Erzählstil von Tarantino und die genialen Dialoge.

 

Obwohl der Film den im Normalfall spannendsten Teil eines solchen Film, den Überfall, weglässt erreicht Reservoir Dogs eine unglaubliche Intensität. Dies erklärt sich vor allem dadurch dass der Zuseher direkt ins ungewisse geworfen wird und erst nach und nach erfährt was eigentlich geschehen ist. Zusätzlich sorgen die wunderbaren Dialoge für einen großen Unterhaltungsfaktor und unterstützen den Film wirklich wunderbar.

 

Bereits der Anfangsdialog des Films, in dem sich die Verbrecher über die wahre Bedeutung des Madonna Songs Like a Virgin unterhalten, gibt Aufschluss darüber wie wichtig Tarantino die Musik ist. Besonders in Erinnerung bleibt die Folterszene des Polizisten Marvin Nash (Kirk Baltz), dem vom Mr. Blonde (Michael Madsen) ein Ohr abgeschnitten wird, nach dem dieser zu Stuck in the middle with you , vor den Augen des schockierten Polizisten tanzt. Doch nicht nur dieses Einzelwerk, sondern der gesamte Soundtrack des Films wurde perfekt gewählt.

 

Es ist wirklich beeindruckend was Tarantino hier geleistet hat. Nach dem er sein Drehbuch eigentlich unter minimalistischen Bedingungen verfilmen wollte, konnte er durch Glück, mit Hilfe der Frau des Schauspiellehrers eines Freundes, Harvey Keitel von dem Stoff begeistern. Dies bescherte ihm ein Budget von einer Million Dollar und ermöglichte die professionelle Umsetzung des Stoffes.

 

Reservoir Dogs ist aus vielerlei Hinsicht interessant. Der erste Punkt ist natürlich dass Tarantino dadurch die Möglichkeit hatte Pulp Fiction zu drehen um seinen Stil zu perfektionieren. Wenn man es kritisch betrachtet ist Reservoir Dogs nämlich nur eine einfachere stilistisch noch nicht vollkommen perfekte Form von Pulp Fiction. Doch dies hat auch einen gewissen Reiz, da der Film einige Ecken und Kanten hat und am Ende aufgrund der perfekten Inszenierung doch zu einem wunderbaren Filmgenuss wird. Das Besondere an Tarantino ist dass die Story die in vielen Filmen das Wichtigste ist, in den Hintergrund rückt, und alleine die perfekte Inszenierung und die Charaktere mit ihren ausgefeilten Dialogen in den Mittelpunkt rückt. Und man kann sich garantiert darauf verlassen dass man bei einem Tarantino Film stets etwas erfrischend anderes sieht.

 

Fazit:

Reservoir Dogs ist die Geburt des Tarantinostyle und ein wirklich überzeugendes Filmerlebnis.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 75
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