Noah (2014)

OT: Noah - 138 Minuten - Action / Abenteuer / Drama
Noah (2014)
Kinostart: 04.04.2014
DVD-Start: 28.08.2014 - Blu-ray-Start: 28.08.2014
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Filmkritik zu Noah

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Die Geschichte von Noah faszinierte Regisseur Darren Aronofsky schon lange vor seinen Welterfolgen Black Swan oder The Wrestler. Seitdem haben schon viele andere Filmemacher ihre Version der Arche Noah erzählt. Das Besondere an Aronofskys Interpretation? Er glorifiziert die Figur Noah nicht als Helden, sondern zeigt ihren ambivalenten Charakter und dass auch er am Ende nur ein Mensch war.

Noah (Russell Crowe), der letzte Nachkomme des dritten Sohnes von Adam und Eva, lebt mit seiner Familie ein einfaches Leben. Dies ändert sich jedoch, als ihm im Traum eine Prophezeiung Gottes erscheint. Gott ist von den Grausamkeiten der Menschen bitter enttäuscht. Durch eine apokalyptische Sintflut, soll die Erde von der Menschheit befreit werden. Als Auserwählter, soll Noah eine riesige Arche bauen, um zumindest der Tierwelt und seiner Familie das Überleben zu sichern.

Aronofsky hat ein Genre, das schon in den fünfziger Jahren (Die zehn Gebote, Ben Hur) groß zelebriert wurde, wieder neu zum Leben erweckt. Obwohl er sehr bibelgetreu erzählt, stellt er Noah weder als einen von Gott berufenen Gutmenschen dar, noch hebt er rügend den Zeigefinger zur Mahnung. Doch gibt die aktuelle Problematik des vom Menschen verursachten Klimawandels der Geschichte ganz von selbst einen zeitgemäßen Touch. In Noah erhebt sich ein uraltes Sujet, nämlich der ewige Kampf zwischen Gut und Böse, ausgelöst durch ein Familiendrama. Noah als letzter Nachkomme von Seth, der dritte Sohn Adam und Evas, soll Gottes Plan, die „bösen“ Menschen auszurotten, tatkräftig unterstützen. Die „Bösen“ sind in diesem Fall die Nachkommen von Kain, der bekanntermaßen seinen Bruder Abel tötete und damit zum ersten Mörder der Menschheitsgeschichte wurde.

In wiederkehrenden Intermezzi, werden die Zusammenhänge zwischen Sündenfall und Sintflut erklärt. Die Geschichte gleicht währenddessen immer mehr einem riesigen Fantasy-Epos, in dem sechsarmige, zu Stein gewordene Engelskreaturen Noah und seine Familie beim Schiffsbau unterstützen. Im letzten Filmdrittel hingegen, spitzt es sich immer mehr zum tragischen Charakterdrama zu. Im Glauben, Gottes Wille zu vollbringen und damit gleichsam Gutes zu tun, erkennt die Hauptfigur zunehmend das Böse in sich selbst und lastet eine immer größer werdende Schuld auf sich. Noah wird damit zu einer philosophischen Leitfigur, die verdeutlicht, dass der Mensch nun einmal beide Seiten in sich trägt und es allein darauf ankommt für welche Seite er sich entscheidet.

Wie schon bei Black Swan und The Wrestler, ist man auch hier sehr nahe an der Hauptfigur. In seinem Bestreben Gottes Wille zu folgen, gerät Noah immer mehr in einen inneren Zwiespalt. Seine unbeirrte Folgsamkeit, führt ihn zunehmend auch in Konflikt mit seiner Familie. Der Zuseher nimmt dabei unmittelbar an diesen familiären und emotionalen Diskrepanzen teil. Russell Crowe war zwar nicht die erste Wahl bei der Besetzung, doch kann man sich keinen Besseren in der Rolle des liebenden und gleichzeitig düsteren Titelhelden vorstellen. Mit Jennifer Connelly, mit der er bereits in A beautiful mind und Winter‘s Tale zusammen spielte, wurde ihm eine ebenbürtige Partnerin zur Seite gestellt. Aber auch Emma Watson brilliert als Noahs Schwiegertochter. Ist sie zu Beginn des Filmes noch ein wenig unscheinbar, so kann sie vor allem in den emotionalen Szenen am Ende zeigen, dass sie ihr Harry Potter-Image schon längst abgestreift und sich als ernst zu nehmende Darstellerin etabliert hat.

Noah ist visuell, dramaturgisch und schauspielerisch einfach grandios und damit Kino pur. Dass die zahlreichen visuellen Effekte nicht bloß um ihrer selbst willen eingesetzt wurden, sondern sich harmonisch in die Handlung einfügen, ist schließlich auch ein lobenswerter Aspekt.

Fazit:
Ohne Zweifel schwimmt Aronofsky auch weiterhin auf der Erfolgswelle. Die Idee den Menschen Noah greifbarer zu machen und statt eines Helden, einen zwiespältigen Charakter zu zeigen, der eine große Last auf seinen Schultern trägt, lässt einen bereits mehrfach verfilmten Stoff in einem gänzlich neuen Gewand erstrahlen. Zuletzt bleibt nur zu sagen: Noah bietet visuell und emotional pures Kinoerlebnis und ist definitiv nicht nur ein Film für Ostern.

Wertung:
9/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 16
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