Dallas Buyers Club (2013)

OT: Dallas Buyers Club - 117 Minuten - Biographie / Drama / Geschichte
Dallas Buyers Club (2013)
Kinostart: 07.02.2014
DVD-Start: 22.07.2014 - Blu-ray-Start: 22.07.2014
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Filmkritik zu Dallas Buyers Club

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Was hat dieser Matthew McConaughey nur für eine Wandlung durchgemacht. Vor nicht allzu langer Zeit war er noch auf flache Rollen in diversen romantischen Komödien abonniert - sein wichtigstes Merkmal war es in jedem Film das Shirt auszuziehen. Und dann so etwas: Zunächst die großartigen Auftritte in Killer Joe und Magic Mike, es folgte Mud, dann die unvergessliche Nebenrolle in Martin Scorseses The Wolf of Wall Street, seine epochale Leistung in der TV-Serie True Detective und nun seine Meisterleistung in Dallas Buyers Club, für die er als großer Oscarfavorit gilt. In diesem Jahr wartet außerdem noch der Auftritt in Christopher Nolans Interstellar. Man muss schon den Hut ziehen vor dieser Entwicklung, auch wenn Dallas Buyers Club durchaus noch mehr als den entfesselten Matthew McConaughey zu bieten hat.

Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist im Texas der 1980er Jahre ein simpel gestrickter Lebemann wie er im Buch steht. Er liebt das Rodeo, Alkohol, Drogen und natürlich Frauen. Da kommt es natürlich extrem überraschend, dass er plötzlich an Aids erkrankt und sich sein Leben für immer verändert. Nicht nur, dass ihm die Ärzte nur 30 Tage zum Leben geben - für seine Freunde ist klar: Aids bekommen nur Homosexuelle und Ron wird ausgestoßen. Doch Ron ist eine Kämpfernatur und gibt nicht auf. Er erfährt von einer experimentellen Methode in Mexiko, die in den USA noch nicht zugelassen ist. Da er äußerst gut auf die Behandlung reagiert, will er die Medikamente in die USA schmuggeln und mit Hilfe des transsexuellen Rayon (Jared Leto) verkaufen…

Dallas Buyers Club erweist sich als äußerst abwechslungsreicher und vielschichtiger Film. Was beginnt in der Rodeoszene in Texas, also quasi in der Hochburg der Machos, bewegt sich schließlich hin zum Drogenschmuggel, geht auf die Homosexuellenszene ein und wird schließlich sogar zum Korruptions-Gerichts-Drama. Regisseur Jean-Marc Vallée hält die Zügel fest in die Hand und schafft es leichtfüßig durch die verschiedenen Kapitel zu führen, sodass man als Zuseher nie das Gefühl hat einen großen Bruch in der Erzählung zu bemerken. Alles gleitet ganz natürlich ineinander und fügt sich zu einem komplexen Portrait eines eigenwilligen Menschen zusammen.

Der Grundtenor der Erzählung ist dabei zwar eher ernst, allerdings gelingt es vortrefflich auch humoristische Momente einzubringen, die sich nicht wie ein Fremdkörper anfühlen. Auch äußerst beeindruckend ist es wie es der Film schafft die verschiedenen Milieus auszuarbeiten und vorzustellen. Das beginnt bei den klassischen Texasmännern und endet bei Rons späterem Untertauchen in der Homosexuellenszene. Sowohl wie die Milieus ausgearbeitet sind, als auch wie Ron Woodroof mit ihnen interagiert ist ausgezeichnet gelungen und verleiht dem Film eine sehr interessante Note.

Die wahre Trumpfkarte des Films sind aber die Darsteller. Wie bereits eingangs erwähnt brilliert Matthew McConaughey mit seiner vielschichtigen Interpretation eines Aidskranken, die nur auf den ersten Blick in Schubladen zu stecken ist, sich bei näherem Hinsehen aber als äußerst komplexe und wunderbar ausgearbeitete Figur entpuppt. Überraschend ist allerdings, dass Matthew McConaughey trotz seiner Galavorstellung nicht der alleinige Höhepunkt des Films ist. Die nuancierte Darbietung von Jared Leto, der genau wie McConaughey ordentlich für seine Rolle abmagerte, ist mindestens auf Augenhöhe und das eigentliche emotionale Rückgrad des Films.

Wenn man einen Schwachpunkt am Film festmachen möchte, dann ist dies wohl der Handlungsstrang rund um Jennifer Garner, bzw. die angedeutete Freundschaft/Romanze zwischen ihr und Ron Woodroof. Zwar spielt Garner durchaus gut, allerdings bietet dieser Abschnitt kaum Mehrwert. Doch man soll sich davon nicht die Stimmung verderben lassen. Dallas Buyers Club ist ein gelungener, teilweise sehr kreativ inszenierter Film mit brillanten Darstellern und einer wichtigen Botschaft. Tortz kleinen emotionalen Durchhängern im Mittelteil ist der Film somit äußerst empfehlenswert.

Fazit:
Dallas Buyers Club ist nur auf den ersten Blick die große Galavorstellung von Matthew McConaughey. Sieht man genauer hin, entdeckt man auch einen äußerst vielschichtigen und abwechslungsreichen Film, der es ausgezeichnet versteht die gezeigten Milieus zu schildern, diverse Themen anzusprechen und der mit Jared Letos feinsinniger Darbietung eine weitere schauspielerische Glanzleistung zu bieten hat. Trotz kleinen emotionalen Durchhängern ist Dallas Buyers Club ein äußerst sehenswerter Film.

Wertung:
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Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 21
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