The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014)

OT: The Amazing Spider-Man 2 - 142 Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy
The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014)
Kinostart: 17.04.2014
DVD-Start: 04.09.2014 - Blu-ray-Start: 28.08.2014
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Filmkritik zu The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

Es gibt kein anderes Filmgenre zurzeit, welches so sehr im Kino gefeiert wird wie der Superheldenfilm. Wer das Kinoprogramm regelmäßig mitverfolgt weiß, dass die Blockbustersaison im März beginnt und sich mit kleinen Lücken bis zur Oscar-Phase hinauszieht. Dabei dominieren seit dem Boom der Marvel-Filme die Superhelden, die besonders viele Film und vor allem Comic-Fans in die Kinos locken. Demzufolge kann schon beinahe ein Superheldenüberschuss beobachtet werden, sodass folgende Frage berechtigt ist: welchen Film kann ich auslassen und welchen Film muss ich sehen?

Im Hinblick auf den äußerst beliebten Helden Spider-Man, der aufgrund der Reboot-Entscheidung von Sony Pictures in der The Amazing Spider-Man-Reihe seine Geschichte bereits zum zweiten Mal erzählen darf, bahnt sich Großes an. War der erste Teil der neuen Reihe noch eher simple konstruiert so wirkt der zweite Teil einerseits komplexer, allerdings kristallisiert sich im Laufe der Zeit ein überladener und teilweise auch oberflächlich gezeichneter Unterhaltungsfilm heraus. Nichtsdestotrotz ist The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro ein packender und technisch gesehen ein bombastischer Spaß-Film geworden, der sicherlich die Superheldenfans unterhalten wird.

Der Highschool-Abschluss von Peter Parker (Andrew Garfield) und Gwen Stacy (Emma Stone) steht bevor. Während Gwen ihre Rede hält und gespannt Ausschau nach Peter hält, rettet dieser erneut in seinem Spider-Man Anzug New York vor den kriminellen Übeltätern. Es hat sich also nicht viel geändert, außer dass Peter dem verstorbenen Captain Stacy (Denis Leary) kurz vor seinem Tod versprochen hat seine Tochter Gwen loszulassen, um sie damit vor den Gefahren, welche ihn umkreisen zu beschützen.

Aufgrund Peters distanzierter Art trennt sich daraufhin Gwen von ihm. Monate später erbt Harry Osborne (Dane DeHaan) ein guter Freund von Peter, das Großunternehmen Oscorp. Zugleich erkennt Harry, dass eine tödliche Krankheit in ihm lauert, die er nur mit der Hilfe von Peter Parker/Spider-Man überwinden kann. Obendrauf erhält der Außenseiter und Oscorp-Techniker Max Dillon (Jamie Foxx) bei einem Arbeitsunfall übernatürliche Kräfte und stellt damit nicht nur eine große Gefahr für New York, sondern auch für Spider-Man selbst dar…

The Amazing Spider-Man hat im Jahr 2012 über 750 Millionen Dollar in die Kinokassen gespült und war aus diesem Grund ein weltweiter Erfolg. Demnach ist die Frage überflüssig, ob die Entscheidung ein Reboot in die Kinos zu bringen berechtigt war. Der neue Spider-Man, in diesem Fall Andrew Garfield, hat mit seinem Charme das Publikum im Sturm gewonnen. In Verbindung mit seiner Love Interest Gwen Stacy / Emma Stone verzaubert er die Zuseher. Diesen großen Pluspunkt, die Chemie zwischen den beiden Darstellern, hat der Regisseur Marc Webb, welcher auch den ersten Teil in Szene setzte, eingefangen und beibehalten. Egal, ob sich Peter und Gwen streiten oder miteinander lachen – als Zuseher fühlt man sich stets wohl beim Betrachten des Paares.

Bekannt sollten für den Zuseher auch die Leichtigkeit und der Spaßfaktor sein, welcher auch in diesem Film äußerst hoch gehalten wird. Der Regisseur Marc Webb ((500) Days of Summer, 2009) und die Drehbuchautoren James Vanderbilt (White House Down, 2013; The Amazing Spider-Man, 2012), Roberto Orci und Alex Kurtzman (beide bekannt für Star Trek Into Darkness, 2013) sowie Jeff Pinkner (Lost) begeistern erneut mit zahlreichen lustigen Dialogen als auch mit humorvollen Szenen, vergessen dabei jedoch nicht die Ernsthaftigkeit und die Tragik, die jeder gute Superheldenfilm beinhalten sollte. Dadurch bietet der Film viel Abwechslung, sodass der Zuseher gepackt und erst wieder am Ende losgelassen wird.

Ferner haben die Drehbuchautoren mit den Figurenzeichnungen ein zweischneidiges Schwert erschaffen. Zwar ist die Bande um Peter Parker gut dargestellt, die Handlungen der Charaktere sind damit nachvollziehbar und bieten genug Freiraum zur Identifikation, jedoch wurden die neuen Figuren und damit beispielsweise Max Dillon und Harry Osborne klischeehaft und oberflächlich gezeichnet. Darüber hinaus bilden sich mit diesen neuen Charakteren einige neue Nebenplots, sodass der Film überladen wirkt.

Peter Parker hat hier nicht nur mit seiner Vergangenheit und mit seiner Beziehung zu Gwen Stacy zu kämpfen, sondern muss sich unter anderem auch vielen neuen Gefahren aussetzen. Für einen Blockbusterfilm dieser Größenordnung ist dies einfach zu viel und zwar nicht weil es zu komplex für die Zielgruppe ist, sondern da zu wenig Zeit für das jeweilige Problem übrig bleibt. Einige Handlungsstränge erscheinen damit nur Mittel zum Zweck um die Spannung am Ende noch einmal Hochzuschrauben und daraufhin noch eine Actionszene aufzuführen, welche die bereits gelungene Szene davor überbieten soll.

Doch dies ist sicherlich Meckern auf hohem Blockbusterniveau, denn die visuellen Effekte, hier auch die 3D-Technik gemeint, sowie die Soundkulisse sind nicht nur gelungen, sondern verdienen sicherlich ein großes Lob. Wenn Spider-Man im Kinosaal herumfliegt und sich von Hochhaus zu Hochhaus schwingt, dann verzeiht man als Zuseher dem Film jeden dramaturgischen Drehbuchfehler. Die Action ist spektakulär. Es ist zudem beachtenswert wie Marc Webb zum Beispiel von einer Sekunde auf die andere aus dem Times Square eine Kampf-Arena verwandelt.

Auch die Musik ist passend zur restlichen Stimmung und Zielgruppe des Films. Marc Webb hat sich hierfür den Film-Musik-Komponisten Hans Zimmer ausgesucht, der in Zusammenarbeit mit Pharrell Williams einen Soundtrack im heutigen Popzeitalter generiert hat. Hans Zimmer ist für seine lauten Töne aus den Christopher Nolan-Filmen The Dark Knight (2008) und Inception (2010) bekannt. Bei jedem Filmkenner sollten spätestens hier die Glocken läuten: der Sound aus The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro geht aufgrund dessen unter die Haut.

Fazit:
Ist The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro nun ein Muss für jeden Superhelden-Film-Fan? Auf jeden Fall! Der Film ist extrem in allen seinen Hinsichten. Superhelden ziehen das Extreme an und der zweite Teil der Amazing Spider-Man-Reihe füllt die Erwartungen der Zielgruppe aus. Der Film bietet effektvolle Actionszenen, lustige Dialoge, zuordenbare Hauptcharaktere, eine bemerkenswerte Soundkulisse und vergisst dabei nicht den tragischen Kern. Einzig und allein der angesetzte dramaturgische „Größenwahn“ ist zu bemängelt, der den Filmspaß ein wenig nach unten drückt. Weniger ist bekanntlich mehr. Letztendlich kann darüber aufgrund der bereits angeführten Pluspunkte hinweggesehen werden.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.1/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 17
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