Saving Mr. Banks (2013)

OT: Saving Mr. Banks - 125 Minuten - Biographie / Komödie / Drama / Geschichte / Musik
Saving Mr. Banks (2013)
Kinostart: 06.03.2014
DVD-Start: 17.07.2014 - Blu-ray-Start: 17.07.2014
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Filmkritik zu Saving Mr. Banks

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Die Zeiten, in denen allein die Namen von Schauspielern die Kinosäle füllten, sind so gut wie vorbei. Auch in diesem Fall, sind es nicht primär die Darsteller, die die Zuseher ins Kino locken, sondern die eigentliche Filmstory. Dennoch entsprechen die Leading Roles von Saving Mr. Banks, Tom Hanks und Emma Thompson, den Erwartungen wieder einmal voll und ganz. Eine große positive Überraschung hingegen ist Colin Farrell, dem man zuvor noch nicht als hingebungsvollen und idealistischen Vater um die Jahrhundertwende kennenlernen durfte.

Hollywoodproduzent Walt Disney (Tom Hanks) versucht seit 20 Jahren unter allen Umständen Mary Poppins, das Lieblingsbuch seiner Töchter, auf die Leinwand zu bringen. Die britische Autorin P.L. Travers (Emma Thompson) weigert sich jedoch hartnäckig die Filmrechte abzugeben. Erst im Jahr 1961, als die finanziellen Mittel ihres Bestsellers zu Neige gehen und auf Drängen ihres Agenten (Ronan Vibert), folgt sie Disneys Einladung nach Los Angeles zu kommen. Das erste Treffen verläuft mehr als schleppend. Auch die Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Don DaGradi (Bradley Whitford) und dem Komponisten-Duo Richard (Jason Schwartzman) und Robert Sherman (B.J. Novak) gestaltet sich schwierig. Travers hat an allem etwas auszusetzen und zeigt sich kaum kompromissbereit. Disney steht vor einer schier unüberwindbaren Herausforderung, bis ihm klar wird, dass die Romanfigur Mary Poppins für Travers weit mehr ist, als nur eine fantastische Erfindung eines märchenhaften Buches.

War sie wirklich so? War P.L. Travers, die Autorin des beliebten Kinderbuches Mary Poppins, tatsächlich so kratzbürstig wie sie im Film von Thompson dargestellt wird? Möglich wäre es, denn diese rüde, kühle, englische Art war schließlich eine Fassade, die sie aufrecht hielt, um sich nicht mit den Enttäuschungen aus ihrer Kindheit auseinandersetzen zu müssen. Und Saving Mr. Banks erzählt neben der Zusammenarbeit zwischen Travers und Disney auch die Geschichte von Travers Kindheit. In wiederkehrenden Rückblenden in das Jahr 1906, erfahren die Zuseher schrittweise mehr von Travers Seelenleben, sodass sich das, was hinter der Fassade steckt, immer deutlicher offenbart. Ihr schroffes Wesen verbirgt also nicht nur eine innerlich zerrissene und traurige Person, es sorgt auch immer wieder für humoristische Momente. Wenn beispielsweise eine empörte Travers, das Begrüßungsgeschenk, eine Plüsch-Mickey-Maus in Überlebensgröße, in die Ecke setzt und pikiert erklärt, dass diese dort solange bleiben müsse, bis sie gelernt hat wie man sich zurücknimmt.

Thompson bringt Travers Gefühlswelt perfekt auf den Punkt. Sie schafft es, diese humorlose, kontrollierte Frau, die ganz und gar unsympathisch ist, sympathisch darzustellen. Unterstützt wird dies selbstverständlich durch die vielen Rückblenden, die zunehmend Verständnis für ihre Art erwecken. Hanks entspricht in seiner Rolle rein äußerlich nicht unbedingt dem Original. Doch machen die Produzenten auch kein Geheimnis daraus, dass dies nie ihre Absicht war, spielt er doch eher eine Nebenfigur. Für sie war es wichtiger, dass Disney von innen heraus glaubwürdig erscheint. Hanks ist hierfür die Idealbesetzung. So sind er und Disney einander gar nicht so unähnlich: bodenständig, durchgehend erfolgreich und mit einem Schalk, der ihnen aus den Augen schaut. Farrell hingegen fällt so überraschend positiv auf, dass er anhaltend im Gedächtnis bleibt. Vorwiegend bekannt für Filme wie Nicht auflegen!, Brügge sehen…und sterben? und Total Recall spielt er in Saving Mr. Banks den Vater der jungen P.L. Travers. Eine äußerst tragische Figur, die zur Vorlage des Mr. Banks im Mary Poppins Roman wird.

Doch der Film lebt nicht allein von diesem herausragenden Cast. Es ist die persönliche Geschichte und die Intimität die zwischen den Figuren und den Zusehern herrscht, die den Film so greifbar und spürbar machen. Saving Mr. Banks ist keine Biografie über Walt Disney, sondern bietet einen berührenden Einblick in Mary Poppins innerste Filmseele. Woraus sich gleichzeitig ein sehr schöner Effekt einstellt. Denn jedem, der die Verfilmung bereits aus seiner Kindheit kennt, wird bei wiederholtem Ansehen eine völlig neue Dimension eröffnet mit dem Wissen, welche Geschichte wirklich hinter Mary Poppins steckt.

Fazit:
Was macht einen sehenswerten Film aus? Eine gute Geschichte, überzeugende Darsteller und eine Emotionsebene, die die Zuseher mit in das Geschehen einbindet. Saving Mr. Banks bietet im Grunde keinen Raum für große Beanstandungen. Trotzdem gebe ich nicht die volle Punktezahl, da der Film sich sehr wahrscheinlich nur bei denjenigen direkt ins Herz spielen wird, die schon zuvor dem zauberhaften Charme der Mary Poppins-Verfilmung erlegen sind.

Wertung:
9/10 Punkte
Filmering.at
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