Philomena (2013)

OT: Philomena - 98 Minuten - Drama
Philomena (2013)
Kinostart: 28.02.2014
DVD-Start: 05.09.2014 - Blu-ray-Start: 05.09.2014
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Filmkritik zu Philomena

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In diesem Jahr gibt es neun Filme, die unter den Nominierten für den Oscar als „Bester Film“ anzutreffen sind. Einer davon ist der britische Film „Philomena“, welcher von Regisseur Stephen Frears in Szene gesetzt wurde.

Philomena Lee (Judi Dench) ist eine pensionierte Krankenschwester, die ihrer Tochter ein Geheimnis anvertraut, welches sie über 50 Jahre für sich behalten hat. „Phil“, wie sie von ihren Freunden genannt wird, hat einen unehelichen Sohn zu Welt gebracht. Nachdem sie von der eigenen Familie verstoßen wurde, war es für die damalige, nicht all zu vergangene und streng katholische Zeit üblich, Mutter und Kind in ein Kloster zu schicken. Während die Mutter Zwangsarbeit verrichten musste, um die Kosten für die Entbindung zu begleichen und um gleichzeitig für ihr „sündiges Verhalten“ zu büßen, wurde das jeweilige Kind zur Adoption freigegeben. So ist es auch Philomena und ihrem Sohn Anthony ergangen.

Philomenas Tochter arbeitete bei einer Feierlichkeit als Kellnerin und hat zufällig mitbekommen, dass Martin Sixsmith (Steve Coogan), ein ehemaliger Politik-Journalist, nach einer neuen Herausforderung sucht. Nach anfänglichen Bedenken willigte Sixsmith ein und hilft fortan Philomena bei der Suche nach ihrem Sohn.

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte – einer Geschichte welche unfassbarer nicht sein könnte. Regisseur Stephen Frears hat sich dieser Verfilmung angenommen und zauberte daraus ein Filmerlebnis der besonderen Art und Weise. Zwar war es Frears der im Hintergrund die Fäden gezogen hat, jedoch ist es vor allem dem Drehbuch von Jeff Pope und Hauptdarsteller Steve Coogan zu verdanken, denen eine wundervolle Adaption zur Buchvorlage gelungen ist. Neben der ernsten Thematik findet man trotzdem immer wieder kleine Schlupflöcher, die für ein wohliges, teils sogar unterhaltsames Befinden sorgen. Diese schmale Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor gelingt stets auf sehr hohem Niveau und lässt einem tief in die Gefühlswelt der jeweiligen Charaktere eintauchen.

Neben dem famosen Drehbuch ist es aber natürlich vor allem die schauspielerische Finesse, mit der uns Hauptdarstellerin Judi Dench überschüttet. Dench blüht in ihrer liebevollen Rolle als Philomena Lee regelrecht auf und liefert wohl eine der besten Leistungen ihrer immensen Karriere ab. Ihre 7. Oscar-Nominierung ist deshalb mehr als gerechtfertig, auch wenn sie letztendlich bei der teils übermächtigen Konkurrenz wohl nichts mit dem Gewinn zu tun haben wird.

Ein weiteres markantes Detail und absolut erwähnenswert ist das musikalische Schaffen von Komponist Alexandre Desplat, der durch seinen ganz eigenen Stil nicht nur für frischen Wind in der teils verstaubten Filmmusik-Branche sorgt, sondern vor allem mit wunderschönen Melodien genau den Nerv des Zusehers trifft. Seine verträumte Musik ist wie so oft die perfekte Untermalung zum Gesehenen.

Fazit:
„Philomena“ ist ein Film, welcher mit einem starken Drehbuch und einer noch viel stärkeren Judi Dench besticht. Durch die herzliche und aufrichtige Art der Philomena Lee hat man sehr schnell einen emotionalen Draht zu ihr aufgebaut und hofft von der ersten bis zur letzten Sekunde an einen positiven Ausgang dieser sagenhaften Geschichte. Man lacht, weint und leidet mit ihr mit. Gefühlskino par excellence!

Wertung:
8/10 Punkte
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