Pompeii 3D (Pompeji) (2014)

OT: Pompeii - 98 Minuten - Action / Abenteuer / Drama / Geschichte / Romantik
Pompeii 3D (Pompeji) (2014)
Kinostart: 28.02.2014
DVD-Start: 07.08.2014 - Blu-ray-Start: 07.08.2014
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Filmkritik zu Pompeii 3D (Pompeji)

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Filme, die bisher unter der Regie von Paul W.S. Anderson entstanden sind, spalten für gewöhnlich die Geister. Unter seinen Aushängeschildern wie der Resident Evil-Reihe, Die drei Musketiere und Mortal Kombat finden sich sicher viele Anhänger. Unter den Kritikern gilt er höchstens jedoch als durchschnittlicher Regisseur mit Hang zu großem Actiongehabe. Auch im Vorfeld der Verfilmung über den Untergang der Stadt Pompeii herrschten große Zweifel ob der geeigneten Wahl des Regisseurs.

Pompeii erzählt die Geschichte des Sklaven Milo (Kit Harington), dem im Jahr 79 n. Chr. der zweifelhafte Ruf eines unbesiegbaren Gladiators zuteil wird. Auf dem Weg nach Pompeii, verliebt er sich in die wunderschöne und wohlhabende Cassia (Emily Browning), die gegen ihren Willen mit dem korrupten römischen Senator Corvus (Kiefer Sutherland) verlobt wurde. Als plötzlich der Vesuv beginnt auszubrechen und eine der größten Naturkatastrophen der Geschichte seinen Lauf nimmt, muss Milo sich seinen Weg aus der Arena kämpfen, um seine Freiheit zu erlangen und seine große Liebe zu retten.

Ein möglicher Grund, warum gerade Anderson als Regisseur beauftragt wurde, ist, dass er trotz aller Kritiken für ausreichend gute Box-Office Ergebnisse sorgt. Anderson selbst, bekommt mit Pompeii freilich eine ausgezeichnete Inszenierungsvorlage, bei der er all seinen Vorlieben nachgehen kann. Ein Katastrophenfilm inklusive Gladiatorenkämpfe und Machtspielereien, eignet sich als perfekte Spielwiese für technische Spielereien und zahlreiche Actionszenen. Anderson ist seinem Inszenierungsstil definitiv treu geblieben. Dass diesmal nicht auch seine Lieblingsschauspielerin und Ehefrau Milla Jovovich mit dabei ist, ist da fast ein Wunder. Stattdessen spielt ein Cast, der sich durchaus sehen lassen kann. Mit Kit Harington (Game of Thrones), Kiefer Sutherland (24), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Lost), Jessica Lucas (Melrose Place) und Jared Harris (Mad Men) reiht sich ein bekannter Serienstar nach dem anderen in das Filmspektakel ein.

Allerdings gibt ihnen Anderson nicht allzu viel Raum, um ihr schauspielerisches Talent zu zeigen. Die Figuren bleiben facettenarm und oberflächig, sodass sich beim Zuschauer keine Art von Mitgefühl einstellen kann. Die Geschichte ist nie wirklich berührend oder erwähnenswert konfliktgeladen. Stattdessen greift Anderson lieber tief in die Hollywood-Kitsch-Kiste. Oder welche Erklärung gäbe es sonst, aus einem freiheitskämpfenden Gladiator, der einem Reitervolk entstammt, einen Pferdeflüsterer zu machen? Erst gegen Ende, wo es eigentlich schon fast zu spät ist, fangt man ein wenig an die Figuren zu mögen.

Wie schon bei seinen Vorgängern, konzentriert sich Anderson mehr auf die visuelle Ebene. Auch diesmal orientiert er sich am modernen Zeitgeist und bringt Pompeii in 3D auf die Leinwand. Die meiste Zeit jedoch bringt dieser Effekt herzlich wenig. Erst im letzten Drittel des Filmes, macht sich der 3D-Effekt bezahlt. So kommt es schon das eine oder andere Mal vor, dass man kurz zusammenzuckt, weil man denkt, man wird sogleich von einem Vulkangesteinsbrocken getroffen. Trotzdem: hätte sich Anderson mehr auf das Wesen dieser Erzählung und das Genre eingelassen und sich weniger auf die technische Umsetzung fokussiert, wäre es definitiv ein Gewinn für den Film gewesen.

Stattdessen bleibt es bei einer simplen Handlung. Das Ergebnis ist ein Mainstream-Film, der alle Bedürfnisse mehr oder weniger gut stillt. Ein Freiheitskampf hier, eine Liebesgeschichte à la Titanic dort und als Rahmenhandlung eine Naturkatastrophe. Anderson bleibt immer auf der sicheren Seite mit Filmen mit großen Namen, hinter denen aber nicht allzu viel Großes steckt. Allzu schleppend wird es dann glücklicherweise aber auch nicht, da er sich ziemlich genau auf die obligatorischen 90 Minuten beschränkt und das Unheil nicht unnötig in die Länge zieht.

Fazit:
Kennt man einen Anderson-Film, kennt man sie alle könnte man sagen. Pompeii ist nicht durch und durch schlecht, denn noch immer ist die wahre Geschichte, die dahinter steckt erschütternd und faszinierend zugleich. Auch die Schauspieler wissen – innerhalb des Feldes, in dem sie spielen dürfen – sehr gut zu überzeugen. Das zusammengenommen, reicht allerdings nicht aus, um eine einwandfreie Empfehlung aussprechen zu können. Fans von Anderson-Filmen und Freunde für historische Filmstoffe können einen Blick riskieren. Mainstream-Filme sind per se nichts Schlechtes. Wer sich darauf einstellt wird auch nicht so sehr enttäuscht sein.

Wertung:
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Filmering.at
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