X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)

OT: X-Men: Days of Future Past - 131 Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy / SciFi
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)
Kinostart: 22.05.2014
DVD-Start: 02.10.2014 - Blu-ray-Start: 02.10.2014
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Filmkritik zu X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

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Bryan Singer hatte einst mit seinem X-Men einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass das Genre der Comicverfilmungen sattelfest in Hollywood etabliert wurde. Ein talentierter Regisseur, der zuvor mit dem oscarprämierten Die üblichen Verdächtigen aufgefallen war, widmet sich den Comics - da kann man durchaus genauer hinsehen. Anschließend hielt er mit dem Sequel das Niveau, kehrte der Reihe allerdings schließlich den Rücken zu, was zum eher ungeliebten dritten Teil X-Men: Der letzte Widerstand führte. Nach einigen Spin-Offs nimmt Bryan Singer nun allerdings erneut am Regiestuhl platz und schafft es mit seinem launigen Zeitreiseableger X-Men: Zukunft ist Vergangenheit zahlreiche Fehler auszubügeln die der dritte Teil verschuldete.

Die Zukunft: Der Konflikt zwischen Menschen und Mutanten ist eskaliert. Die von den Menschen erschaffenen Roboter, die Sentinels, haben nicht nur die Zahl der Mutanten dezimiert, sondern es auch auf alle Menschen abgesehen, die den Mutanten wohlwollend gesinnt sind. Die Zukunft ist also eher düster, sodass sich auch Professor Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen) wieder zusammenraufen müssen um eine Lösung zu finden. Kurzum beschließen sie mit Hilfe der Kräfte von Kitty Pryde (Ellen Page) den unverwüstlichen Wolverine (Hugh Jackman) zurück ins Jahr 1973 zu schicken, wo er verhindern soll, dass die junge Raven/Mystique (Jennifer Lawrence) den Sentinelerschaffer Dr. Bolivar Trask (Peter Dinklage) tötet, was schließlich zur politischen Berechtigung des Roboterbaus führen wird…

Zeitreisen sind immer eine heikle Angelegenheit. Storytechnisch ergeben sich meistens höchst unterhaltsame Möglichkeiten, allerdings ist die Integrität der Story eine sehr zerbrechliche Hülle. Ganz besonders trifft dies zu wenn man es (wie im Fall von X-Men) auch noch mit einem ganzen Franchise zu tun hat, das mit all seinen Vorgängern und Spin-Offs die nie so wirklich auf eine Zeitreiseepisode ausgelegt waren, jede Menge Fallstricke bereit hält. Und leider muss gesagt werden: Die raum- und zeitliche Verortung von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit sorgt durchaus für Probleme hinsichtlich der Konsistenz des X-Men Universums, die über das übliche Paradoxon der Zeitreisen hinausgeht.

Es soll an dieser Stelle nicht gespoilert werden, aber so manche Ereignisse des Films (auf beiden Zeitebenen) harmonieren nicht direkt mit der Handlung die man in den existierenden X-Men Filmen gesehen hat. Bereits der Einstieg wirkt holprig. Auf Grund der bisher gezeigten Ereignisse wurde man nicht so recht auf diese dystopische Zukunftsvision vorbereitet, sodass man zunächst etwas erstaunt ist wie es soweit kommen konnte, ohne dass die bisherigen Filme wirklich darauf hindeuteten. Leider muss auch gesagt werden, dass der Handlungsstrang in der Zukunft auch dauerhaft der schlechtere der beiden bleibt und letzten Endes den Eindruck eines Lückenfüllers hinterlässt, da man sich bereits früh denken kann, dass durch Veränderungen in der Vergangenheit die Zukunft ohnehin anders aussehen wird.

Doch leider bleibt der Film auch an dieser Stelle erzähltechnisch etwas zu inkonsistent. Obwohl Wolverine gravierende Auswirkungen auf die Vergangenheit hat und Schlüsselmomente verändert, sind in der Zukunft erst ganz am Ende Auswirkungen erkenntlich, sobald es den Filmemachern genehm ist. Hier scheint die Brüchigkeit der Zeitreisestory am deutlichsten durch. Doch wenn man über diese raumzeitlichen Probleme hinwegsehen kann, dann bekommt man mit X-Men: Zukunft ist Vergangenheit einen sehr unterhaltsamen Film geboten, der mit Wolverine über einen ausgezeichneten fish-out-of-water Charakter verfügt, der in der Vergangenheit für hohen Unterhaltungswert sorgt.

Wie bereits in X-Men: Erste Entscheidung angedeutet wurde, besitzt der Handlungsstrang in der Vergangenheit jede Menge Potential. Mit einem Starensemble rund um James McAvoy, Michael Fassbender und Jennifer Lawrence hat man jede Menge Schauspielpower an Board, die in Zukunft ist Vergangenheit auch noch um X-Men Superstar Hugh Jackman, sowie die anderen klassischen Mutanten wie Patrick Stewart, Ian McKellen und Halle Berry ergänzt werden, was darstellerisch absolut keine Wünsche offen lässt. Hinzu kommt noch das herrliche Spiel mit dem Zeitgeist und der Geschichte, die nun auch noch mit bissigen Wolverine Kommentaren ergänzt werden kann, was zugegebenermaßen unverschämt gut funktioniert.

Überraschend ist jedoch, dass die von Matthew Vaughn inszenierte Vergangenheitsepsiode in X-Men: Erste Entscheidung fast noch besser funktioniert hat als der neuerliche Versuch von Bryan Singer. Zwar hat auch Zukunft ist Vergangenheit großartige zeitgeschichtliche Momente, wie einen neuen Twist zur Kennedy-Ermordung, allerdings muss man insgesamt doch sagen, dass die Atmosphäre in Erste Entscheidung mit seinem Kalten Kriegs Setting noch eine Spur besser funktioniert hat. Dennoch: Dank grandiosen Momenten, wie zum Beispiel der wunderbar gefilmten Show aus der Sicht von Quicksilver im Pentagon, der durch sein ungeheures Tempo quasi wie durch ein Standbild navigiert und dabei jede Menge Blödsinn anstellt, und weitere audiovisuellen Leckerbissen ist X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ein sehr unterhaltsamer Film geworden, der zahlreiche Fehler von X-Men: Der Letzte Widerstand ausbügelt und die Serie wieder auf Kurs bringt.

Fazit:
Das Treffen der Generationen ist in Summe gesehen sehr gut gelungen. Bryan Singer gelingt es die verschiedenen Zeitepochen der X-Men Handlung zusammen zu führen und bügelt viele Fehler von Der Letzte Widerstand wieder aus. Aber: Man muss schon sagen, dass sich der Film nicht so wirklich zu 100% ins logische Gefüge der Reihe einfügt und somit einiges an Inkonsistenz etabliert. Wer sich davon nicht abschrecken lässt bekommt einen sehr launigen Blockbuster mit einem bestens gelaunten Starensemble geboten. Besonders der Handlungsstrang in der Vergangenheit überzeugt dank einer passenden fish-out-of-water Story rund um Wolverine, auch wenn der Zeitgeist nicht ganz so ausgezeichnet wie in Erste Entscheidung eingefangen wird.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 24
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