Ganz weit hinten (2013)

OT: The Way Way Back - 103 Minuten - Komödie / Drama
Ganz weit hinten (2013)
Kinostart: 06.12.2013
DVD-Start: 04.04.2014 - Blu-ray-Start: 04.04.2014
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Filmkritik zu Ganz weit hinten

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Ganz weit hinten, zu Englisch The way way back, ist ein aufgeweckter Coming-of-Age- Film, der mit Witz und Esprit einen bedeutenden Sommer im Leben des 14-jährigen schüchternen Duncan nachzeichnet. Für Drehbuch und Regie zeichnen sich Nat Faxon und Jim Rash verantwortlich, die als Autoren- Duo bereits seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Einem größeren Publikum sind sie als Comedians bekannt: Jim Rash als Dean Pelton in Community, sowie in The Naked Truth; Nat Faxon in Ben and Kate.

Der Teenager Duncan (Liam James) verbringt den Sommer mit seiner Mutter Pam (Toni Collette), ihrem Freund Trent (Steve Carell) und dessen Tochter Steph (Zoe Levin) in Trents Ferienhaus an der Südküste. Duncan langweilt sich zunächst in diesem „Springbreak für Erwachsene“, wie seine neue Nachbarin Susanna (Anna Sophia Robb), mit der er sich anfreundet, den Urlaub bezeichnet. Genervt von den Erwachsenen, befreundet sich Duncan mit dem viel älteren und coolen Owen (Sam Rockwell), dem Manager des Wasser-Freizeitparks Water Wizz, und wird selbst zum Angestellten in diesem Park. Der Job nimmt zunehmend Duncans Leben ein und die Mitarbeiter des Parks werden zu einer zweiten Familie für ihn, die ihn, allen voran aufgrund Owens Einfluss, Selbstbewusstsein gewinnen und sich wichtig fühlen lassen.

Der Titel Ganz weit hinten beschreibt Duncans Status in der Familie, der sich bereits in der ersten Szene zeigt: Ganz hinten im Auto sitzend und abgeschottet muss sich Duncan einen Vortrag von Trent, dem Freund seiner Mutter, anhören. Er sei zu introvertiert und müsse endlich aus sich herausgehen, etwas aus sich machen. Als Krönung für all diese Beleidigungen bezeichnet er ihn auch noch als eine Drei von Zehn. Steve Carell, sonst eher in lächerlichen oder nicht ernstzunehmenden Rollen zu sehen, spielt hier den seriösen, strengen Trent, der Duncan das Leben schwer macht.

Die Independentkomödie überzeugt durch Humor und jugendlich-erfrischendem Charme. Wenn zwei Drehbuchautoren, selbst im mittleren Alter, einen Film drehen, der Einblick in die Gefühlslage eines Teenagers geben soll, kann das ganz schön in die Hose gehen. Die Jugendlichen werden dann meist von Oben herab und eindimensional auf die Leinwand gebracht, nicht jedoch bei Nat Faxon und Jim Rash. Dass Selbstironie für die beiden kein Fremdwort ist, beweist Rash beispielsweise auch in seiner Rolle als Dean in Community und auch hier in Ganz weit hinten deutlich. Träger dieses Humors ist auch Owen, gespielt von Sam Rockwell, ein Kind im Körper eines Erwachsenen, der im Kinderparadies Water Wizz arbeitet, eine durchaus lebensnahe Figur.

Für Duncan führt der Weg zum Erwachsenwerden und zur Selbstfindung über den allseits beliebten Wasserpark, der für Jugendliche und Teenager einen wichtigen sozialen Treffpunkt bzw. für Duncan eine Schutzzone zur Selbstentfaltung, jenseits der Erwachsenen, darstellt. Water Wizz ist eine magischer Ort der Freiheit, wo man sich gehen lassen und Unvergessliches erleben kann - ein Sommer kann ein Leben verändern. Im Fall von Duncan ist es genau dieser eine Sommer, den er im Water Wizz verbringt, der ihn nachhaltig verändert.

In der Tradition von Familienkomödien wie Little Miss Sunshine beschert Ganz weit hinten unterhaltsame Kinomomente für die ganze Familie, in der auch ernste Themen nicht vermieden werden. Mit Little Miss Sunshine hat Ganz weit hinten nicht nur die Schauspieler gemein (Steve Carell, Toni Collette), sondern auch viele Motive, wie das Erwachsenwerden, Jugend, Pubertät, Erziehung und Vorbildrollen.

Rash und Faxon verzichten darauf, ein versöhnliches Feelgood-Movie hinzulegen und liefern stattdessen ein bittersüßes- selbstironisches, aber dennoch leicht verdaubares Kino. Auf eintönige Karikaturen und Stereotype wird weitgehend verzichtet: es zeigt sich, dass auch die noch so einseitig geglaubten Figuren durchaus nicht eindimensional zu denken sind (die Mutter von Susanna, eine trinkende Partyfanatikerin oder auch Trent, dessen schlechte Seiten langsam im Zuge des Films enthüllt werden). So entzieht sich der Film gängigen Klischees und Schuldzuweisungen.

Fazit:
Eine sehenswerte Komödie für die ganze Familie, die zuweilen auch ernste Töne anschlagen kann. Das Coming-of-Age Drama beweist, wie leichtfüßig man auch als Erwachsener einen Film über anwachsende Jugendliche in ihrer sensibelsten Lebensphase machen und gleichzeitig witzig und einfühlsam gestalten kann. Auch die Wahl der Schauspieler ist sehr gelungen, vor allem Sam Rockwell als Owen, der sich von nichts und niemand beirren lässt und aus seinem ironischen Geplapper gar nicht rauskommt. Ganz weit hinten macht als Zuseher ebenso viel Spaß wie er den Schauspielern beim Dreh gemacht haben muss und sollte deswegen nicht verpasst werden.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 9
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