Bad Fucking (2013)

OT: Bad Fucking - 100 Minuten - Komödie
Bad Fucking (2013)
Kinostart: 20.12.2013
DVD-Start: 02.05.2014 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Bad Fucking

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Kurt Palm schrieb mit seinem Buch „Bad Fucking“ einen Beststeller. Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland und dem gesamten deutschsprachigen Raum, kam der Krimi sehr gut an. 2011 wurde er dafür sogar mit dem Glauser- Preis, neben dem Deutschen Krimi Preis einer der bedeutendsten Krimipreise im deutschsprachigen Raum, ausgezeichnet. Diesen Erfolg nahm sich Harald Sicheritz zum Anlass, diesen „chaotischen“ Krimi, mit einer wunderbaren Besetzung, zu verfilmen.

Bad Fucking ist ein Alpendorf, das von seinem Namen lebt: Denn wer macht nicht gerne ein Foto vor DIESEM Ortsschild? Wären die Touristen nicht, würde „am Arsch der Welt“ gar nichts mehr passieren. Das Problem ist: ein Felssturz schneidet das Dorf größtenteils von der Außenwelt ab, was zur Folge hat, dass auch keine Touristen mehr kommen können. Aber langweilig wird es in Bad Fucking nicht. Ganz im Gegenteil. Denn Sex, Mord, und Erpressung sind hier total normal.

Wer die Filme von Harald Sicheritz kennt (u.a. Muttertag, Hinterholz 8, Poppitz, 3faltig) weiß was ihn erwartet. Schwarzer Humor, keine Tabus und zumeist ein bisschen Boshaftigkeit. Auch mit Bad Fucking bleibt er dieser Linie treu und kreiert einen etwas anderen Alpenkrimi. Als Vorlage diente ihm das gleichnamige Buch von Kurt Palm. Doch laut eigenen Angaben wurde eine Veränderung in der Erzählweise vorgenommen. Veronika, die Tochter des Souvenirladenbesitzers, übernimmt die Rolle der Erzählerin. Während es im Buch ein auktorialer Erzähler ist. Dies gibt dem Kinobesucher die Möglichkeit die Geschichte persönlicher wahrzunehmen.

Zu sehen ist in Bad Fucking ein Dorf, das wohl böser und obszöner nicht sein kann. Dabei zeigt Sicheritz am Anfang ein schönes Dorf, in einem Luftkurort, mit Hotel und einem schönen See – der Höllensee. Und hier könnte man schon die Vermutung anstellen, dass irgendwie etwas in der Luft liegt. Und das wird dem Zuschauer auch mit einem riesigen Knall präsentiert. Denn mit dem Felssturz, der der Anfang der Misere ist, kommt auch der Knall in der Handlung. Von jetzt an ist die Geschichte bestimmt durch Mord, Sex und Erpressung. Quasi JEDER hat etwas mit dem Schicksal des anderen zu tun und jeder hat jeden in der Hand.

Sicheritz versteht sich darauf die Handlung schnell von einem Extrem in das nächste Extrem springen zu lassen. Eine Ruhepause für den Zuschauer gibt es kaum. Doch das ist auch nicht die Absicht der Geschichte. Es soll schnell gehen und den Zuschauer mitreißen. Bis zum großen Höhepunkt.

Dabei ist ein immer wiederkehrendes Motiv im Film der Aal. Bzw. der Weltuntergang. Denn während den kompletten 107 Minuten Film schwingt eine bedrohliche Stimmung mit. Diese bleibt dem Zuschauer nicht verborgen und zieht einen mit in den Bann. Was wird passieren und was haben Aale damit zu tun?

Auch die Figuren im Film tragen einiges zu Erheiterung bzw. zur Verwunderung beim Publikum bei. Jeder hat auf seine Art ein Problem, das er bewältigen muss. Der eine bleibt cool, der andere gerät in regelmäßige Panikattacken. Doch im Grunde hängen alle miteinander zusammen. Besonders bei der Wahl der Schauspieler zu den Figuren hat Sicheritz einen Glücksgriff gelandet. Ein obszöneren und gemeineren Bürgermeister und Vater wie Wolfgang Böck kann man sich nur schwer vorstellen. Er hat keine Skrupel und behandelt andere wie seine Untergebenen. Kein freundliches Wort und nur Befehle. Besonders seinen jüngsten Sohn lässt er seine Missgunst im gegenüber spüren. Auch Johannes Silberschneider überzeugt in seiner Darstellung des leicht verrückt wirkenden, heruntergekommenen Postenkommandanten, oder wie es in Bad Fucking immer noch heißt: Gendarmerie. Die Uniform ist dreckig und halb offen, hat der Julius Wellisch nichts anderes zu tun als zu fischen bzw. die Ankunft der Aale vorzubereiten. Auch die restlichen Darsteller spielen grandios und bringen den Zuschauer zum Lachen.

Doch so richtig herzhaft lachen kann man eigentlich nicht. Jedoch begleitet einen den ganzen Film über ein dauerhaftes Schmunzeln über das Dorf und seine Bewohner. Wahrscheinlich weil doch viel Realität in der Handlung steckt.

Fazit:
Eine grandiose Geschichte. „Bad Fucking“ ist ein Alpenkrimi mit viel schwarzem Humor, Sex und Mord. Eine perfekte Mischung für ein Dorf, das diesen Namen trägt.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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