Heat (1996)

OT: Heat - 164 Minuten - Action/Drama
Heat (1996)
Kinostart: 29.02.1996
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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1951
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Filmkritik zu Heat

Von am
Neil McCauley (Robert de Niro) ist der Boss einer Verbrecherbande (u.a. Tom Sizemore, Val Kilmer, Danny Trejo). Ihre Überfälle vollziehen sie gut vorbereitet innerhalb von nur wenigen Minuten. Die Polizei kommt stets zu spät. Doch Vincent Hanna (Al Pacino) ist auf solche Banden spezialisiert und heftet sich an die Fersen Neils. Obwohl dieser weiß, das man ihn und seine Bande beobachtet will er noch einen letzten Coup starten, um dann endgültig abzutreten. Es kommt zur Konfrontation. Michel Mann drehte mit „Heat“ das Remake seines eigenen Films „Showdown in L.A.“ und schaffte es erstmals die beiden Topstars Al Pacino und Robert de Niro zusammen auf die Leinwand zu bekommen. Die spannende Story würzt er mit erstklassiger Action, wobei aber auch die Charaktere nicht zu kurz kommen. Mann beleuchtet beide Seiten des Gesetzes und beschert dem Zuschauer eines der intensivsten Filmerlebnisse der Filmgeschichte. Weltklasse…

Keinesfalls aufdringlich veredelt die Musik dem Film zusätzlich. Ob in den wenigen ruhigen oder romantischen Szenen oder in den dramatischen Actionanteilen: Überall ist sie spürbar und erzeugt Spannung oder verdeutlicht Gefühle. Besonders das Ende ist besonders gelungen. Die Musik fängt bei der finalen Schießerei leise an und wird danach schrittweise immer lauter.

Selten war ich von einem Film so beeindruckt, selten konnte man sich so gut in die Charaktere versetzen. Michael Mann beginnt den Film ohne eine wirkliche Einführung, sondern schaltet scheinbar wild zwischen mehreren Personen hin und her, ohne dass ein Zusammenhang zu erkennen ist. Während man als Zuschauer noch nach dem Sinn sucht, ist der erste Überfall schon erfolgreich beendet. Alle Handgriffe sitzen, so dass man nur wenige Minuten braucht. Bis zum Fluchtweg ist alles perfekt geplant. Von nun an darf der Cop Vincent Hanna ins Geschehen eingreifen. Er ist ein bekannter Cop, der schon so manche Verbrecher abserviert hat. Er kommt auf die Spur Neils, welcher schon seinen nächsten Coup plant. Aber da man sich verrät, weiß Neil das man ihn und seine Bande beobachtet. Auf Action wird eigentlich nur anfangs und am Ende gesetzt.

So trennt Mann den Film in zwei parallele Geschichten auf, die aber eng miteinander verbunden sind. So entdeckt man, dass die beiden unterschiedlichen Männer sich doch sehr ähnlich sind. Beide sind Menschen, die nur für ihren Job leben, beide haben Probleme mit ihren Beziehungen (Hannas 3. Ehe kriselt/ Neil hat gar keine Familie, nur eine lose Freundin). Hintereinander folgen ähnliche Situationen ab. So beobachtet man erst Neil bei dem Essen mit seinen Freunden um wenige Minuten später Vincent bei der selben Tätigkeit zuzusehen.

Neil liebt das Risiko und trickst Vincent an einem Hafen aus, der darauf immer besessener wird. Sorgfältig wird der letzte Coup vorbereitet, denn Neils Bande lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie sehen schon wie die scheinbaren Gewinner aus, als sie es tatsächlich schaffen, den Obervierern zu entkommen. Zum Höhepunkt kommt es als sich beide Personen zu einem Kaffe treffen und nun erkennen, dass sie sich doch recht ähnlich sind. Der Dialog gehört zu den spannendsten Szenen im Film. Nun wissen beide was sie von einander zu erwarten haben. Der letzte Überfall wird zu einem furiosen Actionspektakel, denn die Polizei bekommt von einem ehemaligen Gangmitglied Neils einen Tipp. So endet der letzte Überfall in einer großangelegten, atemraubenden Straßenschlacht bei der nur Neil mit einem seiner Mitarbeiter entkommen kann.

Selbst auf die Randcharaktere wie den Fahrer des letzten Überfalls geht Mann hierbei noch ein. Neil lässt sich einen neuen Fluchtweg machen, will aber noch den Verräter töten. Als in Vincents Wohnung etwas Dramatisches passiert und er ins Krankenhaus muss läuft er eher zufällig Neil über den Weg. Es kommt zur finalen Konfrontation mit einem traurigen Ende. „Heat“ ist ganz großes Kino, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Obwohl der Film wenig wert auf Action legt und fast jeden Charakter ausführlich vorstellt wird er nie langweilig, denn die Story wird nie außer Acht gelassen. Mann bringt den Zuschauer so in eine Zwickmühle, denn am Ende weiß man wirklich nicht mehr ob man sich für den Verbrecher Neil oder den Cop Vincent entscheiden soll. Beide sind auf ihre Art sympathisch und tun einem situationsbedingt leid. Das gipfelt dann in einem der traurigsten Enden der Filmgeschichte auf einem Flugfeld. Die Actionszenen sind zwar recht rar, dafür aber um so eindrucksvoller. Besonders das Ende ist ein Fest für die Augen. Auf offener Straße wird sich am helllichten Tag mit der Polizei duelliert. Man glaubt sich als ein Passant mittendrin zu befinden. Hier fallen Leute um, da hämmern MG Salven in ein Auto und da läuft ein Polizist durch die Gegend. Extrem gut mit wackeliger Kamera und immer lauter werdender Musik inszeniert.

Al Pacino spielt den Cop Vincent Hanna. Eindrucksvoll sind vor allem seine Ausraster (zB zum Thema Frauenärsche) oder seine Monologe (am Hafen). Dieser Mann ist Vincent und spielt ihn nicht nur. Selten hat man einen Schauspieler so in seiner Rolle aufgehen sehen. Seine Art sich mit der Figur zu identifizieren lässt den Zuschauer in dem Glauben, dass man es hier wirklich mit einem Polizisten zu tun hat, der nicht anders kann als Gangster zu sagen. Ganz das Gegenteil ist das Robert de Niro als Neil McCauley. Er ist der coole Verbrecher, den gar nichts aus der Fassung bringen kann. Selbst in den riskantesten Situationen behält er den Überblick und wird nie (ausgenommen am Ende) von Emotionen geleitet. Damit überstrahlt er seine ganze Bande und ergibt ein exzellentes Gegenstück zum emotionellen Al Pacino. Veredelt werden die Nebenrollen mit Schauspielern wie Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Danny Trejo und Natalie Portman. Sie alle fügen sich problemlos in den Film ein und überzeugen in ihren Rollen. Bis in die letzte Rolle erstklassig besetzt..

Fazit:
Perfekter Mix aus Action, spannender Story und Charakterzeichnung mit zwei Weltklassestars in absoluter Topform, die mit all’ den anderen Schauspielern super agieren. Von Anfang bis Ende extrem spannend und abwechslungsreich. Einer der besten Filme der letzten 10 Jahre! Dieser Film ist Pflichtprogramm.

Wertung:
10/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 71
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