Urban Justice

OT: -  92 Minuten -  Action
Urban Justice
Kinostart: Unbekannt
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Filmkritik zu Urban Justice

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Lassen wir die Kirche mal schön im Dorf. 7 Monate kein neuer Steven Seagal - Film? Was hat der Mann so lange gemacht? Diät? Ja, das auch... Nach seinem dreiteiligen Ostblock-Tinnef mit Michael Keusch („Attack Force“, „Flight of Fury“) kehrt das mollige Stoneface wieder ins traute Heim zurück und dreht mit Don E. FauntLeRoy („Today You Die“), der mit „Mercenary for Justice“ immerhin einen der wenigen goutierbaren Spaßbremsen aus Seagals inzwischen reichhaltigen DTV-Findus verantwortete, seinen nächsten Ladenhüter, der nach zig Titeländerungen unter anderem auf den Namen „Urban Justice“ hört.

Und siehe da, so übel wie seine sagenumwobenen Keusch-Missbildungen fällt sein neuester Auftritt gar nicht aus, in voreilige Jubelarien soll deswegen aber noch niemand verfallen. Der Mann hat ein paar Pfunde verloren und die Viertel von Albuquerque besitzen fast das Flair amerikanischer Großstädte, viel dazu gelernt hat Seagal bei der Auswahl seiner Drehbücher allerdings trotzdem nicht. „Urban Justice“ erinnert ein wenig an „Into the Sun“, der auch ganz solide inszeniert war, aber an Actionarmut krankte und darüber hinaus eine stinklangweilige Story mit sich herumtrug.

Wie schon in „Flight of Fury“ belässt man es auch hier wieder bei einer simplen Geschichte. Seagals Sohn, genau wie er ein Polizist, wurde nachts auf offener Straße erschossen. Nun pflügt der Charmebolzen sich als rachsüchtiger Vater durchs Viertel, um dem Mörder seine Aikido-Künste vorzustellen. Viel mehr passiert auch nicht. Natürlich zieht ein korrupter Cop im Hintergrund die Fäden und Seagal versohlt jeder Menge schwarzer Gangster die Hintern, die genauso sprechen und aussehen, als wären sie aus dem letzten Musikvideo von 50 Cents ausgebüchst. Der Auftritt von Danny Trejo ist übrigens nicht mehr als ein besserer Cameo, falls die Hoffnung auf einen charismatischen Bösewicht noch immer nicht erloschen sein sollte. Eddie Griffin („Blast!“, „Redline“) fällt unter seinen Brüdern nämlich gar nicht großartig auf.

Immerhin FauntLeRoys Regie erweist sich als recht solide, wenn man von den gewohnt peinlichen Rückprojektionen absieht, die jede Autofahrt begleiten. Optisch hinterlässt „Urban Justice“ einen brauchbaren Eindruck und Seagal wird in den soliden Fights nur sehr selten gedoubelt. Selbst fisteln darf er zudem auch. Die ordentlichen Actionszenen in „Mercenary for Justice“ müssen dagegen wohl doch der Second Unit zugeschrieben werden, so schrecklich aufregend sehen hier nämlich weder die blutigen Shootouts noch die brutalen Fights aus.

Hauptkritikpunkt an FauntLeRoys Inszenierung ist indes die Tatsache, dass er den Film scheinbar von Minute zu Minute weiter abdunkelt, bis man am Ende tatsächlich nur noch schemenhaft erkennt kann, was überhaupt vor sich geht. Eine ärgerliche Unart, die schon Seagals letzte Derivate heimsuchte, und jedem Zuschauer hier wieder gewaltig auf den Keks gehen dürfte. Dabei hätte man dieses Mal ruhig davon Abstand nehmen können, hat der Mann doch momentan keinen Winterspeck angelegt und es deswegen gar nicht nötig ins visuelle Nimmerland einzutauchen.

Da die Production Values hoch genug waren, kann man sich an der professionellen Umsetzung erfreuen, der abermals total langweilige Plot versalzt die Suppe aber gehörig und wird nur unverbesserliche Seagal-Fans ein frohlockendes Jauchzen abringen. Inhaltlich gibt angesichts des Konserven-Drehbuchs nichts zu verraten, aber die Action ist recht blutig. Mittlerweile ja auch wieder ein Standard in seinen Filmen.

Fazit:
Ich mag mich nicht mehr ellenlang über Schwabbels aktuelle Auswürfe auskotzen. Ich gebe zu, mittlerweile mit einer sehr negativen Einstellung an seine Filme zu gehen, vom Gegenteil konnte er mich bisher aber auch nicht überzeugen. „Urban Justice“ nervt ein wenig mit seinen Ghetto-Gangster-Klischees, hat darüber nur einen langweiligen 08/15-Plot und keine sonderlich sehenswerten Actionszenen zu bieten. Wenn man Licht am Horizont entdecken möchte, dann kann dies nur der Einsatz Seagals sein. Die Fights absolviert er nach ein paar Diätpillen selbst und sagt die paar Oneliner brav ohne fremde Hilfe auf. Für andere Action-Stars in diesen Niederungen wie Lundgren, Van Damme und Snipes ist dies allerdings eine Selbstverständlichkeit. Warten wir daher wieder ein paar Monate ab, bis Seagals blindwütige Fanmeute nach Sichtung erster Screener aus tierischen Quellen feuchten Schrittes seinen nächsten Auftritt mal wieder vorab als die lang ersehnte Offenbarung abfeiert, während sie mittelprächtigen Auftragsregisseuren in diversen Webpräsenzen den Darm hochkriecht. Ist ja mittlerweile zu einer Unsitte geworden. „Pistol Whipped“? Tut schon jetzt weh...

Wertung:
5/10 Punkte

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