Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013)

OT: The Secret Life of Walter Mitty - 114 Minuten - Abenteuer / Komödie / Drama / Fantasy
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013)
Kinostart: 24.12.2013
DVD-Start: 02.05.2014 - Blu-ray-Start: 02.05.2014
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Filmkritik zu Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

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Ben Stiller am Regiestuhl - zuletzt bedeutete dies vor allem hämmernde Brachialkomik (Tropic Thunder, Zoolander). Doch mit seinem neuesten Streich Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (basierend auf dem Film Das Doppelleben des Herrn Mitty aus dem Jahr 1947, bzw. der Geschichte von James Thurber) geht der Komiker andere Wege. Der Hammer wird gegen eine feinere Klinge eingetauscht und anstatt der reinen Komödie bewegt sich der Film eher im Bereich der Tragikomödie. Herausgekommen ist ein ganz besonderer, detailverliebter und liebevoller Film, der für charmante Unterhaltung sorgt.

Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet als Leiter des Fotoarchivs beim Life-Magazin. Doch die Branche steht im Umbruch. Das Printgeschäft soll eingestellt werden, stattdessen will man nur mehr auf Onlinedienste setzen. In Zuge dieser Umstellung bleibt kein Stein auf dem anderen und alle Angestellten müssen um ihren Posten zittern. Walter ist dabei einer der unscheinbarsten und lebt vorwiegend in seiner Traumwelt - in welcher sich auch seine heimliche Schwärmerei für die Arbeitskollegin Cheryl (Kristen Wiig) zeigt - und dann geschieht plötzlich das Unerwartete. Als ihm der Starfotograf Sean O’Connell (Sean Penn) die Bilder für das letzte Cover des Magazins sendet, fehlt gerade das wichtigste Foto - da niemand weiß wo sich Sean befindet beginnt für Walter ein großes Abenteuer, das ihn rund um den Globus führt - immer auf der Spur von Sean…

Walter Mitty ist alles andere als der klassische Kinoheld. Er ist still, berechenbar, nicht wirklich mutig und vor allem: stinklangweilig. Er geht seiner täglichen Routine nach und die großen Abenteuer seines Lebens spielen sich ausschließlich in seinem Kopf ab. Immer wieder bricht seine Fantasiewelt in die Realität durch und zeigt uns was wirklich in Walter vor sich geht, was er aber nie zu tun wagen würde. Erst nach und nach beginnt Walter aufzubrechen und sich zu öffnen - die Abenteuer wechseln von seinen Gedanken in seine Handlungen und ehe man sich versieht ist Walter auf dem Pfad der Erkenntnis, dass man das Leben besser lebt als es sich vorzustellen.

Ben Stiller gelingt es dabei den Stoff sehr kurzweilig und interessant auf die Leinwand zu bringen. Obwohl es zunächst eine kleine Aufwärmphase benötigt bevor man sich gänzlich in der Story fallen lassen kann, sorgt besonders seine kreative Inszenierung dafür, dass sich sein Film dennoch sehr frisch und gewitzt anfühlt. Denn obwohl der Film beginnt wie eine klassische romantische Komödie, so entfernt er sich im Laufe der Spielzeit immer weiter von diesem Genre und wird stattdessen zu einer Reflektion über die wichtigen Dinge im Leben und darüber, dass man den eigenen Abenteuertrieb nie unterdrücken sollte.

Narrativ begleitet wird dieser Prozess mit einem Running Gag. Ist Walters Betreuer bei seiner Online-Datingseite zunächst eher gelangweilt von Walters inhaltsleerem Profil und seinem aufregungslosen Leben, so wird er mit jedem Anruf Walters begeisterter, wenn dieser ihm von seinen neuesten Aktivitäten erzählt. Genauso geht es auch dem Zuseher - Das erstaunliche Leben des Walter Mitty führt uns in das Leben einer nicht besonders interessanten Raupe ein und wir sehen dabei zu, wie sie sich zu einem spannenden Schmetterling entwickelt. Nicht nur der Film sondern das ganze Leben ist schöner, wenn man mit offenen Armen darauf zugeht und sich nicht versteckt.

Ben Stiller hat dabei stets die Kontrolle über seine Erzählung. Fantasyelemente, Naturaufnahmen, dramatische Überhöhungen und eine Bindung an den Charakter gehen Hand in Hand. Der Film gleitet vom Übertriebenen ins Bodenbehaftete und fühlt sich dabei stets richtig an. Mit wunderschönen optischen Einfällen und bildgestalterischen Kniffen bringt uns Ben Stiller seine Ideen mit Feingefühl näher. Zwar schielt Ben Stiller an manchen Stellen vielleicht etwas zu verkrampft in Richtung Meisterwerk, bzw. will mit Gewalt etwas Großes provozieren, aber letzten Endes sollte man das dem Film nicht übel nehmen - denn sowohl Message, als auch Umsetzung sind wirklich gelungen und sorgen für einen träumerisch schönen Kinobesuch.

Fazit:
Stranger Than Fiction meets Into the Wild. Ben Stiller hat mit Das erstaunliche Leben des Walter Mitty einen kreativ inszenierten Film gedreht, der den Zuseher mit auf eine wunderschöne, träumerische Reise nimmt. Geht raus und lebt das Leben anstatt davon zu träumen. Aufgeladen mit liebevollen Details und getragen von einer abwechslungsreichen Erzählung sorgt der Film jedenfalls für einen sympathischen und charmanten Filmabend.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 26
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