Monuments Men - Ungewöhnliche Helden (2014)

OT: The Monuments Men - 118 Minuten - Komödie / Action / Biographie / Drama / Krieg
Monuments Men - Ungewöhnliche Helden (2014)
Kinostart: 20.02.2014
DVD-Start: 22.08.2014 - Blu-ray-Start: 22.08.2014
Will ich sehen
Liste
19464
Bewerten:

Filmkritik zu Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

Von am
Lange Zeit (lange bevor der Film überhaupt fertig war) wurde George Clooneys neueste Regiearbeit Monuments Men als heißer Kandidat im Oscarrennen gesehen. Clooney hat sein Talent als Regisseur mit Filmen wie Good Night, and Good Luck oder The Ides of March bereits eindrucksvoll bewiesen, sein All-Star Cast lässt Filmliebhaber mit der Zunge schnalzen und eine wahre Begebenheit, angesiedelt im zweiten Weltkrieg hat bei den Oscars auch noch nie geschadet. Doch dann wurde der Starttermin des Films plötzlich in das Frühjahr verschoben - Clooney nahm sich also quasi selbst aus dem Oscar-Rennen. Die Leute begannen natürlich zu spekulieren: Ist der Film etwa zu schlecht? Oder einfach nur kein klassischer “Oscarfilm”? Letzten Endes muss man sagen: Leider trifft beides zu, denn Monuments Men ist nicht viel mehr als eine seichte Buddy-Komödie mit wohl dosierten dramatischen Einschüben.

Der erfahrene Kunsthistoriker Frank Stokes (George Clooney) befürchtet, dass der gerade tobende zweite Weltkrieg irreperablen Schaden an den Kulturgütern der Menschheit verursachen könnte. Mit Unterstützung von Präsident Roosevelt stellt er einen Trupp aus erfahrenen Kunstexperten zusammen, die unter seiner Leitung nach Europa reisen sollen um dort zu verhindern, dass wichtige Kulturschätze zerstört werden. Gemeinsam mit seinem Freund James Granger (Matt Damon) und zahlreichen weiteren Experten startet die Mission und stellt sich bald schon schwieriger als erwartet heraus. Denn die Nazis sammeln überall Kunstwerke ein und es wird befürchtet, dass diese zerstört werden wenn die Alliierten den Krieg gewinnen…

Leider dauert es nicht allzu lange bis klar ist, dass Monuments Men alles andere als ein Hit wird. Bereits in den ersten 15 Minuten werden die Weichen gestellt und es gelingt dem Film nie wieder auf die richtige Bahn zurückzukehren. Clooney interpretiert die Aufgabe der Monuments Men als klassische Heist-Geschichte mit dem spitzbübischen Charme eines Ocean’s Eleven im Hinterkopf. Das ist per se noch nichts schlechtes, allerdings ist nicht zu übersehen wie der Film seinem Regisseur entgleitet und eigentlich nur an ganz wenigen Stellen wirklich funktioniert.

Das erste und augenscheinlichste Problem ist, dass Clooney den Charme nicht hinbekommt. Man erkennt schon was er versucht zu machen, aber es gelingt ihm nicht. Angelehnt an zahlreiche bessere Filme schickt er eine zusammengewürfelte Truppe in feindliches Gebiet und lässt sie dort stets mit einem Augenzwinkern und mit Galgenhumor ihre Situation bewältigen. Allerdings lassen sich die Gags dabei vornehmlich in zwei Schubladen stecken: Entweder handeln sie vom Alter der Monuments Men oder von ihrer fehlenden Kampferfahrung. Gebetsmühlenartig wiederholt sich die Struktur und scheinbar hatte niemand den Mut Clooney zu sagen wie platt diese eigentlich ausgefallen ist, bzw. wie unlocker der eigentlich flapsig gemeinte Humor übermittelt wird.

Das nächste Problem ist, dass es Clooney trotz seinen humoristischen Ambitionen nicht bei einer reinen Komödie belassen konnte. Immer wieder versucht er sich an dramatischen Einschüben, die allerdings weder in den generellen Erzählton des Films passen, noch besonders eindringlich inszeniert werden. Schlimmer noch: Clooney lässt stellenweise jedes Gespür für die Inszenierung vermissen, sodass so manche ernst gemeinte Szene schon einmal ins unfreiwillig Komische abdriftet. Das führt dazu, dass man als Zuseher leider kaum emotional berührt wird und eher mäßig interessiert auf den nächsten platten Witz wartet.

Schlussendlich wäre da noch das vielleicht fatalste Problem des Films. Denn Monuments Men ist schlicht eine strukturelle, dramaturgische Fehlkonstruktion. Auf der einen Seite will der Film eine spannende Gruppendynamik, bzw. ein humorvolles Zusammenspiel der Monuments Men etablieren, auf der anderen Seite, splittet er die Figuren und die Handlung in zahlreiche Substränge auf, sodass die gesamte Truppe nur in den seltendsten Fällen miteinander agiert. In Folge zerfranst sich die Erzählung auf eine Vielzahl von Subgeschichten auf, der Spannungsbogen stürzt regelrecht ein und es entsteht ein sehr lückenhaftes Bild von Zeit und Raum. Als wäre das nicht genug kommt auch noch erschwerend hinzu, dass Clooney kläglich scheitert einen Aufhänger fürs Publikum zu etablieren.

Denn scheinbar war es nicht zumutbar, dass man als Zuseher dem abstrakten Gedanken des Rettens von Kulturgütern entgegenfiebert, also wurden exemplarisch zwei besonders wichtige Werke herausgegriffen, die einen emotionalen Unterboden für die Truppe spendiert bekommen und somit besonders wichtig sind. So richtig glaubhaft wird aber leider nie vermittelt warum gerade diese beiden Werke so besonders sind, sodass dieser Erzählkniff nie beim Publikum ankommt. Und natürlich musste man auch noch klassische Bösewichte in die Erzählung pressen, was zum einen zwei ganz besonders böse Deutsche und zum anderen ein Trupp böser russischer “Monuments Men” wäre, die sich die Schätze selbst unter den Nagel reissen wollen.

Zwar sorgt alleine die schiere Starpower des Films und so manche gelungene Szene dennoch dafür, dass Monuments Men im Rahmen bleibt und für einen solide unterhaltsamen Filmgenuss sorgt. Aber wer sich mehr vom Film erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Da hilft es auch nicht, dass der Film an vielen Stellen an eine schwache Variation von Inglourious Basterds erinnert. Man muss einfach sagen, dass Monuments Men ein von Anfang an fehlkonzipierter Film ist, der Potential an allen Ecken und Enden liegen lässt und weder dramaturgisch noch emotional wirklich funktioniert.

Fazit:
Monuments Men ist leider nicht mehr als eine platte Komödie mit jede Menge verschenktem Potential. Der angestrebte Charme kommt leider nie beim Publikum an, der erzählerische Aufbau erweist sich als unfokusiertes und zerfranstes Stückwerk und die dramaturgischen Tricks sind leider allzu simpel. Zwar sorgt alleine die Starpower des Films für einen akzeptabel unterhaltsamen Abend, aber wer sich mehr als das erwartet wird wohl bitter enttäuscht werden. Das gesamte Konzept des Films funktioniert leider nicht besonders gut.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5.6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 11
10 /10
0%
9 /10
9%
8 /10
0%
7 /10
9%
6 /10
36%
5 /10
18%
4 /10
27%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Sex and the City 2 (2010)
Lone Survivor (2013)
Heartbreak Ridge (1986)
Herz aus Stahl (2014)
The Ides of March - Tage des Verrats (2011)
Ein Verlockendes Spiel (2008)
300: Rise of an Empire (2014)
Lauf Junge lauf (2013)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015
Will ich sehen
Liste von tohu
Erstellt: 23.12.2013
Will ich sehen
Liste von The Dark Knight
Erstellt: 22.10.2013
Alle Listen anzeigen