Prince Avalanche (2013)

OT: Prince Avalanche - 94 Minuten - Komödie / Drama
Prince Avalanche (2013)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 31.01.2014 - Blu-ray-Start: 31.01.2014
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Filmkritik zu Prince Avalanche

Der Buddyfilm hat im Laufe der Zeit eine große Wandlung durchlebt und funktioniert zudem in zahlreichen Genres. Beispielsweise spielten sich Mel Gibson und Danny Glover in Lethal Weapon (1987) in die Herzen der Zuschauer und ergaben ein perfektes Team auf den Kinoleinwänden. Hierbei stellte das Buddymovie-Element nicht den Kern des Films dar. Auch in Filmen wie Hangover (2009), End of Watch (2012) sowie Ziemlich beste Freunde (2012) spielt die Freundschaft zwischen Männern eine enorme Rolle, wird jedoch durch Nebengeschichten getragen, die in den Filmen eine wichtige Funktion haben. Anders geht nun der Filmemacher David Gordon Green mit dem Thema um. Er verlagert die beteiligten Figuren in die Natur und konzentriert sich damit voll und ganz auf die Charaktere und deren Beziehung zu einander.

Der grüblerische und ernste Alvin (Paul Rudd) nimmt gemeinsam mit dem verunsicherten und etwas verrückten Lance (Emile Hirsch) während des Sommers einen Job im Wald und damit außerhalb der Stadt an. Die beiden sollen Verkehrsstriche auf den Landstraßen ziehen. Alvin kommt dieser Job sehr gelegen. Er genießt die Stille und nutzt die Zeit zum Nachdenken. Im Kontrast dazu steht Lance, welcher nur am Reden ist und stets an das Feiern denkt. Ein Streit ist demnach vorprogrammiert…

Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor David Gordon Green greift das Buddy-Element in seinem Film Prince Avalanche auf und formt seinen Film um die heranwachsende Freundschaft zwischen den Figuren Alvin und Lance. Um keine anderen Einflüsse in die Story hineinfließen zu lassen verlegt er die Geschichte in den Wald und wählt dadurch eine konservative Methode, die ihm hilft den Fokus auf die Charaktere zu verlegen. Somit bleibt den Charakteren viel Freiraum, sodass ihre gegensätzlichen Charaktereigenschaften zur Geltung kommen.

Daraus kristallisieren sich viele witzige sowie melancholische Momente heraus, die mit gut durchdachten Dialogen untermalt werden. Emile Hirsch (Into the Wild, 2007) und Paul Rudd (Wanderlust, 2012) treffen den Nagel auf den Kopf und harmonieren in ihren Rollen zu einem freundschaftlichen Geflecht, welches nicht nur unterhält, sondern auch den Zuseher berührt – kein Wunder, dass die Namen der Protagonisten im Filmtitel kollidieren und einen sich ergänzenden Eigennamen bilden: „Avalanche“. In welchem Zusammenhang ferner das Wort „Prince“ steht sei jedem selbst überlassen. Ein lustiger Unterton, der auch im Verlauf des Films herauszuhören ist, kann diesbezüglich angebracht werden.

Unterstützt wird das Ganze durch die tadellose Inszenierung des Regisseurs David Gordon Green. Der Filmschaffende wurde für seine authentischen Naturbilder und darüber hinaus für seine harmonisierende Gesamtleistung in Prince Avalanche auf der 63. internationalen Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Green bringt in diesem Buddymovie dem Zuseher eine altbekannte Geschichte erneut ans Herz und überschreitet dabei nicht die bekannten Grenzen des Filmkonzepts – geht zugleich kein innovatives Risiko ein. Unterm Strich erscheint dies äußerst Schade, da Prince Avalanche dadurch viel länger im Gedächtnis des Zuschauers hätte bleiben können.

Dessen ungeachtet hat der Film das Herz am rechten Fleck und überzeugt auch mit einer kleinen Nebengeschichte, welche die melancholische Ader des Films verstärkt und den Zuseher somit näher in die Magie des Waldes zieht. Wer also bei seinem nächsten Kinobesuch den Saal „verlassen“ und in die Magie des Waldes gezogen werden möchte, der hat mit Prince Avalanche die richtige Kinokarte eingelöst.

Fazit:
David Gordon Greens Prince Avalanche ist ein berührender und zugleich aufheiternder Buddy-Movie der alten Schule. Der Regisseur konzentriert sich damit beinahe komplett auf die Hauptcharaktere Alvin und Lance und arbeitet damit sorgfältig deren Charaktere und Beziehung heraus. Erwähnenswert ist hierbei auch die funktionierende und harmonisierende Chemie zwischen Paul Rudd und Emile Hirsch, welche den Kernpunkt des Films auf ein höheres Level katapultiert. Auch Regie und besonders die Kameraarbeit sind lobenswert. Als Zuseher fühlt man sich damit als Bestandteil des Waldes und kann im Zuge dessen der ausgestrahlten Magie schwer entkommen.

Wertung:
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Erstellt: 05.11.2013
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