Gold (2013)

OT: Gold - 101 Minuten - Abenteuer / Drama / Western
Gold (2013)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 28.02.2014 - Blu-ray-Start: 28.02.2014
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Filmkritik zu Gold

Der Western hat es zurzeit im Kino schwer. Beispielsweise hat das Fluch der Karibik-Erfolgsteam (Jerry Bruckheimer, Gore Verbinski und Johnny Depp) versucht das Genre mit dem 250 Millionen schweren Hollywoodfilm Lone Ranger zu modernisieren und damit wieder zu beleben, allerdings ging dieser Plan nach hinten los, sodass der Blockbuster an den Kinokassen scheiterte und damit zu den großen Kinoflops des Jahres 2013 hinzugerechnet wird. Einen weiteren Versuch den Western zu beleben tätigt nun der deutsche Regisseur Thomas Arslan mit seinem Film Gold. Hier handelt es sich jedoch nicht wie bei Lone Ranger um einen Unterhaltungsfilm. Gold schlägt eine komplett andere und damit ernstere Richtung ein als das Disney-Projekt. Darüber hinaus kann Gold auch nicht ganz in die Western-Schublade gesteckt werden, ist jedoch auch kein Antiwestern, da der Film zwar Western-Elemente vorweist, allerdings nicht ganz in das Konzept des Genres integriert werden kann.

Die gezeigten Geschehnisse in Gold basieren auf Aufzeichnungen und Fotos einiger Goldsucher aus dem Jahr 1896, die an den Klondike River bei Dawson im Westen Kanadas nach Ruhm und demzufolge nach dem Glück ihres Lebens suchen. Trotzdem handelt es sich in Gold um eine fiktive Handlung mit fiktiven Charakteren. Es treffen unterschiedliche Figuren aufeinander, die äußerst misstrauisch gegenüber den anderen Goldsuchern sind. Dabei spielt auch der Faktor eine Rolle, dass die Beteiligten einen großen Teil des Kuchens mitnehmen möchten, sodass der jeweils Andere zugleich ein Gegner ist. Vor diesem Hintergrund begeben sich Emily Meyer (Nina Hoss), Carl Boehmer (Marko Mandic), Joseph Rossmann (Lars Rudolph), Gustav Müller (Uwe Bohm), Wilhelm Laser (Peter Kurth), Maria (Rosa Enskat) und Otto Dietz (Wolfgang Packhäuser) auf die Suche nach Gold…

Der Western überzeugt meistens mit beeindruckenden Landschaftsbildern. Diese hat auch Thomas Arslans Film Gold zu bieten. Die Bilder des kanadischen Waldes sind wunderschön und verleihen einem das Gefühl selbst mitten in der Natur zu sein. Schade hierbei ist, dass die Tonspur sehr ruhig gehalten wurde. Diese Tatsache löst eine zwiespältiges Gefühl beim Zuseher aus, denn einerseits wird damit die Einsamkeit der jeweiligen Figuren verdeutlicht, andererseits fehlen die unterschiedlichen Tier- und Naturgeräusche, die ein kanadischer Wald zu bieten hat.

Neben den schönen Naturaufnahmen präsentiert uns Thomas Arslan ein weiteres Westernklischee. Einige seiner männlichen Figuren sind eindimensional und stereotypisch gezeichnet und haben demnach nur ein böses Vorhaben im Blickwinkel und erinnern infolgedessen an den Western der guten alten Zeit. Im Kontrast dazu stehen die Figuren Emily, welche tadellos von Nina Hoss (Barbara, 2012) verkörpert wird, sowie Carl. Emily ist die ruhige Heldin des Films und entfaltet sich, äquivalent zu den restlichen Figuren, sehr langsam dem Zuschauer gegenüber, sodass der Film diesbezüglich an den Western Meek’s Cutoff von Kelly Reichardt, mit Michelle Williams in der Hauptrolle, erinnert.

Die ruhig gehaltene Tonspur, als auch das etwas langatmige Erzähltempo, erinnern an den Reichardt Film. Neben der weiblichen Heldin und den anderen, bereits genannten Faktoren, ist Gold aber nicht mehr mit Meek’s Cutoff zu vergleichen. Thomas Arslan gelingt es weiterhin trotz etwas schleppendem Erzähltempo das Interesse des Zusehers immer wieder auf die Leinwand zu richten. Das wiederkehrende Interesse des Zuschauers ist hierbei auch mit dem regelmäßig eingespielten musikalischen Bruchstück zu vergleichen, welches eine Szene beendet.

Thomas Arslan legt den Fokus seiner Erzählung auf zwei Charaktere und bringt diese somit näher an den Zuseher - erhöht damit die dramatische Anspannung der gezeigten Handlung, welche kurz vor dem Ende einen tragischen Höhepunkt findet. Unterm Strich ist Gold damit ein sehenswerter Film und sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, betrachtet man die restlichen deutschen Filme, welche in den letzten Jahren im Kino angelaufen sind.

Fazit:
Thomas Arslans Film Gold ist kein Western, bewegt sich jedoch im besagten Genre und spielt dabei mit einigen Klischees. Trotz dem etwas schleppenden Erzähltempo wird der Zuseher Zeuge einer berührenden Geschichte über Goldsucher, die das wahre Gold letztendlich nach einer langen und anstrengenden Suche in ihrem eigenen Inneren finden.

Wertung:
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