Insidious: Chapter 2 (2013)

OT: Insidious: Chapter 2 - 106 Minuten - Horror / Thriller
Insidious: Chapter 2 (2013)
Kinostart: 18.10.2013
DVD-Start: 20.02.2014 - Blu-ray-Start: 20.02.2014
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Filmkritik zu Insidious: Chapter 2

Von am
James Wan wird wohl als einer DER Horrorfilmregisseure unserer Generation eingehen. Mit Saw schuf er einen ungewöhnlichen Genrefilm, der die Horrorwelt nachhaltig veränderte, Brücken zum Psychothriller schuf und zudem eine ungeheuere Liebe zu Twists wiederbelebte, die leider in den Sequels überstrapaziert wurden. Nichtsdestotrotz kann man Wan zu einem der renommiertesten Horrorfilmemacher unserer Zeit zählen. Nur wenige Wochen nach dem Erfolg von The Conjuring diesem Sommer, folgt nun sein nächster Film, die Fortsetzung des 2011 erschienen Geisterfilms Insidious. Danach bricht Wan endgültig mit dem Horrorgenre und widmet sich dem nächsten Sequel von Fast and the Furious.

Insidious: Chapter 2 setzt dort wieder an, wo der erste Teil aufgehört hat: bei der Familie Lambert, die wiedereinmal von Geistern heimgesucht wird. Zuerst werfen wir einen Blick in die Kindheit von Josh Lambert (Patrick Wilson), der von einem Geist verfolgt wird und Albträume hat. Seine Mutter Lorraine Lambert (Barbara Hershey) bittet Carl (Steve Coulter) und Elise (Lin Shaye), zwei Geisterjäger, um Hilfe. Diese einigen sich darauf, dass es das Beste wäre, Josh seine „besonderen Fähigkeiten“ vergessen zu machen. 25 Jahre später melden sich diese verschollenen Kräfte wieder: bei ihm und bei seinem Sohn, der die Geister in seinen Albträumen sieht. Joshs Frau Renai (Rose Byrne) und Lorraine werden nachts von seltsamen Aktivitäten im Haus verschreckt und ihnen erscheint eine Frau in einem weißen Kleid, die ihre Familie ermorden will.

Wie Wan selbst in einem Interview sagte, möchte er diesmal die Sequels seiner Filme selbst in die Hand nehmen, damit diese nicht aus der Kontrolle geraten. Wenn man den Schaden bei Saw 2, 3, 4, 5, 6 und Saw 3D betrachet grundsätzlich keine schlechte Idee. Insidious: Chapter 2 schafft es auch, das Niveau des Vorgängerfilms zu halten und einiges sogar zu verbessern- Wan hat nach The Conjuring dazu gelernt. Dennoch macht der Filmemacher einen Schritt zurück seit seinem letzten Streich, wenn er zu sehr in die paranormale Welt abdriftet und die Dämonen zunehmend psychologisiert.

Die Tendenz gegen Ende des Films, in die Geisterwelt, gar in die Psyche der Heimgesuchten und Heimsucher einzudringen, zerstört das Horrorambiente und macht den Film zu einem Mysterystreifen à la X-Factor. Die Tendenz, allen Spuk und Horror aufzudecken und zu erklären verläuft sich hier in zu viele verwirrende Ebenen, die zu wenig von sich zu überzeugen wissen und die Magie des einfachen Haunted House- Stils zerstören. Dabei werden die Beweggründe der Geister bis ins letzte Detail, so weit erörtert, dass der Film schon ins Pseudo- Psychoanalytische abdriftet (Mutterkomplex, Kastration).

Was bei The Conjuring sehr gut funktioniert hat, wird hier ad absurdum getrieben: Sowohl hier als auch dort wurde zuerst der Grund der Heimsuchung und dann die Indentität des Geistes/Dämons gesucht und gefunden, dann machte man sich darauf, ihn, gewappnet mit diesem Wissen, zu besiegen. Soweit so gut, Insidious: Chapter 2 hat diese Ermittlungen gegen die Dämonen jedoch zu weit geführt und damit einiges an Horrfaktor eingebüßt. Denn besonders im Haunted House gilt: es ist nur das unheimlich, was bis zu einem gewissen Grad unbekannt und fremd bleibt- die Ungewissheit fesselt und ängstigt uns. Zudem sind einige der Schreckmomente voraussehbar und aus der allseits bekannten Mottenkiste des Horrors gegriffen, die eingeschworene Horrorfans zwar lieben, aber leider auch in- und auswendig kennen.

Fazit:
Trotz der erwähnten dramaturgischen Schwächen zeigt James Wan auch hier wieder, dass er die Kunst des Horrors beherrscht und den ein- oder anderen haarsträubenden Gruselmoment erzeugen kann. Inszeniert wie ein Oldschool Haunted House Geistermovie ohne viel Blut und Gemetzel, ist Insidious: Chapter 2 sicherlich eine Empfehlung für jeden, der sich gruseln möchte im Kino. Wer auf eine raffinierte Story hofft, ist hier jedoch falsch, denn, obwohl die Geschichte Potenzial hat, verheddert sie sich in ihrer eigenen überladenen Parlellwelt und erzeugt dabei gar einen ironischen Effekt. Dramaturgisch können die beiden Insidious- Filme The Conjuring nicht das Wasser reichen. Nicht nur die Nebenhandlungen, auch viele Figuren wirken hier fehl am Platz: Specks und Tucker und auch die Geistertante Elise nerven ziemlich.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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