The Congress (2013)

OT: The Congress - 122 Minuten - Animation / Action / SciFi
The Congress (2013)
Kinostart: 11.10.2013
DVD-Start: 23.05.2014 - Blu-ray-Start: 23.05.2014
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Filmkritik zu The Congress

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Mit Waltz with Bashir bewies Ari Folman Erfindungsreichtum und mischte die Filmwelt mit seinem animierten Dokumentarfilm über den Libanonkrieg auf, indem er eine neue Filmsprache für nicht aussprechbare traumatische Kriegserlebnisse erfand. Auch mit seinem neuesten Werk, The Congress, experimentiert er mit dem Medium Film und seinen Möglichkeiten: der zur Hälfte animierte Sci-Fi Film thematisiert eine soziale Dystopie innerhalb der Filmindustrie, wiederum mit dokumentarischen Anleihen.

Robin Wright (Robin Wright) ist eine Schauspielerin, deren goldene Jahre in der Filmindustrie bereits gezählt sind und die ein letztes Angebot bekommt: Sie soll die Rechte an ihrer Person für die nächsten zwanzig Jahre verkaufen und sich, mitsamt ihrem Körper und ihrer Emotionen, scannen lassen. Bei der Verwendung des digitalen Abbilds hat Robin keinerlei Mitspracherecht, alle Rechte bleiben beim Studio Miramount, das endlich jene Filme mit der Kopie von Robin drehen kann, die die reale Robin so vehement abgelehnt hat. Im Gegenzug wird der Schauspielerin eine immense Summe geboten, die es ihr ermöglicht, sich von ihrer ohnehin nicht mehr wirklich existenten Karriere zurückzuziehen und sich nun ihrem schwer kranken Sohn Aaron (Kodi Smit-McPhee) zu widmen. Zwanzig Jahre später wird sie vom Studio zu einem futurologischen Kongress geladen, der in einer „vollanimierten Zone“ abgehalten wird und die neuesten Errungenschaften von Miramount präsentiert.

Während in Stanislaw Lems Roman Der futurologische Kongress- Aus Ijon Tichys Erinnerungen der Held ein Wissenschaftler und Forscher ist, nimmt bei Folman die Schauspielerin Robin die Rolle der Heldin ein. Folman erfindet Lems Geschichte neu und versucht, sich nicht sklavisch ans Drehbuch zu halten, sondern eine eigene Form und ein eigenständiges Kunstwerk zu schaffen, das von Lems Original inspiriert ist, aber es nicht kopiert.

Folmans „Big Brother“ ist nicht in einer politischen Regierung oder einer Diktatur zu finden, sondern in den großen Filmstudios, in der Unterhaltungsdiktatur, die unsere Fantasie zu versklaven versucht. Während es Lem um eine Diktatur der Gefühle ging, die durch führende chemische Unternehmen kontrolliert werden sollen- eine Idee, die aus dem Schrecken des Kommunismus heraus entwickelt wurde-, beschäftigt Folman vielmehr die rasante Veränderung in der Unterhaltungswelt- entsprungen aus der Ära von Avatar und des 3D- Kinos. Denn wir leben durchaus in einer Zeit, in der sich das obsolet Werden der Schauspieler aus Fleisch und Blut bereits abzeichnet: Einen Scanner-Raum, wie er in The Congress zu sehen ist, gibt es bereits. Folman versucht diese Tendenzen logisch weiterzudenken und setzt einen drauf: Die Schauspieler werden zuletzt in chemische Formeln umgewandelt, die sich jeder Mensch einverleiben kan.

Die halbdokumentarische erste Hälfte des Films, die nichts mit Lems Roman zu tun hat, zieht in den Bann und ist voll von schönen Momenten, die so typisch sind für das „alte“ Kino, das Folman so vehement verteidigt. Wunderbare Szenen, die von den Schauspielern getragen werden; wie zum Beispiel der Eingangsszene, in der Robins Agent Max, gespielt von Harvey Keitel, eine Rede hält über ihre verpassten Möglichkeiten und miesen Entscheidungen.

Robin Wright als alternde Schauspielikone ist großartig mit anzusehen, vor allem an der Seite von Harvey Keitel, der selber ein alter Hase im Showbiz ist und auch einen spielt. Das macht natürlich Spaß und lässt, ebenso wie die ironischen Kommentare zum Filmbusiness, das Cineastenherz höherschlagen.

Fazit:
Ari Folman nimmt uns auf eine psychedelische Reise der Sinne mit: durch animierte Welten, Realfilmwelten, psychedelische Welten, unglaubliche Fantasien. Wir erwachen von einem Traum in den nächsten, die Realität entgleitet uns- und der Film leider auch. Was als ein starker von fantastischen Schauspielern getragener Film beginnt, verliert irgendwo in der Animationsfantasiewelt leider völlig den Faden. Die farbprächtig-paradiesischen Bilder, bunten Landschaften und künstlichen Schablonen-Menschen trösten leider nicht über den überhand gewinnenden Pathos hinweg, dem sich der Film schließlich hinzugeben droht.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015
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