Spieltrieb (2013)

OT: Spieltrieb - 102 Minuten - Drama
Spieltrieb (2013)
Kinostart: 11.10.2013
DVD-Start: 30.04.2014 - Blu-ray-Start: 30.04.2014
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Filmkritik zu Spieltrieb

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Der deutsche Bestseller-Roman von Juli Zeh Spieltrieb zeigt das man auch aus Teenagerstoffen anspruchsvolle und tiefgründige Geschichte erzählen kann und dabei trotzdem die Attraktivität des Stoffes für die Jugend hoch gehalten werden kann. Regisseur Georg Schnitzler hat sich dies nun auch zur Aufgabe gemacht und versuchte den anspruchsvollen Teenager Roman würdig zu verfilmen. Im Großen und Ganzen gelingt ihm das auch, obwohl einiges an Originalität und Tiefe der Unterhaltung weichen muss.

Die hochbegabte Ada (Michelle Barthel) ist Einzelgängerin an ihrer Schule. Als der unnahbare, fast dämonisch wirkende Alev (Jannik Schümann) der Klasse als neuer Mitschüler vorgestellt wird, ist Ada von seiner selbstbewussten und kühlen Art fasziniert. Sie fühlt sich auch körperlich stark von ihm angezogen, obwohl dieser angibt, keine Liebesbeziehung eingehen zu können. Die beiden kommen sich näher und bald schildert Alev ihr seine Theorie vom Spieltrieb, die besagt, dass alle Handlungen des Menschen Spielhandlungen sind. Sein Ziel ist es, die Menschen wie Spielfiguren zu steuern und zu manipulieren. Bald reift in Alev ein Plan für ein perfides Spiel, das außer Kontrolle gerät...

Im Roman sind die Motive von Ada um einiges komplexer und umfangreicher als diese im Film dargestellt werden. Hier wird vor allem ein Grund ihrer unmoralischen Handlungen im Vordergrund gestellt: Alev, in dem sie sich kopfüber verliebt hat und ihre sich dadurch ausbreitende Verwirrtheit oder nennen wir es, das Ausbleiben des selbstständigen Denkens und Handelns.

Die Motive des Schönlings Alev werden dafür mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Man versteht was er vorhat und wieso er es macht. Allerdings bleibt doch das Gefühl das dieser Figur das gewisse Etwas fehlt um den Zuseher eine gewisse Nähe und emotionale Bindung (sei es ein positive oder negative) zu geben. Dafür bleibt die Figur aber unberechenbar, was durchaus eine gewisse Spannung erzeugt. Adas Figur wird richtig eindrucksvoll von Michelle Barthel gespielt, so dass es ihrem tollen Schauspiel zu verdanken ist, das die Authentizität ihrer Handlungen bestehen bleibt.

Dramaturgisch ist der Film sehr gelungen. Er unterhält vom ersten Moment an und kann sich eigentlich fortlaufend steigern. Vor allem die Sexszenen zwischen Ada und den Lehrer Smutek sind sehr fesselnd und stark gefilmt. Auch sonst bietet der Film eine tolle Optik, hervorragende Kameraeinstellungen und eine stimmig mitreißende Atmosphäre.

Fazit:
Der Film bietet in erster Linie Teenagerunterhaltung und kann die Tiefsinnigkeit seiner Figuren, wie es im Roman der Fall ist, nicht beibehalten. Allerdings ist dies in einem etwas länger als eineinhalb stündigen Film auch nicht ganz einfach und so kann der Film vor allem mit einer top Hauptdarstellerin, überzeugender Handlung und starker Optik überzeugen.

Wertung:
7/10 Punkten
Filmering.at
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