Population Boom (2013)

OT: Population Boom - 91 Minuten - Dokumentation
Population Boom (2013)
Kinostart: 20.09.2013
DVD-Start: 03.10.2014 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Population Boom

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Dokumentarfilme haben längst ihren staubigen Ruf abgeschüttelt und sich im Kino als beliebte Alternative zum Spielfilm etablieren können. Nicht umsonst entschloss sich Werner Boote, nach seinem bisher bekanntesten Dokumentarfilm Plastic Planet (2009), ein weiteres Projekt zu starten. Für Population Boom bereiste er abermals den gesamten Globus und machte sich dabei auf die Suche nach Antworten auf Fragen wie: sind schwindende Ressourcen, Hunger und Klimawandel wirklich eine Folge der Überbevölkerung? Wie viele Menschen kann unsere Erde tatsächlich tragen? Wer von uns ist zu viel? Und viel wichtiger: wer treibt dieses Horrorszenario überhaupt an?

Apokalyptische Theorien über den Untergang Welt aufgrund von Überbevölkerung sind alles andere als neu. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der britische Ökonom Thomas Robert Malthus überzeugt, dass die zunehmende Bevölkerung eine Bedrohung darstellt. Population Boom schlägt jedoch nicht in dieselbe Kerbe. Anstelle von Panikmache und rügendem Fingerzeig, versprüht die Dokumentation Optimismus und hebt die Nächstenliebe in den Vordergrund. Und das, obwohl Boote zu Beginn seiner Recherchen selbst der Meinung war, die Welt sei überbevölkert. Je tiefer er aber in die Problematik eintauchte, desto mehr war er vom Gegenteil überzeugt.

Ausgestattet mit Schirm, Charme und Menschlichkeit macht Boote sein Publikum mit den verschiedensten Menschen, deren Meinungen und Lebensräume bekannt. Als immer wiederkehrendes Motiv sieht man einen zeitungslesenden Boote, stets einen Schirm mit dem Logo der Weltbank in der Hand. Mal umgeben von Menschenmassen inmitten einer viel befahrenen Straße von New York, mal einsam und verlassen in den Weiten der afrikanischen Steppe. Wirklich unwohl scheint er sich jedoch nie zu fühlen. Er fungiert als Identifikationsfigur und stellt stellvertretend für die Zuseher die Fragen, die wohl dem ein oder anderen ebenfalls auf der Zunge liegen. Ausgehend von New York City  führen ihn seine Nachforschungen weiter nach Mexiko, Peking, Indien, Nairobi, Tokio und schließlich nach Bangladesch. Er interviewt Direktoren und Geschäftsführer ebenso wie eine arme indische Familie aus den Slums und einen Stammesführer in der Serengeti.   

Mittels dieser kontrastreichen Bilder werden nur einige wenige Beispiele gezeigt, die den Zusehern nahebringen sollen, wie es tatsächlich um unsere Erde bestellt ist. Nämlich weitaus weniger düster, als uns manche Macht- und Finanzkonzerne weismachen wollen. Das eigentliche Problem ist also nicht die Überbevölkerung. Vielmehr stellt sich immer mehr die Frage der Verteilungsgerechtigkeit.

Einen Hauch Spielfilmatmosphäre erhält die Dokumentation durch Bootes enge Zusammenarbeit mit Karwan Marouf. Boote selbst setzte bereits in den 90er Jahren seinen Schwerpunkt auf Musik und erhielt zahlreiche Preise. Die Zusammenarbeit der beiden bekam zudem Unterstützung von Lisbeth Scott, die schon zu den Soundtracks von Filmen wie Shrek, Avatar und Die Chroniken von Narnia einen großen Beitrag geleistet hat.

Untermalt durch den Schlusssong „Reach out“ schließt Boote mit einem eindrucksvollen Symbolbild von Zusammenhalt ab und lässt erkennen, „dass es gar nicht darauf ankommt, wie viele wir sind, sondern wie wir miteinander umgehen“.

Fazit:
Population Boom behandelt, wie schon sein Vorgänger Plastic Planet, ein globales Thema, das prinzipiell jeden anspricht. Was es jedoch besonders sehenswert macht, ist der auffallend menschenfreundliche Zugang. Boote ist nicht auf der Suche nach Schuldigen, sondern hinterfragt den Begriff der „Überbevölkerung“ und dokumentiert eindringlich, welche Folgen Habgier und die ausschließlich ökonomischen Interessen einiger Weniger für Bewohner ganzer Kontinente haben können. Eine empfehlenswerte Kinodokumentation mit ausdrucksstarken Impressionen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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