Robert Tarantino - Rebel Without a Crew (2013)

OT: Robert Tarantino - 77 Minuten - Dokumentation
Robert Tarantino - Rebel Without a Crew (2013)
Kinostart: 06.09.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Robert Tarantino - Rebel Without a Crew

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Underground made in Austria? Ja, da staunt man zunächst einmal, dass es so etwas (noch) geben soll – klar, ein nimmermüder Filmschaffender wie Peter Kern, der von vielen gerne in diese Nische gedrängt wird, aber gerade mit seinem letzten Film DIAMANTENFIEBER vorzüglich bewiesen hat, dass von ihm mit allem zu rechnen ist, ist ein Begriff. Vor einigen Jahren hatte ich außerdem mal das Vergnügen mit den „trashigen“ Horrorfilmen SILENT BLOODNIGHT und TAG DER TEUFEL von Elmar Weihsmann – leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist, seine Erzählungen in Sachen Finanzierung waren jedenfalls noch abenteuerlicher als seine Filme. Selbstverständlich sollte es niemanden wundern, dass in Zeiten, in denen Kameras für jedermann erschwinglich sind, auch hierzulande eine kleine aber feine Szene blüht. Einer dieser beherzten Menschen, die ihre Vision für knapp dreistellige Eurobeträge in Film umsetzen, ist Robert Tarantino, den Houchang Allahyari (DIE VERRÜCKTE WELT DER UTE BOCK) einen Monat lang bei der Arbeit zu dessen Film BLOOD CITY MASSACRE begleitet hat.

Wäre ROBERT TARANTINO eine Mockumentary, dann wäre die Illusion ziemlich perfekt umgesetzt. Es wäre ein Leichtes dem Film zu verzeihen, dass seine Figuren schablonenhaft wirken. Allen voran der Protagonist selbst – ein Mann, der vor einigen Jahren seinen geregelten Arbeitsalltag aufgegeben hat und sich jetzt nur noch seiner Leidenschaft widmet, etwas über 30 Jahre alt, ein einsames und schüchternes Wesen, dass nur in seiner Arbeit – ob beim Film oder auf der Bühne – aus sich herausgeht, für den es nichts anderes gibt als ebendiese Arbeit, weil er nur dort soziale Kontakte pflegt, was sich darin äußert, dass er sich Kussszenen ins Drehbuch schreibt (wer wills ihm verübeln, Jess Franco hat am Schluss auch nur noch Kunstpornos gedreht, weil er absoluter Erotomane war) oder unglücklich in seine Hauptdarstellerin verliebt. Kennen wir alles. Zwischen talking heads und dem Beobachten einzelner Arbeitsprozesse sind auch immer wieder Ausschnitte aus Tarantinos Filmen montiert – man erkennt daraus eine gesunde Portion dessen, was „Amateurfilmemachen“ bedeutet, nämlich die Liebe zur Arbeit selbst, trotz aller Widrigkeiten und Unzulänglichkeiten. Zugegeben, der sehr dick aufgetragene „Humor“ wäre meine Sache wohl nicht.

Nun ist ROBERT TARANTINO aber keine Mockumentary, sondern eine Documentary. Was wir sehen, passiert „wirklich“. Und unter diesen Gesichtspunkten ist der Film enttäuschend. Vor allem, weil sich Allahyari mit oben geschilderten Erkenntnissen begnügt. Das sollte ein ernstzunehmendes Personenporträt nicht. Man sollte nachfragen, tiefer gehen, seine Arbeitsweise selbst thematisieren – was auch immer. Wie so etwas interessant wird, haben etwa Veronika Franz und Severin Fiala vor kurzem mit ihrem KERN-Porträt demonstriert. In ROBERT TARANTINO weiß man noch bevor es passiert, dass er auf seine Hauptdarstellerin steht, dass die ihn aber abblitzen lassen wird, für ihn bleibt aber das Filmemachen und das ist ohnehin mehr als profanes amouröse Geplänkel. Für diesen dramaturgischen Faden, den das Leben diesem Film hat zufallen lassen, sind Allahyari und sein Team wie es scheint dankbar, da er sinn- und strukturstiftend ist. Beim Zuschauer hingegen stellt sich rasch Langeweile, ja Gleichgültigkeit ein.

Fazit:
Selten hat man eine so lustlose, nach Schema-F gedrehte Dokumentation gesehen. In Robert Tarantinos Filmen entsteht ein hoch explosiver Prozess allein schon durch die Beschränkung der Mittel. Sein Porträt geht indessen voll auf Nummer sicher. Gut gemeint ist eben vieles …

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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