Portugal, mon amour (2013)

OT: La cage dorée - 90 Minuten - Komödie
Portugal, mon amour (2013)
Kinostart: 30.08.2013
DVD-Start: 16.01.2014 - Blu-ray-Start: 16.01.2014
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Filmkritik zu Portugal, mon amour

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Ruben Alves beschäftigt sich in seinem im Jahr 2013 gedrehten Film „Portugal, mon amour: Die Familie Ribeiro auf dem Weg zum großen Glück“ (Originaltitel: „La cage dorée“/ „Der goldene Käfig“) mit der Geschichte von Maria und José Ribeiro und ihren beiden Kindern, der bereits erwachsenen Tochter Paula und dem etwas jüngeren Sohn Pedro.

Die ursprünglich aus Portugal stammenden Ribeiros leben ein bescheidenes aber doch recht glückliches Leben in einem vornehmenden schönen Bezirk in Paris. Maria Ribeiro (Rita Blanco) ist als Concierge in einem Jugendstilhaus tätig, während ihr Mann José (Joaquim de Almeida) in einer Baufirma als Vorarbeiter arbeitet. Beide zeichnen sich durch ihre Gewissenhaftigkeit bei der Arbeit und ihre Hilfsbereitschaft gegenüber FreundInnen und KollegInnen aus. Ohne sich dessen bewusst zu sein, sind sie so zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Gemeinschaft geworden. Auch ihre beiden Kinder sind völlig integriert und können sich ein Leben außerhalb von Paris gar nicht vorstellen.

Dennoch gibt es da den verdrängten Wunsch ihrer Eltern eines Tages zurückzukehren in die Heimat nach Portugal, wo ihre Wurzeln liegen. Als Josés Bruder plötzlich verstirbt und ihnen sein Anwesen samt Weingut in Portugal vererbt, stehen sie vor einer schwierigen Entscheidung: sollen sie in Paris bleiben und das Leben weiterführen, welches sie sich hier mühsam aufgebaut haben oder dürfen sie es wagen ihrem langjährigen Traum nachzugehen und zurück nach Portugal zu ziehen, wo sie vielleicht ein besseres Leben erwartet?

Mit dieser plötzlichen Möglichkeit überfordert, beschließt das Ehepaar erst einmal in Ruhe darüber nachzudenken und vorerst noch niemandem von der Erbschaft zu erzählen. Marias jüngere Schwester Lourdes (Jacqueline Corado), welche jedoch mit ihr gemeinsam große Pläne für ein gemeinsamen Restaurant hat, erfährt durch Zufall durch einen Blick auf die Dokumente davon und bringt schnell die Nachricht in Umlauf, dass die Ribeiros ein Anwesen geerbt haben und nach Portugal zurückgehen wollen. Selbstverständlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit macht die Botschaft dennoch blitzschnell die Runde und gelangt nicht zuletzt zu den jeweiligen ArbeitgeberInnen von Maria und José, Madame Reichert (Nicole Croisille) und Francis Caillaux (Roland Giraud). Diesen wird dadurch schlagartig bewusst wie unentbehrlich die Dienste der beiden Hilfsbereiten und Aufopfernden seit Jahren sind und bieten ihnen daher sofort neue viel bessere Arbeitsbedingungen an. Die Ribeiros, nicht in Kenntnis davon, dass alle um sie herum bereits von ihren geheimen Plänen wissen, werden dadurch immer verunsicherter ob sie das Erbe in Portugal wirklich antreten sollen, wenn es ihnen doch in Paris immer besser geht.

Als wären diese Ereignisse nicht schon aufregend genug, eröffnet ihnen ihre Tochter Paula (Barbara Cabrita) nun auch ihre bisher geheim gehaltene Beziehung zu Charles Caillaux (Lannick Gautry), dem Sohn des Chefs ihres Vaters und ihre Schwangerschaft. Als die beiden Familien, die anders nicht sein könnten, aufeinander treffen, wird es turbulent und das Treffen eskaliert schließlich, als Madame Reichert abends noch an die Tür klopft und unverschämt zu dieser späten Stunde noch eine Arbeitsleistung einfordert, obwohl die Ribeiros gerade Besuch haben und ihr Arbeitstag längst zu Ende ist und sich daraufhin Josés Cehf und dessen Frau einmischen. Plötzlich wird den Ribeiros klar: Es wissen bereits alle von ihren geheimen Plänen!

Aus Erbostheit darüber, dass sie von ihrem Umfeld wegen ihrer grenzenlosen Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft scheinbar nur ausgenützt wurden und die besseren Arbeitsbedingungen ebenfalls nur daher rühren, beschließen die Ribeiros, deren Ehe durch die jüngsten aufwühlenden Ereignisse auch schon an der Kippe steht, allen einen Strich durch die Rechnung zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie auch anders können! Ein Rachefeldzug wie er im Buche steht beginnt. Dies ist genau der Punkt im Film, an welchem die warmherzige, leichte (Tragik-)Komödie, ein bisschen ins Lächerliche abdriftet. Übertriebene Racheakte lassen die Ribeiros richtiggehend unsympathisch und kindisch wirken. In diesem Fall wäre weniger, wohl mehr gewesen. Dennoch ist der Film alles in allem stimmig und hat trotz vorhersehbarem Ende ein paar Lacher, oder zumindest Schmunzler, für sein Publikum parat.  

Fazit:
„Portugal, mon amour“ ist kein wirklich anspruchsvoller Film, aber er hält, was er verspricht: eine warmherzige (Tragik-)Komödie, in der man für 91 Minuten in die Welt der Familie Ribeiro eintaucht und seinen eigenen Alltag vergessen kann, ohne dabei viel nachdenken zu müssen. Liebenswerte Charaktere gespielt von überzeugenden SchauspielerInnen und eine mehr oder weniger packende Story machen den Film zu einer geeigneten Wahl für einen ausgelassenen Kinonachmittag an einem regnerischen Sommertag.

Wertung:
6/10 Punkte
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