Mr. Morgan's Last Love (2013)

OT: Mr. Morgan's Last Love - 116 Minuten - Komödie / Drama
Mr. Morgan
Kinostart: 20.09.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Mr. Morgan's Last Love

Sir Michael Caine ist seit 1956 als Schauspieler aktiv und kennt die Filmindustrie somit wie seine Westentasche. Er gehört zu den ganz großen Hollywooddarstellern unserer Zeit, wurde auch bis dato mit zwei Academy Awards, 1986 für seine Nebenrolle in Woody Allens Hannah und ihre Schwestern und 1999 für seine Nebenrolle in Lasse Hallströms Gottes Werk und Teufels Beitrag, ausgezeichnet und hat beim Filmfest München 2013 den CineMerit Award für sein Lebenswerk erhalten. Caine ist trotz seiner langen Präsenz im Showbusiness sowohl im Mainstream- als auch im Independent-Kino vertreten. Nach seinem letzten Abstecher in Christopher Nolans Blockbuster The Dark Knight Rises hat sich der 80-jährige Brite nun für einen etwas ruhigeren Film entschieden. Infolgedessen verkörpert er in Sandra Nettelbecks Drama Mr. Morgan’s Last Love einen Mann, der nach dem Tod seiner Frau seine Lebenslust verloren hat. Eines Tages wird diese aber wieder zum Leben erweckt.

Matt Morgan (Michael Caine) ist zum Witwer geworden. Seine Frau Joan (Jane Alexander) ist vor kurzem verstorben. Allerdings sieht er sie immer noch. Im Park sitzt sie neben ihm auf der Bank und spricht zu ihm. Mit seiner Frau ist auch seine Lust für das Leben vergangen. Trotz seiner Trauer versteckt sich Matt nicht in seiner Wohnung, er fährt gerne mit dem Bus von Straße zu Straße und verbringt so seinen Tag. Matt fühlt sich unter Menschen aber weiterhin nur als einer unter vielen. Doch diese Einsamkeit vergeht als er Pauline (Clémence Poésy) trifft. Der alte Mann interessiert sich auf einmal für die Hobbies der jungen Franzosin. Er besucht ihre Tanzkurse und lässt sich nicht von der Tatsache herunterziehen, dass seine Kinder, Miles (Justin Kirk) und Karen (Gillian Anderson) keine Zeit für ihn haben. Pauline ist für sein kräftig schlagendes Herz verantwortlich. Jedoch ändert sich dies schlagartig, nachdem Matt eine lebensverändernde Entscheidung trifft…

Das schauspielerische Zusammenspiel zwischen Michael Caine und Clémence Poésy zählt zu den großen Stärken des Films Mr. Morgan’s Last Love. Beide tasten sich mit viel Feingefühl aneinander heran und präsentieren dem Zuseher damit zahlreiche liebevolle Szenen, die nicht nur Freude, sondern auch Trauer auslösen. Die liebevollen Momente werden mit musikalischen Klängen von Hans Zimmer untermalt, welche die Leichtigkeit und Unschuld, aber auch die langsam aufbauende Tiefe dieser Beziehung unterstreichen. Auch nach dem Erscheinen der erwachsenen Kinder von Matt schafft es die Filmemacherin Sandra Nettelbeck erstmal zu unterhalten. Miles bringt seine Eheprobleme ins Spiel und Karen erzeugt mit ihrer bitterbösen Art lustige Augenblicke.

Lustig wird es auch sobald über Sprache gesprochen wird, beziehungsweise diese gewechselt wird. Da sich der Film in Paris abspielt wird die Tatsache oder auch das Klischee thematisiert, dass Franzosen kein Englisch sprechen, respektive akzeptieren. Matt, der trotz jahrelangem Aufenthalt in Frankreich immer noch nicht die dazugehörige Sprache kennt, muss sich aus diesem Grund von den Franzosen veräppeln lassen, reißt jedoch auch selber Witze über sein Sprachdefizit. Nach der ersten Filmhälfte und nach dem Abgang von Gillian Andersons Charakter Karen wendet sich aber das Blatt und die Komik verschwindet.

Ferner wird aus dem Drama über Freundschaft, Liebe und Trauer ein Familiendrama, welches langsam aber sicher das Schema F anstrebt. Der Nebenplot „Familienprobleme“ rückt in den Vordergrund und beansprucht die komplette zweite Filmhälfte. Die Beziehung zwischen Pauline und Matt wird darin problematisiert und weiter ausgebaut. Zusätzlich ist ein Handlungsstrang, auf dem letztendlich der Fokus liegt, vorhersehbar, sodass einige langatmige Szenen entstehen. Aus einem feinfühligen Drama entsteht letztendlich ein Film der am Ende noch mal gewaltig auf die Tränendrüse drückt – seine mitfiebernden Zuschauer also bestimmt noch einmal berühren wird. Der Rest hat sein Interesse dann sicherlich mit dem Abgang von Gillian Anderson mehr oder weniger verloren. Trotz all dem lohnt es sich aber noch, wie bereits thematisiert, bis zum Abspann sitzen zu bleiben.
 
Fazit:
Regisseurin Sandra Nettelback vereint in Mr. Morgan’s Last Love Sir Michael Caine zusammen mit Clémence Poésy und bringt damit ein wunderbar funktionierendes Zusammenspiel auf die Leinwand. Die aufheiternden sowie traurigen Momente der beiden Darsteller untermalt sie mit den musikalischen Klängen von Hans Zimmer und verstärkt damit die positive Wirkung dieser Szenen. Leider wendet sich ab der zweiten Filmhälfte das Blatt. Aus einem Film über Freundschaft und Trauer wird ein Familiendrama. Statt lustigen Augenblicken werden aufgrund eines neuen und vorhersehbaren Handlungsstrangs einige Längen geboten. Sehenswert ist der Film allerdings dennoch, vor allem für Zuschauer, die ein wenig Kitsch am Ende willkommen heißen. Trotz der angeführten Kritikpunkte bewegt sich das Drama, vor allem wegen der hervorragend funktionierenden ersten Filmhälfte noch im Rahmen der 7 von 10 Punkte-Bewertung, allerdings mit starker Tendenz nach unten.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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